DAS BÖSE
und um dich die Nacht
und das Radio
das monotone Surren des Autos,
dazu die Stimme der Moderatorin
Autobahn
eine Frau ruft an
in der Sendung
das Quiz war ja wirklich einfach
und sie trällert die Antwort
wie ein Wellensittich
mit zu vielen Endorphinen im Hirn
und die Moderatorin so: Richtig
aber so richtig
dann folgt folgender O-Ton
"Sie haben gewonnen. Einmal den Radiotatort DAS BÖSE, gelesen von Andrea Sawatzki."
"Das Böse?"
"Das Böse!"
"Oh, schön ..."
und sie freut sich wirklich
Eindrücke poltern dir durch den Kopf
wie verhaltensauffällige Kinder
in der Gruppendusche im Hallenbad
da, wo du herkommst
da warst du gerne
da wo du hinfährst
ist alles leer
Kann man das Böse schön finden?
Fragst du dich.
Und antwortest dir nicht.
Komische Lebensphase.
Fühlst du dich denken.
Und trittst das Gas durch.
"Brumm", sagt das Auto
und 5 Minuten später sagen die Nachrichten
dir was gut und böse ist
Koran verbrennen scheint legitim
Griechenland hassen auch
und das Syrien keinen Frieden findet
liegt ganz bestimmt an Syrien selbst
Putin ist daran interessiert den kalten Krieg wieder aufzuwärmen
Menschen sind an ihrer Arbeit und an gerechter Zahlung dafür interessiert
und stören dadurch Reisende und ihre Abläufe am Frankfurter Flughafen
verbales Massaker, 5 Minuten Weltgeschehen
inklusive Wetter
und 5 Minuten später verstehst du noch
weniger von der Welt ...
Gibt es DAS BÖSE wirklich?
Denkst du und fährst schön schnell
und in Gedanken lässt du dir
von einem Brückenpfeiler die Stirn massieren
die sich öffnet und endlich mal alle Gedanken
frei lässt
Es ist der Welt so egal, ob es DAS BÖSE gibt
und dir irgendwie auch ...
DER UNaufFÄLLIG FALLENDE
Dirk Bernemann bloggt!
Sonntag, Februar 26, 2012
Freitag, Februar 10, 2012
Liebe Leserinnen, Leser und zufällig Vorbeischlendernde,
anbei ein paar Termine für Lesungen und für die Theateraufführung von "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" ...
10.02. Aachen - Jakobshof
11.02. Ibbenbüren - JKZ Scheune
24.02. Coesfeld - Fabrik (mit dem großartigen Sven-André Dreyer und Musik)
29.02. Bonn - Limes Club
02.03. Murnau - Westtorhalle
05.- 11.03. Tour de Suisse (mit Christoph Strasser)
05.03. Frauenfeld - Domicil
06.03. Konstanz - K9
07.03. Zürich - X-tra
08.03. Cham - Lorzensaal
09.03. St. Gallen - Die Box
10.03. Basel - Unternehmen Mitte
11.03. Münsterlingen - Psychiatrische Klinik
14.03. Münster - Café Sputnik
15.03. Dresden - Thalia Kino
16. - 18.03. Buchmesse Leipzig
16.03. Leipzig - Mc Cormacks Ballroom (mit den werten Kollegen Christian von Aster und Jan-Uwe Fitz/Der Vergrämer)
22.03. Hamburg - Haus73
23.03. Neustadt/Holstein - Kulturwerkstatt Forum
24.03. CH-Winterthur - Kellertheater
25.04. Erfurt - Uni-K.U.M.
07.05. Achim - Buchhandlung Hoffmann (im Rahmen der Veranstaltungsreihe EUROPÄISCHER PROTESTTAG ZUR GLEICHSTELLUNG VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNG
soviel zu den Lesungen und hier noch die Termine für
"Ich hab die Unschuld kotzen sehen" - The Theaterstück
Im Theater und so fort in München!!!
Telefonisch reservieren
089 / 23219877 (AB)
mit Sarah Dorsel, Noelle Cartier van Dissel, Sacha Holzheimer, Heiko Dietz, Johannes Haag, Wolfgang Haas, Andreas Haun
Regie:
Heiko Dietz
Dramaturgie:
Carmen Panknin
Veranstalter:
Die Unschulds GbR
Freitag, 13.04.2012
Samstag, 14.04.2012
Sonntag, 15.04.2012 - Dirk Bernemann liest sich selbst im Theater
Mittwoch, 18.04.2012
Donnerstag, 19.04.2012
Freitag, 20.04.2012
Samstag, 21.04.2012
Mittwoch, 25.04.2012
Donnerstag, 26.04.2012
Freitag, 27.04.2012
Samstag, 28.04.2012
Mittwoch, 02.05.2012
Donnerstag, 03.05.2012
Freitag, 04.05.2012
Samstag, 05.05.2012
Beginn, jeweils 20.13 Uhr
anbei ein paar Termine für Lesungen und für die Theateraufführung von "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" ...
10.02. Aachen - Jakobshof
11.02. Ibbenbüren - JKZ Scheune
24.02. Coesfeld - Fabrik (mit dem großartigen Sven-André Dreyer und Musik)
29.02. Bonn - Limes Club
02.03. Murnau - Westtorhalle
05.- 11.03. Tour de Suisse (mit Christoph Strasser)
05.03. Frauenfeld - Domicil
06.03. Konstanz - K9
07.03. Zürich - X-tra
08.03. Cham - Lorzensaal
09.03. St. Gallen - Die Box
10.03. Basel - Unternehmen Mitte
11.03. Münsterlingen - Psychiatrische Klinik
14.03. Münster - Café Sputnik
15.03. Dresden - Thalia Kino
16. - 18.03. Buchmesse Leipzig
16.03. Leipzig - Mc Cormacks Ballroom (mit den werten Kollegen Christian von Aster und Jan-Uwe Fitz/Der Vergrämer)
22.03. Hamburg - Haus73
23.03. Neustadt/Holstein - Kulturwerkstatt Forum
24.03. CH-Winterthur - Kellertheater
25.04. Erfurt - Uni-K.U.M.
07.05. Achim - Buchhandlung Hoffmann (im Rahmen der Veranstaltungsreihe EUROPÄISCHER PROTESTTAG ZUR GLEICHSTELLUNG VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNG
soviel zu den Lesungen und hier noch die Termine für
"Ich hab die Unschuld kotzen sehen" - The Theaterstück
Im Theater und so fort in München!!!
Telefonisch reservieren
089 / 23219877 (AB)
mit Sarah Dorsel, Noelle Cartier van Dissel, Sacha Holzheimer, Heiko Dietz, Johannes Haag, Wolfgang Haas, Andreas Haun
Regie:
Heiko Dietz
Dramaturgie:
Carmen Panknin
Veranstalter:
Die Unschulds GbR
Freitag, 13.04.2012
Samstag, 14.04.2012
Sonntag, 15.04.2012 - Dirk Bernemann liest sich selbst im Theater
Mittwoch, 18.04.2012
Donnerstag, 19.04.2012
Freitag, 20.04.2012
Samstag, 21.04.2012
Mittwoch, 25.04.2012
Donnerstag, 26.04.2012
Freitag, 27.04.2012
Samstag, 28.04.2012
Mittwoch, 02.05.2012
Donnerstag, 03.05.2012
Freitag, 04.05.2012
Samstag, 05.05.2012
Beginn, jeweils 20.13 Uhr
um
00:02
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Sonntag, Januar 29, 2012
Music ... makes the people ... come together ...
um
22:10
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Donnerstag, Januar 26, 2012
Kotzen am Gefühlsbuffet
Und wir wissen, dass mindestens einer von uns eine emotionale Störung hat und stehen jetzt vor dem Buffet und warten, wer als erster kotzen muss.
Wir haben die Freiheit zu lügen und wir haben die Freiheit das letzte bißchen Ehrlichkeit aus unseren Körpern zu pressen, damit uns jeder Mensch, inklusive uns selbst, verstörend fremd vorkommt. Wir haben die Freiheit mit unseren Geschlechtsorganen Facebook zu spielen und sie zu teilen und "Gefällt mir" zu brüllen. Wir haben die Freiheit auf viel zu verzichten und Exit-Strategien zu entwickeln. Wir haben die Freiheit auf dem Sprung zu sein und unseren Haushaltsbestand auf eine Wagenladung Kleinteile zu reduzieren.
Leben, du elend vollgepacktes Buffet, dass uns zunächst mal mit seinem Geruch anlockt und man wir daraufhin beginnen wie von Sinnen zu kauen, zu lutschen, zu schmatzen und uns alles in alle Körperteile einzuverleiben, was da nur reingeht und irgendwann stehen wir dann da, regungslos von einem Gefühl hinters Licht geführt, welches vorgab, dass man das doch alles freiwillig gemacht hat und das doch alles gut sei. Und wir stehen jetzt da und warten, wer zuerst kotzt.
Wir haben die Freiheit unser Leben zu verkacken. Wir haben die Freiheit, scheiße auszusehen, gerade auch in den intimsten Momenten. Wir haben die Freiheit unsere Orgasmusgesichter nachzuäffen. Wir haben die Freiheit, uns genau dafür zu hassen. Wir haben die Freiheit uns in jeden Penner auf der Welt zu verlieben. Wir haben die Freiheit zu beten. Glücklicherweise haben wir auch die Vernunft, es zu lassen.
Warum wir je Hunger hatten, fragen wir uns anschließend, wenn das Buffet aussieht wie ein Schlachtfeld, auf dem unlängst alle good vibrations dieser Welt hingerichtet worden sind und nun die letzten Reste Herzschlag aus einem Fleischklumpen herausträufeln, der aussieht wie ein blutleeres Kotelett in der Metzgereiauslage und aber eigentlich für den Fortbestand unseres Lebens verantwortlich ist. Worauf haben wir denn Hunger? Auf das Leben oder auf den Schmerz, der vorgibt, ein wichtiger Teil unserer Existenz zu sein? Und warum fressen wir nach dem kotzen weiter und weiter und weiter?
Wir haben die Freiheit aus unseren Leben Metzgereien und Schlachthöfe zu machen. Schauplätzen großer Unfälle haftet immer auch ein wenig gut gemeinter Pathos an. Na gut, das abgerissene Bein da vorne, das kann man sich auch wegdenken. Apropos wegdenken: Dazu hat schon der große Philosoph Werner Enke geschrieben: "Hör ich was Böses, denk ich nicht hin." Wir können uns elegant um unseren Verstand denken. Wir haben die Freiheit,
scheiße zu tanzen und uns gut dabei zu fühlen. Wir haben die Freiheit uns zu belügen, um uns glauben zu können.
Warum geht der Appetit weg, fragst du mich und auch, wenn ich weggeh, wo ich dann hingeh. Na weg halt, sag ich, etwas lauter als die Ubahn, die hinter uns abfährt, in der wir eigentlich sitzen könnten und uns in ein geiles Leben ohne Kompromisse schießen lassen könnten. Aber wir stehen am Bahnsteig und machen Dinge, die wie Schreien klingen, aber eigentlich Schweigen sind. Und die Ubahn kommt alle 6 Minuten und das Blut pulsiert um unsere Körper, als würde es ständig Umwege gehen wollen. Blut, dass sich nicht traut, etwas zu durchbluten. Feiges Blut.
Wir haben die Freiheit zu fressen, wir haben die Freiheit zu kotzen. Wir haben die Freiheit, die Dinge, die wir vernunftbegabt regeln könnten mit haufenweise verpeilter Emotion aufzufüllen, um uns in die Psychiatrien dieser Welt einweisen zu lassen. Wir haben die Freiheit, irgendeinen Müll als Romantik anzusehen. Wir haben die Freiheit, uns in einer Zeit, in der alles schwankt, nichts mehr aufzubauen, sondern auf die Apokalypse zu warten und die Verantwortlichkeit für unser Leben in die Hände anderer zu legen. Wir haben die Freiheit, frei zu sein. Wir haben die Freiheit, uns Knäste zu erschaffen. Wir haben die Freiheit das schönste aller möglichen Leben zu leben. Warum tun wir es dann nicht?
Endlich übergibt sich einer und alle gucken komisch. Ansage! Word! Ich wollte doch nur meine Gefühle zeigen, sagt der, der vors Buffet gekotzt hat. Die Putzfrau wischt die Reste auf, ganz so, als ob hier nie etwas gewesen wäre ...
Und wir wissen, dass mindestens einer von uns eine emotionale Störung hat und stehen jetzt vor dem Buffet und warten, wer als erster kotzen muss.
Wir haben die Freiheit zu lügen und wir haben die Freiheit das letzte bißchen Ehrlichkeit aus unseren Körpern zu pressen, damit uns jeder Mensch, inklusive uns selbst, verstörend fremd vorkommt. Wir haben die Freiheit mit unseren Geschlechtsorganen Facebook zu spielen und sie zu teilen und "Gefällt mir" zu brüllen. Wir haben die Freiheit auf viel zu verzichten und Exit-Strategien zu entwickeln. Wir haben die Freiheit auf dem Sprung zu sein und unseren Haushaltsbestand auf eine Wagenladung Kleinteile zu reduzieren.
Leben, du elend vollgepacktes Buffet, dass uns zunächst mal mit seinem Geruch anlockt und man wir daraufhin beginnen wie von Sinnen zu kauen, zu lutschen, zu schmatzen und uns alles in alle Körperteile einzuverleiben, was da nur reingeht und irgendwann stehen wir dann da, regungslos von einem Gefühl hinters Licht geführt, welches vorgab, dass man das doch alles freiwillig gemacht hat und das doch alles gut sei. Und wir stehen jetzt da und warten, wer zuerst kotzt.
Wir haben die Freiheit unser Leben zu verkacken. Wir haben die Freiheit, scheiße auszusehen, gerade auch in den intimsten Momenten. Wir haben die Freiheit unsere Orgasmusgesichter nachzuäffen. Wir haben die Freiheit, uns genau dafür zu hassen. Wir haben die Freiheit uns in jeden Penner auf der Welt zu verlieben. Wir haben die Freiheit zu beten. Glücklicherweise haben wir auch die Vernunft, es zu lassen.
Warum wir je Hunger hatten, fragen wir uns anschließend, wenn das Buffet aussieht wie ein Schlachtfeld, auf dem unlängst alle good vibrations dieser Welt hingerichtet worden sind und nun die letzten Reste Herzschlag aus einem Fleischklumpen herausträufeln, der aussieht wie ein blutleeres Kotelett in der Metzgereiauslage und aber eigentlich für den Fortbestand unseres Lebens verantwortlich ist. Worauf haben wir denn Hunger? Auf das Leben oder auf den Schmerz, der vorgibt, ein wichtiger Teil unserer Existenz zu sein? Und warum fressen wir nach dem kotzen weiter und weiter und weiter?
Wir haben die Freiheit aus unseren Leben Metzgereien und Schlachthöfe zu machen. Schauplätzen großer Unfälle haftet immer auch ein wenig gut gemeinter Pathos an. Na gut, das abgerissene Bein da vorne, das kann man sich auch wegdenken. Apropos wegdenken: Dazu hat schon der große Philosoph Werner Enke geschrieben: "Hör ich was Böses, denk ich nicht hin." Wir können uns elegant um unseren Verstand denken. Wir haben die Freiheit,
scheiße zu tanzen und uns gut dabei zu fühlen. Wir haben die Freiheit uns zu belügen, um uns glauben zu können.
Warum geht der Appetit weg, fragst du mich und auch, wenn ich weggeh, wo ich dann hingeh. Na weg halt, sag ich, etwas lauter als die Ubahn, die hinter uns abfährt, in der wir eigentlich sitzen könnten und uns in ein geiles Leben ohne Kompromisse schießen lassen könnten. Aber wir stehen am Bahnsteig und machen Dinge, die wie Schreien klingen, aber eigentlich Schweigen sind. Und die Ubahn kommt alle 6 Minuten und das Blut pulsiert um unsere Körper, als würde es ständig Umwege gehen wollen. Blut, dass sich nicht traut, etwas zu durchbluten. Feiges Blut.
Wir haben die Freiheit zu fressen, wir haben die Freiheit zu kotzen. Wir haben die Freiheit, die Dinge, die wir vernunftbegabt regeln könnten mit haufenweise verpeilter Emotion aufzufüllen, um uns in die Psychiatrien dieser Welt einweisen zu lassen. Wir haben die Freiheit, irgendeinen Müll als Romantik anzusehen. Wir haben die Freiheit, uns in einer Zeit, in der alles schwankt, nichts mehr aufzubauen, sondern auf die Apokalypse zu warten und die Verantwortlichkeit für unser Leben in die Hände anderer zu legen. Wir haben die Freiheit, frei zu sein. Wir haben die Freiheit, uns Knäste zu erschaffen. Wir haben die Freiheit das schönste aller möglichen Leben zu leben. Warum tun wir es dann nicht?
Endlich übergibt sich einer und alle gucken komisch. Ansage! Word! Ich wollte doch nur meine Gefühle zeigen, sagt der, der vors Buffet gekotzt hat. Die Putzfrau wischt die Reste auf, ganz so, als ob hier nie etwas gewesen wäre ...
um
19:39
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Freitag, Januar 20, 2012
Zwei Sätze über: Wie ich lernte Kunst zu hassen und dann doch alles gut wurde ...
"Sie erwarten von mir, dass ich Ihnen sage, dass ich Ihnen definiere: Was ist Kunst? Wenn ich es wüßte, würde ich es für mich behalten." Pablo Picasso (1926)
Das war damals, ich war vielleicht elf, vielleicht ein bißchen jünger und ich saß in diesem Klassenraum, neben dem Jungen der immer nach Maggi roch und schon Bartwuchs hatte mit elf, und im Kunstunterricht war also eine Aufgabe gestellt worden von der Frau L., also es sollte eine Weihnachtsmarktszenerie gemalt werden mit Hilfe von Wasserfarbe und der Maggibartjunge neben mir war so geschickt mit seinem Pinsel und er kratzte sich am Bartflaum, mit elf, und ich begann einen Schlitten zu malen, darin sitzend ein typischer Weihnachtsmann in rotweißer Färbung und davor ein stolzes braunes Pferd, dass diesen ganzen Dreck, inklusive Geschenken über den gefühlsduseligen Markt zog und im Vergleich zu dem Bartmaggijungen sah mein Kunstwerk aus, als hätte ich das Pinselreinigungsglas über mein Bild gekippt, denn auf seinem Zeichenblock fing plötzlich ein Weinnachtsmann mit einem Glühweinwirt zu reden an, während im Hintergrund eine Blaskapelle zaghaft trompetete und tubate und aber auf meinem Bild war der Versuch misslungen dem Schlittenzugpferd eine korrekte Pferdeähnlichkeit zu schenken und dann kam die Frau L. von hinten und tat ganz unbeeindruckt vom Geruch des Maggibartjungen und klopfte ihm Schultern und sprach Lob aus, so richtig lautes Lob sprach sie aus und dann zu meinem Bild gewandt sagte sie erst mal gar nichts, schaute nur, wie die Wasserfarben ineinanderliefen und alles irgendwie höchst unweihnachtlich daher kam und dann zeigte sie auf mein pferdeunähnliches Pferd und frug mich, was das denn sei und ich antwortete ihr wahrheitsgemäß, dass das ja wohl ein Pferd sei und sie missbilligte mein Pferd, in dem sie ihm vollkommene Pferdeähnlichkeit absprach und mir Mühegeben nahelegte, dem Pferd doch etwas mehr Pferdeähnlichkeit zu geben und dann zog sie weiter, die Frau L., in den nächsten Schülerreihen mit Lob und Kritik um sich zu schleudern und ich ergriff den dünnsten aller mir zur Verfügung stehenden Pinsel und versuchte aus Angst vor Nichtversetzung wegen einer miesen Kunstnote dem Pferd mit fein gesetztem schwarzen Rand mehr Pferdigkeit zu geben und es gelang auch, der einst braune eher pferdeunähnliche Fleck auf dem Bild gedieh zu einem braunen Fleck, den ich in Pferdeform mit dünnem schwarzen Strich umrandete tatsächlich zu einem Pferd, sodass selbst der Junge mit Maggigeruch und Bart, der Bilder malte, die Geräusche und Gerüche von Weihnachtsmusik und gebrannten Mandeln mitzutransportieren schienen, dass selbst dieser neben mir sitzende Junge zu anerkennendem Nicken veranlasst wurde und als aber dann wieder die Frau L. hinter uns stand und zunächst das Bild des Maggibartjungen lobpreiste, als sei er ein pinselführendes Wunderkind mit Bart und Maggigeruch und sich dann an mich gewandt ihr Blick wieder verfinsterte und sie wohl das Pferd erkannte und ich auf ein Lob aus ihrem Munde hoffte und sie aber nur sprach, dass wenn Picasso gesagt hätte, ein brauner Fleck sei ein Pferd, dass das dann auch ein Pferd für alle Menschen gewesen war und ob ich das denn nicht verstehen würde und ich erstmal gar nicht klarkam und weder irgendeinen Picasso kannte, noch die Doppeldeutigkeit einer Frau L. einzuschätzen imstande war und als sie anschließend die noch feuchten Bilder einsammelte und mir das meine mit verächtlichem Blick und einer vier minus auf dem Rücken in der nächsten Kunststunde zurückgab, da wußte ich, dass die Kunst gerade für mich gestorben war, mit elf.
Über dreißig Jahre später saß ich in einer kleinen Wohnung, die nur ein Fenster hatte und das erste Geld hatte ich bereits mit dem Verfassen von Büchern verdienen können, nie wieder aber hatte ich aus Lustgewinn einen Pinsel oder Stift in die Hand genommen, um irgendwelche Dinge zu zeichnen, ich hatte immer Angst vor diesem Picassoeffekt, dass wenn ich etwas male, dass ich für etwas halte und nur ich das sehen könne, dass das, was ich meine, auch abgebildet ist und ich mich vielleicht vertue, weil es sonst keiner sieht und dann noch davor Angst hatte, dass wenn ich es verdeutliche und umrande, auch das falsch sei, ja aus dieser Angst heraus blieb ich dann also stift- und pinsellos mein restliches Leben lang und also saß ich jetzt in meiner einfenstrigen Wohnung und vor mir so eine Zeitung, in der ich lustlos blätterte und mir dann auf einmal das Gesicht von Frau L. entgegenlachte, die hier, ganz in der Nähe von hier, also fast hier, aber nicht ganz hier, also unweit von da, wo ich mich aufhielt, eine Ausstellung mit ihren abstrakten Bildern zu eröffnen gedachte und ich sah mir das Bild nochmal genau an und das war tatsächlich sie, meine ehemalige Kunstlehrerin, Frau L., die da so lachte und ihre eigene Ausstellungseröffnung anpries und dann ging ich also los, suchte diese Galerie und fand sie auch und da standen schon welche rum, so eine Haufen Wichtigsprecher, die mit Wein- und Sektgläsern anstießen und über die Kunst von Frau L. fachsimpelten, ja, sie alle simpelten fach und hier und ach und Kunst und bla, und ich ging dann so herum und da stand ja auch Frau L., das alte Kunstluder, und ich schaute mir ihre Bilder an und da war eins, darauf war ein schwarzer Strich und darunter stand das Wort Katze und dann kam auch schon Frau L. angelaufen, freudestrahlend wie ein behindertes Kind auf der Sommerrodelbahn und sie trug ein blaues Kleid und sie lachte wiehernd herum, wohl wegen Wein- und Sektkonsum, und fragte mich, ob ich ihre Katze sehen könne und ich sagte ja natürlich, das hätte sie gar nicht mehr drunter schreiben müssen, dass es sich hierbei um eine solche handelte und sie sagte dann, dass es eher um das Gefühl Katze ginge, nicht so sehr um das Lebewesen Katze und ich sagte aha und das mir das Gefühl Katze jetzt aber auch mal ganz deutlich werde, jetzt, wo ich vor dem Bild mit dem Gefühl Katze stünde, obwohl ich nichts empfand, was sich wie Katze anfühlte, sondern nur ein bißchen übriggebliebene Wut, denn da war nur ein schwarzer Strich undes stellte sich nichts ein als das Gefühl schwarzer Strich aber als ich dann in die glücklichen Augen von Frau L. sah, die strunzendumm diesen schwarzen Strich, den sie für das Gefühl Katze hielt, abfeierte, da wußte ich, dass ich irgendwie doch gewonnen hatte und fachsimpelte sie mit einem Picassozitat an, das besagt, wenn es nur eine Wahrheit gäbe, man nicht hundert Bilder über das selbe Thema malen könne und ich war zufrieden mit mir und meinen Worten und Frau L. stand mit offenem Mund vor ihrem Gefühl Katze und ich verließ die Ausstellung, um dann in irgendeiner Bar zum Ausklang des Abends und zum Unterstreichen des Wohlgefühls noch ein bis sieben Bier zu zischen gedachte und daraufhin in einer Kneipe landete, so eine richtig muffige, zerstörte, rustikale, mit übellaunigen Alkoholikern, die mit Schnäpsen und glasigen Augen am Tresen klebten und das seltsame an dieser Kneipe war, dass die Wände komplett mit wundervollen Gemälden zutapeziert waren und der Wirt mir irgendwie bekannt vorkam und durch die undurchdringliche Rauchfront etwas nach Maggi roch und dann erkannten wir uns, wir alten Schulfreunde und ich erzählte ihm zwischen Bier eins und drei von der Ausstellung unserer ehemaligen Kunstlehrerin und dem abstrusen Gefühl Katze und der Maggibartjunge, der mittlerweile ein Maggibartmann geworden war sagte mir, dass aus ihm nie was geworden sei, nur halt Kneipenwirt mit schöngeistigem Pinselhobby und wir erkannten, dass wir auf jeden Fall die Guten waren.
"Sie erwarten von mir, dass ich Ihnen sage, dass ich Ihnen definiere: Was ist Kunst? Wenn ich es wüßte, würde ich es für mich behalten." Pablo Picasso (1926)
Das war damals, ich war vielleicht elf, vielleicht ein bißchen jünger und ich saß in diesem Klassenraum, neben dem Jungen der immer nach Maggi roch und schon Bartwuchs hatte mit elf, und im Kunstunterricht war also eine Aufgabe gestellt worden von der Frau L., also es sollte eine Weihnachtsmarktszenerie gemalt werden mit Hilfe von Wasserfarbe und der Maggibartjunge neben mir war so geschickt mit seinem Pinsel und er kratzte sich am Bartflaum, mit elf, und ich begann einen Schlitten zu malen, darin sitzend ein typischer Weihnachtsmann in rotweißer Färbung und davor ein stolzes braunes Pferd, dass diesen ganzen Dreck, inklusive Geschenken über den gefühlsduseligen Markt zog und im Vergleich zu dem Bartmaggijungen sah mein Kunstwerk aus, als hätte ich das Pinselreinigungsglas über mein Bild gekippt, denn auf seinem Zeichenblock fing plötzlich ein Weinnachtsmann mit einem Glühweinwirt zu reden an, während im Hintergrund eine Blaskapelle zaghaft trompetete und tubate und aber auf meinem Bild war der Versuch misslungen dem Schlittenzugpferd eine korrekte Pferdeähnlichkeit zu schenken und dann kam die Frau L. von hinten und tat ganz unbeeindruckt vom Geruch des Maggibartjungen und klopfte ihm Schultern und sprach Lob aus, so richtig lautes Lob sprach sie aus und dann zu meinem Bild gewandt sagte sie erst mal gar nichts, schaute nur, wie die Wasserfarben ineinanderliefen und alles irgendwie höchst unweihnachtlich daher kam und dann zeigte sie auf mein pferdeunähnliches Pferd und frug mich, was das denn sei und ich antwortete ihr wahrheitsgemäß, dass das ja wohl ein Pferd sei und sie missbilligte mein Pferd, in dem sie ihm vollkommene Pferdeähnlichkeit absprach und mir Mühegeben nahelegte, dem Pferd doch etwas mehr Pferdeähnlichkeit zu geben und dann zog sie weiter, die Frau L., in den nächsten Schülerreihen mit Lob und Kritik um sich zu schleudern und ich ergriff den dünnsten aller mir zur Verfügung stehenden Pinsel und versuchte aus Angst vor Nichtversetzung wegen einer miesen Kunstnote dem Pferd mit fein gesetztem schwarzen Rand mehr Pferdigkeit zu geben und es gelang auch, der einst braune eher pferdeunähnliche Fleck auf dem Bild gedieh zu einem braunen Fleck, den ich in Pferdeform mit dünnem schwarzen Strich umrandete tatsächlich zu einem Pferd, sodass selbst der Junge mit Maggigeruch und Bart, der Bilder malte, die Geräusche und Gerüche von Weihnachtsmusik und gebrannten Mandeln mitzutransportieren schienen, dass selbst dieser neben mir sitzende Junge zu anerkennendem Nicken veranlasst wurde und als aber dann wieder die Frau L. hinter uns stand und zunächst das Bild des Maggibartjungen lobpreiste, als sei er ein pinselführendes Wunderkind mit Bart und Maggigeruch und sich dann an mich gewandt ihr Blick wieder verfinsterte und sie wohl das Pferd erkannte und ich auf ein Lob aus ihrem Munde hoffte und sie aber nur sprach, dass wenn Picasso gesagt hätte, ein brauner Fleck sei ein Pferd, dass das dann auch ein Pferd für alle Menschen gewesen war und ob ich das denn nicht verstehen würde und ich erstmal gar nicht klarkam und weder irgendeinen Picasso kannte, noch die Doppeldeutigkeit einer Frau L. einzuschätzen imstande war und als sie anschließend die noch feuchten Bilder einsammelte und mir das meine mit verächtlichem Blick und einer vier minus auf dem Rücken in der nächsten Kunststunde zurückgab, da wußte ich, dass die Kunst gerade für mich gestorben war, mit elf.
Über dreißig Jahre später saß ich in einer kleinen Wohnung, die nur ein Fenster hatte und das erste Geld hatte ich bereits mit dem Verfassen von Büchern verdienen können, nie wieder aber hatte ich aus Lustgewinn einen Pinsel oder Stift in die Hand genommen, um irgendwelche Dinge zu zeichnen, ich hatte immer Angst vor diesem Picassoeffekt, dass wenn ich etwas male, dass ich für etwas halte und nur ich das sehen könne, dass das, was ich meine, auch abgebildet ist und ich mich vielleicht vertue, weil es sonst keiner sieht und dann noch davor Angst hatte, dass wenn ich es verdeutliche und umrande, auch das falsch sei, ja aus dieser Angst heraus blieb ich dann also stift- und pinsellos mein restliches Leben lang und also saß ich jetzt in meiner einfenstrigen Wohnung und vor mir so eine Zeitung, in der ich lustlos blätterte und mir dann auf einmal das Gesicht von Frau L. entgegenlachte, die hier, ganz in der Nähe von hier, also fast hier, aber nicht ganz hier, also unweit von da, wo ich mich aufhielt, eine Ausstellung mit ihren abstrakten Bildern zu eröffnen gedachte und ich sah mir das Bild nochmal genau an und das war tatsächlich sie, meine ehemalige Kunstlehrerin, Frau L., die da so lachte und ihre eigene Ausstellungseröffnung anpries und dann ging ich also los, suchte diese Galerie und fand sie auch und da standen schon welche rum, so eine Haufen Wichtigsprecher, die mit Wein- und Sektgläsern anstießen und über die Kunst von Frau L. fachsimpelten, ja, sie alle simpelten fach und hier und ach und Kunst und bla, und ich ging dann so herum und da stand ja auch Frau L., das alte Kunstluder, und ich schaute mir ihre Bilder an und da war eins, darauf war ein schwarzer Strich und darunter stand das Wort Katze und dann kam auch schon Frau L. angelaufen, freudestrahlend wie ein behindertes Kind auf der Sommerrodelbahn und sie trug ein blaues Kleid und sie lachte wiehernd herum, wohl wegen Wein- und Sektkonsum, und fragte mich, ob ich ihre Katze sehen könne und ich sagte ja natürlich, das hätte sie gar nicht mehr drunter schreiben müssen, dass es sich hierbei um eine solche handelte und sie sagte dann, dass es eher um das Gefühl Katze ginge, nicht so sehr um das Lebewesen Katze und ich sagte aha und das mir das Gefühl Katze jetzt aber auch mal ganz deutlich werde, jetzt, wo ich vor dem Bild mit dem Gefühl Katze stünde, obwohl ich nichts empfand, was sich wie Katze anfühlte, sondern nur ein bißchen übriggebliebene Wut, denn da war nur ein schwarzer Strich undes stellte sich nichts ein als das Gefühl schwarzer Strich aber als ich dann in die glücklichen Augen von Frau L. sah, die strunzendumm diesen schwarzen Strich, den sie für das Gefühl Katze hielt, abfeierte, da wußte ich, dass ich irgendwie doch gewonnen hatte und fachsimpelte sie mit einem Picassozitat an, das besagt, wenn es nur eine Wahrheit gäbe, man nicht hundert Bilder über das selbe Thema malen könne und ich war zufrieden mit mir und meinen Worten und Frau L. stand mit offenem Mund vor ihrem Gefühl Katze und ich verließ die Ausstellung, um dann in irgendeiner Bar zum Ausklang des Abends und zum Unterstreichen des Wohlgefühls noch ein bis sieben Bier zu zischen gedachte und daraufhin in einer Kneipe landete, so eine richtig muffige, zerstörte, rustikale, mit übellaunigen Alkoholikern, die mit Schnäpsen und glasigen Augen am Tresen klebten und das seltsame an dieser Kneipe war, dass die Wände komplett mit wundervollen Gemälden zutapeziert waren und der Wirt mir irgendwie bekannt vorkam und durch die undurchdringliche Rauchfront etwas nach Maggi roch und dann erkannten wir uns, wir alten Schulfreunde und ich erzählte ihm zwischen Bier eins und drei von der Ausstellung unserer ehemaligen Kunstlehrerin und dem abstrusen Gefühl Katze und der Maggibartjunge, der mittlerweile ein Maggibartmann geworden war sagte mir, dass aus ihm nie was geworden sei, nur halt Kneipenwirt mit schöngeistigem Pinselhobby und wir erkannten, dass wir auf jeden Fall die Guten waren.
um
03:25
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Freitag, Dezember 30, 2011
jahrgehtjahrkommt
(emo-content, auch mal gut)
zum Jahresende Vorsatzlisten
machen sich nur Masochisten
die sich gerne quälen an der Welt
weil ihnen weiter nichts einfällt
die Qual an dieser Kacke ist
jeder Scheiß kommt on the list
den man täglich zu ändern imstande ist
und so füllt man die Liste mit Gewissensmist
doch viele Menschen in vielen Jahren
haben sich irgendwie festgefahren
also machen sie sich solche Listen
um ihr Gewissen auszumisten
und doch kam ich auf die Idee
jetzt wo ich solche Listen seh
auch mal eine zu erstellen
um mich einfach mitzuquälen ...
... also ...
gesünder essen, weniger rauchen
auch Dinge denken, die gedanklich schlauchen
sich nicht nur mit Stiften die Fahne beschriften
sondern die Gesamtscheiße nachhaltig vergiften
sich mehr um seine Freunde kümmern
und was du hasst sollst du zertrümmern
weniger denken und mehr fühlen
dreckige Teller schneller spülen
die Küche öfter sauber machen
nicht mehr über Scheißwitze lachen
jeden Tag mehr Liebe streuen
mehr riskieren, weniger bereuen
wieder öfter an die Nordsee fahren
mehr konsumieren, weniger sparen
mehr arbeiten, weniger slacken
mehr Eis kaufen und daran lecken
die Meinung breit an Häuserwände
allem, was nervt ein schnelles Ende
sich mehr und deutlicher positionieren
sich wieder trauen zu blamieren
mal andere Gesichter sehen
dem Packvolk aus dem Wege gehen
gute Musik noch lauter drehen
Gras wachsen hören und nicht mähen
auf der Straße besoffen tanzen
zwischen Pflastersteinen Blumen pflanzen
alle Gedanken zu Ende denken
mehr fordern und auch mehr verschenken
neue Frisur und aktualisiertes Gehirn
Dinge passieren lassen, die passieren
Perfektionismus ignorieren
und sich im Scheitern nicht verlieren
in ein paar Stunden die Welt wegsprengen
zu schönen Anti-Wellness-Klängen
auf jeden Fall aufhören Gedichte zu schreiben
die sich an Zeilenenden reimen ...
(emo-content, auch mal gut)
zum Jahresende Vorsatzlisten
machen sich nur Masochisten
die sich gerne quälen an der Welt
weil ihnen weiter nichts einfällt
die Qual an dieser Kacke ist
jeder Scheiß kommt on the list
den man täglich zu ändern imstande ist
und so füllt man die Liste mit Gewissensmist
doch viele Menschen in vielen Jahren
haben sich irgendwie festgefahren
also machen sie sich solche Listen
um ihr Gewissen auszumisten
und doch kam ich auf die Idee
jetzt wo ich solche Listen seh
auch mal eine zu erstellen
um mich einfach mitzuquälen ...
... also ...
gesünder essen, weniger rauchen
auch Dinge denken, die gedanklich schlauchen
sich nicht nur mit Stiften die Fahne beschriften
sondern die Gesamtscheiße nachhaltig vergiften
sich mehr um seine Freunde kümmern
und was du hasst sollst du zertrümmern
weniger denken und mehr fühlen
dreckige Teller schneller spülen
die Küche öfter sauber machen
nicht mehr über Scheißwitze lachen
jeden Tag mehr Liebe streuen
mehr riskieren, weniger bereuen
wieder öfter an die Nordsee fahren
mehr konsumieren, weniger sparen
mehr arbeiten, weniger slacken
mehr Eis kaufen und daran lecken
die Meinung breit an Häuserwände
allem, was nervt ein schnelles Ende
sich mehr und deutlicher positionieren
sich wieder trauen zu blamieren
mal andere Gesichter sehen
dem Packvolk aus dem Wege gehen
gute Musik noch lauter drehen
Gras wachsen hören und nicht mähen
auf der Straße besoffen tanzen
zwischen Pflastersteinen Blumen pflanzen
alle Gedanken zu Ende denken
mehr fordern und auch mehr verschenken
neue Frisur und aktualisiertes Gehirn
Dinge passieren lassen, die passieren
Perfektionismus ignorieren
und sich im Scheitern nicht verlieren
in ein paar Stunden die Welt wegsprengen
zu schönen Anti-Wellness-Klängen
auf jeden Fall aufhören Gedichte zu schreiben
die sich an Zeilenenden reimen ...
um
23:29
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Mittwoch, Dezember 28, 2011
Liebe hat zuviel Publikum.
Manchmal denkst du, dass du der einzige Mensch bist, der dieses eine Lied hören sollte, weil die anderen es alle nicht wert sind. Es gibt diesen einen Raum, es gibt diese Platte und es gibt dich, in dem soviel weiche Zärtlichkeit wohnt, dass der Körper eigentlich wegen emotionaler Überfüllung geschlossen gehört. Du greifst in die Hülle, ganz langsam ertasten deine Finger die Oberfläche des darin liegenden Objektes deiner einzigen Begierde und dann ist sie plötzlich da und ihr beiden geht, sabbernd vor Vorfreude zum Plattespieler. Du sabberst, das Objekt wiegt sich in deinen Händen. Du zitterst. Augen zu und undurch ...
Du legst das Runde auf das Runde und es beginnt sich zu drehen, alles beginnt sich zu drehen und in diesen Drehungen ist alles möglich. Alles dreht sich nur noch um euch. Da triffst du auf den Perfektionismus in Liedform und näherst dich ihm so vorsichtig wie möglich und weil du oldschool bist, willst du diese Single immer wieder hören und wieder und wieder und bei jedem neuen Anlauf begleitest du die Plattennadel wieder an den Rand der Scheibe und wenn der erste Ton nach ein paar warmen wohligen Knistergeräuschen erklingt, dann kommt da diese Extase in dich, die dich tanzen, singen und sich extra exorbitant fühlen machen will und du fühlst dich singen, spürst dich tanzen, erst mit winzigen Schritten, dann mit immer ausladenderen Gesten und fühlst dich so speziell, dass du denkst, dass du ab jetzt der einzige Mensch bist, dem dieses Gefühl zuteil werden darf. Du kuschelst mit der Platte, immer wenn du Zeit hast, du bist so sehr an ihr interessiert, dass sie sich zuweilen in deinen Lebensmittelpunkt dreht. Die Platte kann dich trösten, du kannst ihr alles erzählen, sie kann dir immer die richtigen Antworten auf jede deiner Lebenskrisen geben. Außerdem fühlst du die absolute Intimität. Diese Platte ist auschließlich für dich produziert worden. So geht es immer weiter. Tag für Tag, Nacht für Nacht, immer wenn Zeit ist zwischen dem Funktionieren, dann trefft ihr euch hier am Plattenregal und habt diese epochalen Momente miteinander. Und ihr Beat wird dein Herzschlag und ihr Klang wird deine Stimme.
Und an irgendeinem Tag sitzt du dann beim Bier mit irgendwem und er sagt, dass er sie auch kenne, sie ausprobiert habe, aber eben nur so lala fände und sofort willst du zuschlagen, hast kein Problem damit, dich zum Mörder zu machen, für sie. Dennoch fragst du nach dem warum. Und der Gegenübermensch nennt dir Gründe, die dieser Platte für das Prädikat Zeitlosigkeit fehlen und erschrocken stellst du nach wenigen Sätzen fest, dass er eventuell recht haben könnte, dass du die ganze Sache vielleicht überschätzt, über- oder falsch bewertet hast. Schnell fährst du auf deinem Klapprad nach Hause, nachdem du sie verteidigt hast, aber trotzdem hart verwirrt bist und legst sie auf und ja, verdammt, sie ist immer noch toll, aber allein durch ein paar blöd dahergesagte Sätze irgendeines beim Bier getroffenen Geschmacksfaschisten, ist sie irgendwie verwässerter und tranparenter geworden, wie ein mies gemachter Cocktail. Du hörst sie aber in dieser Nacht so oft, bis du in etwa wieder das Gefühl des Anfangs hast, aber ganz und konkret kommst du nicht mehr dahin zurück.
Und an irgendeinem anderen Tag stehst du mit irgendwem im Club, und ihr trinkt Mischgetränke mit stimmungsaufhellender Wirksamkeit und zur Vermeidung von zu viel Langeweile. Im Club, in dem du mit der Mittelmäßigkeit des Massengeschmacks beschallt wirst ist nämlich die Langeweile ein gern gesehener Gast und wenn man diesen im Vorfeld mit Mischgetränken stimmungsaufhellender Wirksamkeit blockieren kann, so tut man das doch. Ihr steht also rum und boykottiert schlechte Laune und dann kommt plötzlich sie vorbei, die du eigentlich nur von zuhause aus der Plattenhülle kennst und prostituiert sich erstmals vor deinen Ohren öffentlich. Eigentlich bist du so mischgetränksbetäubt, dass du jetzt und hier das alles abfeiern könntest, dass sie es endlich geschafft hat, so öffentlich zu werden, aber dann blickst du auf die Tanzfläche und siehst gleich mehrere Gruppen Idioten, die sich an sie ranwerfen und sie betanzen, als sei sie jemand, der auch Idioten repräsentiere. Platte, so haben wir nicht gewettet, denkst du und willst einfach in die Menge springen. Zwei oder drei von den Typen schaffst du doch bestimmt, bevor sie dich überwältigen können. Aber du verharrst still am Rand der Tanzfläche und starrst in dein Mischgetränk, weil du dich nicht mehr gucken traust, wie die Vollspackos sie mit ihren Falschgefühlen besudeln. Als sie aufhört, geht es wieder ein bißchen, aber du verlangst jetzt schneller nach mehr Mischgetränken und nach einem anderen Mischverhältnis innerhalb dieser Mischgetränke und am Ende der Nacht hast du sie fast vergessen, aber irgendwo in einer hinteren Ecke deines Bewußtseins zieht sie ihre Bahnen und so schnell wirst du die Liebe zu ihr auch nicht los. Schlimm war das auf jeden Fall, was du da erlebt hast, aber du willst um sie kämpfen, sagst du dir als du mittlerweile mischgetränksbesoffen ins Bett fällst. Nicht aber ohne zuvor noch ihre Hülle gestreichelt zu haben.
Und wieder gehen ein paar Tage ins Land, die irgendwo zwischen Beschissen- und Bescheidenheit daherkommen und plötzlich stehst du vor einer Konzertbühne und als irgendwer daher kam und meinte: "Geile neue Band, unbedingt mal angucken" und diesen Satz so einfach durch den Raum warf, als ginge es um eine neue Sorte Brotaufstrich oder einen neuen Feelgood-Movie aus Hollywood, und dir mit absolut dürftiger Beiläufigkeit ein Ticket zusteckte, da wolltest du schon Schluß machen, unbedingt jetzt Schluß machen, sofort nach Hause und sie in die Kiste mit dem irgendwann mal auf dem Trödelmarkt verscheuerbarem Material stecken und zwar nach gaaanz, gaaaanz unten, aber du hast dich trotzdem darauf eingelassen, weil du dir ein Bild von deinem zukünftigen, ehemaligen Lieblingslied machen wolltest und du bist mit irgendwem hingegangen und hast dich an die Bar gestellt, Mutmachbiere zischen. Dann kam sie und du hast das Haus kollektiv ausrasten sehen. Alle waren voll auf Gangbang, das Gefühl von Gangbang war allgegenwärtig und du kommst dir vor, als seist du an der Zimmerdecke festgedübelt und unfähig deine Augen zu schließen und auf dem riesigen Bett unter dir wird, das was du liebst, von tausend unfähigen Scheißtypen gegangbangt und sie war plötzlich eins der Löcher, die sich für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen und das auch noch irgendwie gutzufinden schien. Und du wolltest irgendwas tun, was zwischen Weinen, Kotzen, Umsichschlagen und Betrübtsein stattfindet und warst doch nur zu Letzterem fähig.
Zuhause hast du sie dann aus dem Regal genommen, hast sie dir noch einmal angehört, das ganze alte Ritual wiederholt und an euer Kennenlernen gedacht und gewußt, dass es so nie wieder sein wird. Trotzdem hast du ihr versprochen, sie nicht in die Trödelmarktkiste zu packen, dafür sei eure Vergangenheit einfach zu impulsiv und zu schön gewesen. Aber irgendeine Art Abschied passierte trotzdem, ganz unbeschadet lässt dich das alles nicht. Du stellst sie ins Regal, an einen besonderen Platz, so dass du sie nicht jedes Mal siehst, wenn du das Zimmer betrittst, aber auch so, dass du sie immer wiederfinden wirst. Ein Platz in deinem vor Liebe für sie fast zerplatzendem Herzen hat sie allemal ...
Manchmal denkst du, dass du der einzige Mensch bist, der dieses eine Lied hören sollte, weil die anderen es alle nicht wert sind. Es gibt diesen einen Raum, es gibt diese Platte und es gibt dich, in dem soviel weiche Zärtlichkeit wohnt, dass der Körper eigentlich wegen emotionaler Überfüllung geschlossen gehört. Du greifst in die Hülle, ganz langsam ertasten deine Finger die Oberfläche des darin liegenden Objektes deiner einzigen Begierde und dann ist sie plötzlich da und ihr beiden geht, sabbernd vor Vorfreude zum Plattespieler. Du sabberst, das Objekt wiegt sich in deinen Händen. Du zitterst. Augen zu und undurch ...
Du legst das Runde auf das Runde und es beginnt sich zu drehen, alles beginnt sich zu drehen und in diesen Drehungen ist alles möglich. Alles dreht sich nur noch um euch. Da triffst du auf den Perfektionismus in Liedform und näherst dich ihm so vorsichtig wie möglich und weil du oldschool bist, willst du diese Single immer wieder hören und wieder und wieder und bei jedem neuen Anlauf begleitest du die Plattennadel wieder an den Rand der Scheibe und wenn der erste Ton nach ein paar warmen wohligen Knistergeräuschen erklingt, dann kommt da diese Extase in dich, die dich tanzen, singen und sich extra exorbitant fühlen machen will und du fühlst dich singen, spürst dich tanzen, erst mit winzigen Schritten, dann mit immer ausladenderen Gesten und fühlst dich so speziell, dass du denkst, dass du ab jetzt der einzige Mensch bist, dem dieses Gefühl zuteil werden darf. Du kuschelst mit der Platte, immer wenn du Zeit hast, du bist so sehr an ihr interessiert, dass sie sich zuweilen in deinen Lebensmittelpunkt dreht. Die Platte kann dich trösten, du kannst ihr alles erzählen, sie kann dir immer die richtigen Antworten auf jede deiner Lebenskrisen geben. Außerdem fühlst du die absolute Intimität. Diese Platte ist auschließlich für dich produziert worden. So geht es immer weiter. Tag für Tag, Nacht für Nacht, immer wenn Zeit ist zwischen dem Funktionieren, dann trefft ihr euch hier am Plattenregal und habt diese epochalen Momente miteinander. Und ihr Beat wird dein Herzschlag und ihr Klang wird deine Stimme.
Und an irgendeinem Tag sitzt du dann beim Bier mit irgendwem und er sagt, dass er sie auch kenne, sie ausprobiert habe, aber eben nur so lala fände und sofort willst du zuschlagen, hast kein Problem damit, dich zum Mörder zu machen, für sie. Dennoch fragst du nach dem warum. Und der Gegenübermensch nennt dir Gründe, die dieser Platte für das Prädikat Zeitlosigkeit fehlen und erschrocken stellst du nach wenigen Sätzen fest, dass er eventuell recht haben könnte, dass du die ganze Sache vielleicht überschätzt, über- oder falsch bewertet hast. Schnell fährst du auf deinem Klapprad nach Hause, nachdem du sie verteidigt hast, aber trotzdem hart verwirrt bist und legst sie auf und ja, verdammt, sie ist immer noch toll, aber allein durch ein paar blöd dahergesagte Sätze irgendeines beim Bier getroffenen Geschmacksfaschisten, ist sie irgendwie verwässerter und tranparenter geworden, wie ein mies gemachter Cocktail. Du hörst sie aber in dieser Nacht so oft, bis du in etwa wieder das Gefühl des Anfangs hast, aber ganz und konkret kommst du nicht mehr dahin zurück.
Und an irgendeinem anderen Tag stehst du mit irgendwem im Club, und ihr trinkt Mischgetränke mit stimmungsaufhellender Wirksamkeit und zur Vermeidung von zu viel Langeweile. Im Club, in dem du mit der Mittelmäßigkeit des Massengeschmacks beschallt wirst ist nämlich die Langeweile ein gern gesehener Gast und wenn man diesen im Vorfeld mit Mischgetränken stimmungsaufhellender Wirksamkeit blockieren kann, so tut man das doch. Ihr steht also rum und boykottiert schlechte Laune und dann kommt plötzlich sie vorbei, die du eigentlich nur von zuhause aus der Plattenhülle kennst und prostituiert sich erstmals vor deinen Ohren öffentlich. Eigentlich bist du so mischgetränksbetäubt, dass du jetzt und hier das alles abfeiern könntest, dass sie es endlich geschafft hat, so öffentlich zu werden, aber dann blickst du auf die Tanzfläche und siehst gleich mehrere Gruppen Idioten, die sich an sie ranwerfen und sie betanzen, als sei sie jemand, der auch Idioten repräsentiere. Platte, so haben wir nicht gewettet, denkst du und willst einfach in die Menge springen. Zwei oder drei von den Typen schaffst du doch bestimmt, bevor sie dich überwältigen können. Aber du verharrst still am Rand der Tanzfläche und starrst in dein Mischgetränk, weil du dich nicht mehr gucken traust, wie die Vollspackos sie mit ihren Falschgefühlen besudeln. Als sie aufhört, geht es wieder ein bißchen, aber du verlangst jetzt schneller nach mehr Mischgetränken und nach einem anderen Mischverhältnis innerhalb dieser Mischgetränke und am Ende der Nacht hast du sie fast vergessen, aber irgendwo in einer hinteren Ecke deines Bewußtseins zieht sie ihre Bahnen und so schnell wirst du die Liebe zu ihr auch nicht los. Schlimm war das auf jeden Fall, was du da erlebt hast, aber du willst um sie kämpfen, sagst du dir als du mittlerweile mischgetränksbesoffen ins Bett fällst. Nicht aber ohne zuvor noch ihre Hülle gestreichelt zu haben.
Und wieder gehen ein paar Tage ins Land, die irgendwo zwischen Beschissen- und Bescheidenheit daherkommen und plötzlich stehst du vor einer Konzertbühne und als irgendwer daher kam und meinte: "Geile neue Band, unbedingt mal angucken" und diesen Satz so einfach durch den Raum warf, als ginge es um eine neue Sorte Brotaufstrich oder einen neuen Feelgood-Movie aus Hollywood, und dir mit absolut dürftiger Beiläufigkeit ein Ticket zusteckte, da wolltest du schon Schluß machen, unbedingt jetzt Schluß machen, sofort nach Hause und sie in die Kiste mit dem irgendwann mal auf dem Trödelmarkt verscheuerbarem Material stecken und zwar nach gaaanz, gaaaanz unten, aber du hast dich trotzdem darauf eingelassen, weil du dir ein Bild von deinem zukünftigen, ehemaligen Lieblingslied machen wolltest und du bist mit irgendwem hingegangen und hast dich an die Bar gestellt, Mutmachbiere zischen. Dann kam sie und du hast das Haus kollektiv ausrasten sehen. Alle waren voll auf Gangbang, das Gefühl von Gangbang war allgegenwärtig und du kommst dir vor, als seist du an der Zimmerdecke festgedübelt und unfähig deine Augen zu schließen und auf dem riesigen Bett unter dir wird, das was du liebst, von tausend unfähigen Scheißtypen gegangbangt und sie war plötzlich eins der Löcher, die sich für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen und das auch noch irgendwie gutzufinden schien. Und du wolltest irgendwas tun, was zwischen Weinen, Kotzen, Umsichschlagen und Betrübtsein stattfindet und warst doch nur zu Letzterem fähig.
Zuhause hast du sie dann aus dem Regal genommen, hast sie dir noch einmal angehört, das ganze alte Ritual wiederholt und an euer Kennenlernen gedacht und gewußt, dass es so nie wieder sein wird. Trotzdem hast du ihr versprochen, sie nicht in die Trödelmarktkiste zu packen, dafür sei eure Vergangenheit einfach zu impulsiv und zu schön gewesen. Aber irgendeine Art Abschied passierte trotzdem, ganz unbeschadet lässt dich das alles nicht. Du stellst sie ins Regal, an einen besonderen Platz, so dass du sie nicht jedes Mal siehst, wenn du das Zimmer betrittst, aber auch so, dass du sie immer wiederfinden wirst. Ein Platz in deinem vor Liebe für sie fast zerplatzendem Herzen hat sie allemal ...
um
15:57
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Montag, Dezember 12, 2011
Verehrte Leserinnen und Leser,
2012 nähert sich in riesigen Schritten und trägt an den Füßen eine Mischung aus Ballettschuhen und Kampfstiefeln.
Momentan ordne ich die Ideen für zu schreibende Bücher und andere Projekte und mache so Tests mit mir selbst. Das sieht ungefähr so aus:
Idee: Schreib mich auf, Mistsau.
Dirk: Och nö, nicht du schon wieder.
Idee: Ey, ich bin ganz neu.
Dirk: Ne, bestimmt nicht, erst letztens warst du schon hier, mit deinen ganzen billigen Musenschlampen und da hast du mir auch schon nicht gefallen, also mach dich weg.
Idee2: Hallo!
Dirk: Kennen wir uns?
Idee2: Ne, ich bin neu hier und wollt mich nach Arbeit erkundigen, freiberufliche Idee, quasi.
Dirk: Cool, komm rein. Was kannst du denn so?
Idee: Ey, Mistsau, hör auf mit dieser Schlampe anzubandeln, bau lieber auf das auf, was du kennst ...
Dirk + Idee2: Maul!
Dirk: Also, wo waren wir? Zeugnisse? Fortbildungsnachweise? Lebenslauf?
Idee2: Also ich kann dir Dinge ins Gehirn pumpen, die zu Sprache werden, da werden dir die Ohren und die Geschlechtsteile schlackern ...
Dirk: Nicht uninteressant ...
Idee3: Tach, is hier noch Platz?
Dirk: Wieviele Personen?
Idee3: Ungefähr 7.
Dirk: Klar, kommt rein ...
Idee4 - 11: Tach, wir waren grad in der Gegend und dachten uns, wir schaun mal vorbei ...
Idee6: Wo is mein Ritalin, verdammt?
Idee8: Schreib endlich deine Biographie, du hast in den letzten 10 Minuten genug erlebt ...
Dirk: Setzt euch, ich mach uns mal ne Kanne Kaffee ...
Ja, undsoweiter halt. Dinge aus Zukunft werfen mit Schatten um sich und so. Da bring ich grad konzeptionelle Ordnung rein. Das ist einfacher, als es jetzt vielleicht aussieht.
Was aber schon klar ist: Es wird Anfang 2012 auch wieder Lesungen geben. Hier die bereits bestätigten Termine:
12.01. Halle - Ulrich Medien
18.01. Bremen - Moments
21.01. Köln - Blänke
10.02. Aachen - Jakobshof
11.02. Ibbenbüren - Scheune
24.02. Coesfeld - Fabrik (mit dem großartigen Sven-André Dreyer und Musik)
29.02. Bonn - Limes Club
02.03. Murnau - Westtorhalle
05.- 11.03. Tour de Suisse (mit Christoph Strasser)
05.03. Frauenfeld - Domicil
06.03. Konstanz - K9
07.03. Zürich - X-tra
08.03. Cham - Lorzensaal
09.03. St. Gallen - Die Box
10.03. Basel - Unternehmen Mitte
11.03. Münsterlingen - Psychiatrische Klinik
15.03. Dresden - Thalia Kino
16. - 18.03. Buchmesse Leipzig
16.03. Leipzig - Mc Cormacks Ballroom (mit den werten Kollegen Christian von Aster und Jan-(!!!)Uwe Fitz/Der Vergrämer)
21.03. Braunschweig - Literaturjugendfestival 2012
22.03. Hamburg - Haus73
23.03. Neustadt/Holstein - Kulturwerkstatt Forum
24.03. CH-Winterthur - Kellertheater
25.04. Erfurt - Uni-K.U.M.
Diese Liste wird ab und an mal aktualisiert, einfach mal reingucken auf www.dirkbernemann.de/termine!!!
Dann wird es 2012 noch was anderes hart Tolles geben. Und zwar wird "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" auf Theaterbühnenbretter gestellt. So richtig. Mit Schauspielern, Licht, Proben, Premiere, roter Teppich und dem ganzen großartigen Scheiß. Geilgeilgeil. Das mutige Theater, dass sich dieser Sache angenommen hat heißt "theater und so fort" und befindet sich in München. Premiere ist am 13. April und Tickets sind ab jetzt reservierbar und zwar unter Telefon: 089 / 23219877
Der Rest der Projekte, die ich 2012 auf die Startbahn stelle, hat das Potential mich reich, berühmt und unvergessen zu machen, genau so könnten sie der Spaten sein, der mein Grab aushebt. Nun denn, ich bin auf jeden Fall gespannt,
danke fürs Dabeisein und schon mal alles Gute,
yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
2012 nähert sich in riesigen Schritten und trägt an den Füßen eine Mischung aus Ballettschuhen und Kampfstiefeln.
Momentan ordne ich die Ideen für zu schreibende Bücher und andere Projekte und mache so Tests mit mir selbst. Das sieht ungefähr so aus:
Idee: Schreib mich auf, Mistsau.
Dirk: Och nö, nicht du schon wieder.
Idee: Ey, ich bin ganz neu.
Dirk: Ne, bestimmt nicht, erst letztens warst du schon hier, mit deinen ganzen billigen Musenschlampen und da hast du mir auch schon nicht gefallen, also mach dich weg.
Idee2: Hallo!
Dirk: Kennen wir uns?
Idee2: Ne, ich bin neu hier und wollt mich nach Arbeit erkundigen, freiberufliche Idee, quasi.
Dirk: Cool, komm rein. Was kannst du denn so?
Idee: Ey, Mistsau, hör auf mit dieser Schlampe anzubandeln, bau lieber auf das auf, was du kennst ...
Dirk + Idee2: Maul!
Dirk: Also, wo waren wir? Zeugnisse? Fortbildungsnachweise? Lebenslauf?
Idee2: Also ich kann dir Dinge ins Gehirn pumpen, die zu Sprache werden, da werden dir die Ohren und die Geschlechtsteile schlackern ...
Dirk: Nicht uninteressant ...
Idee3: Tach, is hier noch Platz?
Dirk: Wieviele Personen?
Idee3: Ungefähr 7.
Dirk: Klar, kommt rein ...
Idee4 - 11: Tach, wir waren grad in der Gegend und dachten uns, wir schaun mal vorbei ...
Idee6: Wo is mein Ritalin, verdammt?
Idee8: Schreib endlich deine Biographie, du hast in den letzten 10 Minuten genug erlebt ...
Dirk: Setzt euch, ich mach uns mal ne Kanne Kaffee ...
Ja, undsoweiter halt. Dinge aus Zukunft werfen mit Schatten um sich und so. Da bring ich grad konzeptionelle Ordnung rein. Das ist einfacher, als es jetzt vielleicht aussieht.
Was aber schon klar ist: Es wird Anfang 2012 auch wieder Lesungen geben. Hier die bereits bestätigten Termine:
12.01. Halle - Ulrich Medien
18.01. Bremen - Moments
21.01. Köln - Blänke
10.02. Aachen - Jakobshof
11.02. Ibbenbüren - Scheune
24.02. Coesfeld - Fabrik (mit dem großartigen Sven-André Dreyer und Musik)
29.02. Bonn - Limes Club
02.03. Murnau - Westtorhalle
05.- 11.03. Tour de Suisse (mit Christoph Strasser)
05.03. Frauenfeld - Domicil
06.03. Konstanz - K9
07.03. Zürich - X-tra
08.03. Cham - Lorzensaal
09.03. St. Gallen - Die Box
10.03. Basel - Unternehmen Mitte
11.03. Münsterlingen - Psychiatrische Klinik
15.03. Dresden - Thalia Kino
16. - 18.03. Buchmesse Leipzig
16.03. Leipzig - Mc Cormacks Ballroom (mit den werten Kollegen Christian von Aster und Jan-(!!!)Uwe Fitz/Der Vergrämer)
21.03. Braunschweig - Literaturjugendfestival 2012
22.03. Hamburg - Haus73
23.03. Neustadt/Holstein - Kulturwerkstatt Forum
24.03. CH-Winterthur - Kellertheater
25.04. Erfurt - Uni-K.U.M.
Diese Liste wird ab und an mal aktualisiert, einfach mal reingucken auf www.dirkbernemann.de/termine!!!
Dann wird es 2012 noch was anderes hart Tolles geben. Und zwar wird "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" auf Theaterbühnenbretter gestellt. So richtig. Mit Schauspielern, Licht, Proben, Premiere, roter Teppich und dem ganzen großartigen Scheiß. Geilgeilgeil. Das mutige Theater, dass sich dieser Sache angenommen hat heißt "theater und so fort" und befindet sich in München. Premiere ist am 13. April und Tickets sind ab jetzt reservierbar und zwar unter Telefon: 089 / 23219877
Der Rest der Projekte, die ich 2012 auf die Startbahn stelle, hat das Potential mich reich, berühmt und unvergessen zu machen, genau so könnten sie der Spaten sein, der mein Grab aushebt. Nun denn, ich bin auf jeden Fall gespannt,
danke fürs Dabeisein und schon mal alles Gute,
yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
um
15:25
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Mittwoch, Dezember 07, 2011
Antworten auf nie gestellte Fragen
Zeit für Antworten auf ungestellte Fragen. Du bemerkst ja immer, das irgendwas unausgesprochen bleibt und weißt auch, dass Worte, alle Worte, die du jemals verlieren kannst nicht die Zustände beschreiben können, die vorherrschen. Also, nimm dein Glas, mach es voll, trink es leer, mach es nochmal voll, trink es nochmal leer, wiederhole diesen Vorgang mehrfach und schrei die ungefragten Antworten in die Runde derer, die damit eh nichts anzufangen wissen.
Nein, ich liebe dich nicht. Was weiß ich. Bestimmt grün. Das Gegenteil dessen, was du bist. Das steht nicht zur Debatte. Natürlich weiß ich mich außerparlamentarisch einzuordnen. Punkrock! Halt die Fresse. Dieser Mensch hätte eine Exekution mehr als verdient. Ich könnte diesen Scheißdreck mit einer Gegenfrage beantworten, die da lautet: Wieso ich und warum jetzt?
Klar doch. Zwei zu eins, beide Tore Podolski. Diese Frau ist eine genügsame Mischung aus blöd und böse. Von der Welt überwältigt. Ein Haufen Scheiße ist immer auch eine Meinung. Ja klar, denn jeder beschissene noch so ekelhafte Ekel ist immer auch das Anzeichen einer verdrängten Lust. Es folgt keiner bedingungslosen Logik, sich auf Selbstmordforen rumzutreiben und dort Brecht-Gedichte zu analysieren.
Und genau das ist der Unterschied zwischen mir und denen. Bindungphobie. Zuerst habe ich sie geküsst wie etwas, was man eigentlich aufessen möchte und dann hab ich sie gefickt wie etwas, was man eigentlich zerstören möchte. Orchideen wachsen ja quasi überall, man kann sie quasi auf dem Bettlaken züchten, die fressen quasi alles, Orchideen sind also die Schweine unter den Blumen.
Alles, was diese Leute machen mußten, ist sich die Mühe machen, geboren zu werden und dann diese Existenz aufrecht zu erhalten, dass es wie ein Leben aussieht. Irgendwann werden sie schon drauf kommen, dass ich ein verdammter Betrüger bin und dann werden sie zu Hunderten meine Wohnung stürmen und mir alles wegnehmen. Das gehört mir. Auf der geschlossenen Station wegen geöffneter Arme. Ich lach mich kaputt. Glühwein mit Amaretto bitte.
Die Liebe mit der manche Leute ihre Bildzeitung umblättern und falten ist eine ganz andere Liebe, mit der sie beispielsweise ihren Ehepartnern begegnen. Haha! Das sind doch abstrakte modische Belanglosigkeiten, ob eine Mütze eine Frisur ergänzt oder einfach nur unbrauchbar macht. Umverteiungsmaßnahmen. Wir haben alle mehr Kraft als wir jemals brauchen werden. Gerne. Apfelkorn. Dieser Fotograf ist so gut, dass wenn du an einem Plakat von ihm vorbeigingest, auf dem er ein Nudelgericht mit Soße abgelichet hat und du zufällig ein paar Stücke Brot mit dir führen würdest, du ohne dreimal drüber nachzudenken dein scheiß Brot über das Plakat reiben würdest.
Der Text heißt: mein Schwanz und ich, eine Shortstory. Kommunismus. Weiß ich nicht. Hau bloß ab mit diesem Scheiß. Hmm. Ja. Wenn ich eine Blume wäre, wäre ich ein essbarer Kaktus, der dich mit seinem verheißenden Geruch anlockt, aber du musst dich erst mal durch die Stacheln beißen, um an das Innere zu gelangen. Genau, die Leute in Fukushima wurden radioaktiv verscheucht. Nein, keine Gegenfrage. Mein Mittelfinger, links. Nur beim Pinkeln. Das ist die unkritische Masse. Niemals. Explosionen. Immer.
Großartig. Oscar Wilde. Immer wieder und immer gerne. Mouton Rothschild 1945, Alter. Diäten tun immer so, als hätte irgendwer die Kontrolle über sein Leben. Fick dich. Da es so unzählig viele Arten zu sterben gibt, ist die Schlimmste wohl, am leben zu bleiben. Garantiert. Das ist der Schlußsatz meiner Biographie. Schnick schnack schnuck, paffe Fresse. Stolz ist ein eigenartiges Gefühl, dass ich nur in absoluten Ausnahmefällen ertrage und es fühlt sich dann noch meistens falsch an. Feuer.
Grindcore. Erdbeereis. Die überstehenden Waffelreste, die man aus dem Waffeleisen pult. Darauf gibt es keine Antwort. Das hat mit Politik nichts zu tun. Natürlich bin ich durcheinander. Im Comicladen. Abgrundtiefe Liebe. Berlin. Wenn er meine Hand hält und dann diese Dinge passieren, die immer passieren, da ist auch schon mal Glück dabei. Die Bücher von Elfriede Jelinek, speziell Die Klavierspielerin. Mein Hass darauf ist so stark, dass er mit Adjektiven nicht mehr zu beschreiben ist.
Wenn einer wie du eine wie sie und dann ... ach du weißt schon. Meine drei Lieblingsplatten wurden alle vor 1975 aufgenommen. Rot. Es war ein langer Weg und Blasmusik war immer schon meine Art Gefühle auszudrücken. Pure, nackte, unansehnliche Gewalt. Siechen oder Siegen. Ich weiß. Definitiv vielleicht. Meinungsinkontinenz. Fjeden.
Alle diese Antworten wurden heute nicht erbeten. Ich habe sie trotzdem hingeschrieben, weil es manchmal mehr Antworten als Fragen auf der Welt hat und das Ding ist immer noch ein Puzzle, wo häufig irgendwelche Teile nicht zueinanderpassen und dann erst jemand mit dem Hammer kommen muss, um Korrekturmaßnahmen zu veranlassen. Aber bevor das passiert, beantworte ich lieber weiterhin ungestellte Fragen.
Zeit für Antworten auf ungestellte Fragen. Du bemerkst ja immer, das irgendwas unausgesprochen bleibt und weißt auch, dass Worte, alle Worte, die du jemals verlieren kannst nicht die Zustände beschreiben können, die vorherrschen. Also, nimm dein Glas, mach es voll, trink es leer, mach es nochmal voll, trink es nochmal leer, wiederhole diesen Vorgang mehrfach und schrei die ungefragten Antworten in die Runde derer, die damit eh nichts anzufangen wissen.
Nein, ich liebe dich nicht. Was weiß ich. Bestimmt grün. Das Gegenteil dessen, was du bist. Das steht nicht zur Debatte. Natürlich weiß ich mich außerparlamentarisch einzuordnen. Punkrock! Halt die Fresse. Dieser Mensch hätte eine Exekution mehr als verdient. Ich könnte diesen Scheißdreck mit einer Gegenfrage beantworten, die da lautet: Wieso ich und warum jetzt?
Klar doch. Zwei zu eins, beide Tore Podolski. Diese Frau ist eine genügsame Mischung aus blöd und böse. Von der Welt überwältigt. Ein Haufen Scheiße ist immer auch eine Meinung. Ja klar, denn jeder beschissene noch so ekelhafte Ekel ist immer auch das Anzeichen einer verdrängten Lust. Es folgt keiner bedingungslosen Logik, sich auf Selbstmordforen rumzutreiben und dort Brecht-Gedichte zu analysieren.
Und genau das ist der Unterschied zwischen mir und denen. Bindungphobie. Zuerst habe ich sie geküsst wie etwas, was man eigentlich aufessen möchte und dann hab ich sie gefickt wie etwas, was man eigentlich zerstören möchte. Orchideen wachsen ja quasi überall, man kann sie quasi auf dem Bettlaken züchten, die fressen quasi alles, Orchideen sind also die Schweine unter den Blumen.
Alles, was diese Leute machen mußten, ist sich die Mühe machen, geboren zu werden und dann diese Existenz aufrecht zu erhalten, dass es wie ein Leben aussieht. Irgendwann werden sie schon drauf kommen, dass ich ein verdammter Betrüger bin und dann werden sie zu Hunderten meine Wohnung stürmen und mir alles wegnehmen. Das gehört mir. Auf der geschlossenen Station wegen geöffneter Arme. Ich lach mich kaputt. Glühwein mit Amaretto bitte.
Die Liebe mit der manche Leute ihre Bildzeitung umblättern und falten ist eine ganz andere Liebe, mit der sie beispielsweise ihren Ehepartnern begegnen. Haha! Das sind doch abstrakte modische Belanglosigkeiten, ob eine Mütze eine Frisur ergänzt oder einfach nur unbrauchbar macht. Umverteiungsmaßnahmen. Wir haben alle mehr Kraft als wir jemals brauchen werden. Gerne. Apfelkorn. Dieser Fotograf ist so gut, dass wenn du an einem Plakat von ihm vorbeigingest, auf dem er ein Nudelgericht mit Soße abgelichet hat und du zufällig ein paar Stücke Brot mit dir führen würdest, du ohne dreimal drüber nachzudenken dein scheiß Brot über das Plakat reiben würdest.
Der Text heißt: mein Schwanz und ich, eine Shortstory. Kommunismus. Weiß ich nicht. Hau bloß ab mit diesem Scheiß. Hmm. Ja. Wenn ich eine Blume wäre, wäre ich ein essbarer Kaktus, der dich mit seinem verheißenden Geruch anlockt, aber du musst dich erst mal durch die Stacheln beißen, um an das Innere zu gelangen. Genau, die Leute in Fukushima wurden radioaktiv verscheucht. Nein, keine Gegenfrage. Mein Mittelfinger, links. Nur beim Pinkeln. Das ist die unkritische Masse. Niemals. Explosionen. Immer.
Großartig. Oscar Wilde. Immer wieder und immer gerne. Mouton Rothschild 1945, Alter. Diäten tun immer so, als hätte irgendwer die Kontrolle über sein Leben. Fick dich. Da es so unzählig viele Arten zu sterben gibt, ist die Schlimmste wohl, am leben zu bleiben. Garantiert. Das ist der Schlußsatz meiner Biographie. Schnick schnack schnuck, paffe Fresse. Stolz ist ein eigenartiges Gefühl, dass ich nur in absoluten Ausnahmefällen ertrage und es fühlt sich dann noch meistens falsch an. Feuer.
Grindcore. Erdbeereis. Die überstehenden Waffelreste, die man aus dem Waffeleisen pult. Darauf gibt es keine Antwort. Das hat mit Politik nichts zu tun. Natürlich bin ich durcheinander. Im Comicladen. Abgrundtiefe Liebe. Berlin. Wenn er meine Hand hält und dann diese Dinge passieren, die immer passieren, da ist auch schon mal Glück dabei. Die Bücher von Elfriede Jelinek, speziell Die Klavierspielerin. Mein Hass darauf ist so stark, dass er mit Adjektiven nicht mehr zu beschreiben ist.
Wenn einer wie du eine wie sie und dann ... ach du weißt schon. Meine drei Lieblingsplatten wurden alle vor 1975 aufgenommen. Rot. Es war ein langer Weg und Blasmusik war immer schon meine Art Gefühle auszudrücken. Pure, nackte, unansehnliche Gewalt. Siechen oder Siegen. Ich weiß. Definitiv vielleicht. Meinungsinkontinenz. Fjeden.
Alle diese Antworten wurden heute nicht erbeten. Ich habe sie trotzdem hingeschrieben, weil es manchmal mehr Antworten als Fragen auf der Welt hat und das Ding ist immer noch ein Puzzle, wo häufig irgendwelche Teile nicht zueinanderpassen und dann erst jemand mit dem Hammer kommen muss, um Korrekturmaßnahmen zu veranlassen. Aber bevor das passiert, beantworte ich lieber weiterhin ungestellte Fragen.
um
03:31
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Montag, November 28, 2011
foto
Ich möchte diesen Moment festhalten, Digitalkamera,
denn soeben bin ich glücklich, also halt das fest,
das geht doch, oder? So eine kleine Konservendose
Glück für nochmal später zum Liebhaben für die Ewigkeit
und die Kamera sagt ja und bssst und setzt anschließend
aus verschiedenen Pixeln etwas zusammen, was denn Realität war und ich so:
schön ...
und der Speicher wird weicher, dein Kopf ein Fotolabor aus
Milliarden von Momenten, die du alle gesammelt hast und die
sich in dein Bewußtsein drücken, manche klein wie Kolibriküken,
andere von epochaler und ozeanischer Weite und Tiefe und gut,
so denkst du,
dass du
unterscheiden und filtern kannst
zwischen
Belang
und
Langeweile
Es ist kitschig, sein Herz zu befragen, aber erwachsene Männer
singen darüber, dass man sein Herz befragen kann, und dann immer tun soll,
was es sagt, also befragst du dein Herz, ob es mal kurz einen kleinen Moment freigeben kann, so ein digital konservierter, so einer von früher, so mit Dreirad
oder Tannebaum, der einem sagt, dass doch damals die Welt schön schwarz/weiß war und heute hat sich durch Momentemaximierung alles so entwickelt, dass du kaum noch solche Momente haben kannst.
du erinnerst dich manchmal gern an deine alte Analogkamera, die wo man so am Rad drehen musste und das schöne mechanische Geräusch des Filmweitertransportierens und die Nervosität beim Filmabholen und die freundlichen und trotzdem irgendwie verballerten Augen der Frau K. in der Drogerie, die immer so aussah, als hätte sie alle deine Fotos schon gesehen und die sich fragt, warum man gerade das als Moment speichern wollte ...
du blätterst manchmal zu gern im Fotoalbum aus Altmomenten, dass du kaum mehr die möglichen Neumomente siehst und dein emotionaler Spamfilter lässt ja längst nicht mehr alles durch, du kannst die Speicherkarte trotzdem niemals ganz löschen, obwohl du dir das manchmal wünscht, dass deine Biographie etwas entzerrter und ohne diese riesig weite Spanne zwischen Hysterie und Erbarmungslosigkeit ausgekommen wäre,
aber jetzt
jetzt
ist das
auch mal
egal
und du machst ein Foto
von diesem einen
guten Moment
die Kamera sagt: bsssst
und ihr Display zeigt
dir, dass es weiter
geht ...
Ich möchte diesen Moment festhalten, Digitalkamera,
denn soeben bin ich glücklich, also halt das fest,
das geht doch, oder? So eine kleine Konservendose
Glück für nochmal später zum Liebhaben für die Ewigkeit
und die Kamera sagt ja und bssst und setzt anschließend
aus verschiedenen Pixeln etwas zusammen, was denn Realität war und ich so:
schön ...
und der Speicher wird weicher, dein Kopf ein Fotolabor aus
Milliarden von Momenten, die du alle gesammelt hast und die
sich in dein Bewußtsein drücken, manche klein wie Kolibriküken,
andere von epochaler und ozeanischer Weite und Tiefe und gut,
so denkst du,
dass du
unterscheiden und filtern kannst
zwischen
Belang
und
Langeweile
Es ist kitschig, sein Herz zu befragen, aber erwachsene Männer
singen darüber, dass man sein Herz befragen kann, und dann immer tun soll,
was es sagt, also befragst du dein Herz, ob es mal kurz einen kleinen Moment freigeben kann, so ein digital konservierter, so einer von früher, so mit Dreirad
oder Tannebaum, der einem sagt, dass doch damals die Welt schön schwarz/weiß war und heute hat sich durch Momentemaximierung alles so entwickelt, dass du kaum noch solche Momente haben kannst.
du erinnerst dich manchmal gern an deine alte Analogkamera, die wo man so am Rad drehen musste und das schöne mechanische Geräusch des Filmweitertransportierens und die Nervosität beim Filmabholen und die freundlichen und trotzdem irgendwie verballerten Augen der Frau K. in der Drogerie, die immer so aussah, als hätte sie alle deine Fotos schon gesehen und die sich fragt, warum man gerade das als Moment speichern wollte ...
du blätterst manchmal zu gern im Fotoalbum aus Altmomenten, dass du kaum mehr die möglichen Neumomente siehst und dein emotionaler Spamfilter lässt ja längst nicht mehr alles durch, du kannst die Speicherkarte trotzdem niemals ganz löschen, obwohl du dir das manchmal wünscht, dass deine Biographie etwas entzerrter und ohne diese riesig weite Spanne zwischen Hysterie und Erbarmungslosigkeit ausgekommen wäre,
aber jetzt
jetzt
ist das
auch mal
egal
und du machst ein Foto
von diesem einen
guten Moment
die Kamera sagt: bsssst
und ihr Display zeigt
dir, dass es weiter
geht ...
um
12:28
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Donnerstag, November 17, 2011
occupy Dich selbst, Alter ...
Da ist wieder so eine Bewegung am Start. Zuerst hörtest du nur ein Flüstern, dann das Trommeln pädagogisch angestellter Grünwähler, dann das zornige, aber immer noch ohne Scheiben von Banken einwerfen auskommende Massenaufgelaufe, welches auf demokratischen Kundgebungen gipfelte und man kam sich stellenweise vor, als ob das hier wirklich Demokratie sei. Anschließend, weil ja alles immer schön im Fluß zu sein hat und es immer Flut und Ebbe als unumstössliches Naturgesetz gibt, geht die Wellenbewegung der anständig Aufständischen wieder runter. Und das Interesse an der eigenen Rente ( ... rente sich, wer kann ...) und am Sparvertrag wächst, parallel zur Angst vor dem, was nach dem Kapitalismus kommen könnte. Luftballons gegen Finanzallmachtswahnsinn. Kaffeekränzchen gegen Kommerzkoma. Man schafft sich hier eine Riotidylle und irgendwie auch den Zorn ab. Ebbe, Ebbe, Stillstand. Die Reste der Proteste.
Dem Crash Course of angehende Protestkultur folgt hierzulande sehr oft der Crash Course of brutale Ernüchterung. Und man fühlt sich als jemand, der genau sowas immer kritisiert wie ein Komponist für Warteschleifenmusik. ... please hold the line, the next revolution is waiting for you ...
Wie schön, diese Demokultur als Happening. Aber nothing happens, irgendwie und dann die Rückkehr ins angezahlte Eigenheim mit der Leasingkarre vor der Tür, laberst du in dein Iphone rein, dass du jetzt auch mal die Schnauze voll hast vom Kapitalismus und die Ackermänner dieser Welt sich mal warm anziehn solln. Dass sie aber seit Jahren schon so warm angezogen sind, dass sie vor lauter Jacken über den Anzügen nicht mehr merken, was anderen wehtut und über dein Trommeln und so lachen, könntest du in den Gesichtern von es nicht mehr schaffenden Langzeitarbeitslosen ablesen. Aber Langzeitarbeitslosengesichterlesen deprimiert dich zutiefst. Und was dich deprimiert, gehört nicht in dein Leben.
Und so ganz nebenbei verarscht dich dein Verfassungsschutz, der in so einer schlechten Verfassung zu sein scheint, dass er über rechtsradikale Mordserien stolpert und nicht mal hinfällt dabei. Irgendeiner, der neben dir auf der Demo stand sagte: "Ein Staat, der Grundlagen bietet, in dem sich derartige Strukturen entwickeln und festigen können, hat nicht mehr das Recht, demokratisch genannt zu werden." Du hieltest das doch für arg überzogen. Übertreibungen wie diese gehören für dich auf Kabarettbühnen, bei denen du gern im Publikum sitzt und dich mit Erfrischungsgetränken zudröhnst, bis du so erfrischt bist, dass du kaum noch was merkst.
Wir sollten uns wieder mehr an Kindern orientieren. Erst heute war ich auf einem Kindergeburtstag auf dem ein 3jähriger, der seinen eigenen Schnodder aß, einen Plastikbus durch die Luft warf und daraufhin laut brüllte: "Der Astronaut sitzt im Bus und fährt in den Urlaub." Die erschrockene Mutter maßregelte ihren Sohn, sich bitte jetzt mal anzupassen und ruhig zu verhalten. Dann sagte sie ihm noch, in ihrer eigens für sie passenden Angepaßtheit einer Angepassten mit Unangepaßtenangst, dass der Astronaut nicht mit dem Bus in den Urlaub fahre, sondern dass er doch dafür ein Raumschiff besäße. Das Kind aß weiter Schnodder und warf den Bus erneut durch die Gegend. "Der Astronaut sitzt im Bus und fährt in den Urlaub", schrie das Kind und schäumte aus der Nase, bevor es mit mütterlicher Verbaldemokratie zum Aufräumen gezwungen wurde.
Kinder sind so cool, aber man gewähre ihnen bitte die Anarchie, die in ihren jungen Leben stattzufinden hat. Und sich selbst bitte auch.
Esst mehr Schnodder.
Werft mehr Busse.
Danke.
Da ist wieder so eine Bewegung am Start. Zuerst hörtest du nur ein Flüstern, dann das Trommeln pädagogisch angestellter Grünwähler, dann das zornige, aber immer noch ohne Scheiben von Banken einwerfen auskommende Massenaufgelaufe, welches auf demokratischen Kundgebungen gipfelte und man kam sich stellenweise vor, als ob das hier wirklich Demokratie sei. Anschließend, weil ja alles immer schön im Fluß zu sein hat und es immer Flut und Ebbe als unumstössliches Naturgesetz gibt, geht die Wellenbewegung der anständig Aufständischen wieder runter. Und das Interesse an der eigenen Rente ( ... rente sich, wer kann ...) und am Sparvertrag wächst, parallel zur Angst vor dem, was nach dem Kapitalismus kommen könnte. Luftballons gegen Finanzallmachtswahnsinn. Kaffeekränzchen gegen Kommerzkoma. Man schafft sich hier eine Riotidylle und irgendwie auch den Zorn ab. Ebbe, Ebbe, Stillstand. Die Reste der Proteste.
Dem Crash Course of angehende Protestkultur folgt hierzulande sehr oft der Crash Course of brutale Ernüchterung. Und man fühlt sich als jemand, der genau sowas immer kritisiert wie ein Komponist für Warteschleifenmusik. ... please hold the line, the next revolution is waiting for you ...
Wie schön, diese Demokultur als Happening. Aber nothing happens, irgendwie und dann die Rückkehr ins angezahlte Eigenheim mit der Leasingkarre vor der Tür, laberst du in dein Iphone rein, dass du jetzt auch mal die Schnauze voll hast vom Kapitalismus und die Ackermänner dieser Welt sich mal warm anziehn solln. Dass sie aber seit Jahren schon so warm angezogen sind, dass sie vor lauter Jacken über den Anzügen nicht mehr merken, was anderen wehtut und über dein Trommeln und so lachen, könntest du in den Gesichtern von es nicht mehr schaffenden Langzeitarbeitslosen ablesen. Aber Langzeitarbeitslosengesichterlesen deprimiert dich zutiefst. Und was dich deprimiert, gehört nicht in dein Leben.
Und so ganz nebenbei verarscht dich dein Verfassungsschutz, der in so einer schlechten Verfassung zu sein scheint, dass er über rechtsradikale Mordserien stolpert und nicht mal hinfällt dabei. Irgendeiner, der neben dir auf der Demo stand sagte: "Ein Staat, der Grundlagen bietet, in dem sich derartige Strukturen entwickeln und festigen können, hat nicht mehr das Recht, demokratisch genannt zu werden." Du hieltest das doch für arg überzogen. Übertreibungen wie diese gehören für dich auf Kabarettbühnen, bei denen du gern im Publikum sitzt und dich mit Erfrischungsgetränken zudröhnst, bis du so erfrischt bist, dass du kaum noch was merkst.
Wir sollten uns wieder mehr an Kindern orientieren. Erst heute war ich auf einem Kindergeburtstag auf dem ein 3jähriger, der seinen eigenen Schnodder aß, einen Plastikbus durch die Luft warf und daraufhin laut brüllte: "Der Astronaut sitzt im Bus und fährt in den Urlaub." Die erschrockene Mutter maßregelte ihren Sohn, sich bitte jetzt mal anzupassen und ruhig zu verhalten. Dann sagte sie ihm noch, in ihrer eigens für sie passenden Angepaßtheit einer Angepassten mit Unangepaßtenangst, dass der Astronaut nicht mit dem Bus in den Urlaub fahre, sondern dass er doch dafür ein Raumschiff besäße. Das Kind aß weiter Schnodder und warf den Bus erneut durch die Gegend. "Der Astronaut sitzt im Bus und fährt in den Urlaub", schrie das Kind und schäumte aus der Nase, bevor es mit mütterlicher Verbaldemokratie zum Aufräumen gezwungen wurde.
Kinder sind so cool, aber man gewähre ihnen bitte die Anarchie, die in ihren jungen Leben stattzufinden hat. Und sich selbst bitte auch.
Esst mehr Schnodder.
Werft mehr Busse.
Danke.
um
01:54
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Sonntag, November 06, 2011
Die Enge der Städte
Und dann wieder in der Stadt. Gehen. Gehen. Gehen. Immer nur gehen, moderne Menschen, die gehen, sparen bau und sich ihre Hoffnungen fürs Finale auf. Und gehen, gehen, gehen, Bewegung ist wichtig. Überleben in den Städten. Du siehst dir die Menschen an, die auch alle gehen, gehen, gehen, Emotionen äußern, Meinungen haben, weitergehen, vergessen. Sich Gesichter nicht merken können. Sich Geheimzahlen merken können.
Und du merkst das gehen anstrengend ist. Und du merkst, dass die Moderne auch vor dir keinen Halt macht, warum auch? Du hast alle Sparverträge aufgelöst, um dich zu befreien. Und du merkst, dass das gut war. Nicht immer nur Zukunft. Und du merkst, dass Meinungen äußern manchmal wie zur Mülldeponie fahren ist. Und du merkst, dass Emotionen äußern die missverstandenste Sprache der Welt sein kann. Und du stehst da rum und bist irgendwas zwischen Karate Kid und Charakter Kid.
An der Haltestelle. Ein Liebespaar. Und er lehnt sich an und sie lehnt ihn ab. Die Bahn kommt, Bewegung, Bewegung, gehen, gehen. Der Versuch, etwas zu behalten und die Tragik, etwas zu verlieren. Irgendwie trotzdem komisch alles, der Mensch und seine Hoffnungen. Der Currywurststand. Ein Hund kackt. Iss ne Wurst, mach ne Wurst. Der große Kreislauf aus Kaufen und Kacken. Zwischendurch was essen. Du versuchst dir die ganze Scheiße vorzustellen, die täglich in dieser Stadt ins Becken rauscht. Ein Ubahn voller Scheiße. Mehr noch, immer mehr noch. Weitergehen.
Und du stehst in der Mitte der Armee der Fremden als Chronist der verfallenden Verhältnisse. Wenn sich was verhält, dann du nicht. Kleiner Stillstand zwischendurch. Andere essen was, du stehst still. Ausharren, inhalieren, Rauchschwaden ausatmen, es aushalten, es ist auszuhalten. Ja, aber, es ist egal, aber, was, aber?
Angst, Angst, Angst. Angst beim Schlafen, Angst beim Gehen. Die Geschichten schlendern über die Gehwege, jetzt ist Herbst, sagt der Herbst und bleibt. Die Geschichten auf dem Gehweg. Sitzen dann da rum, haben Cappuchino und einen kleinen Hund, der kackt und sich mit anderen Hunden streitet. Wie niedlich, denkt der ohne Niedlichkeitsphobie.
Gehen, gehen, gehen, vorbeigehen, du passierst, nichts passiert, null anders als vorher. Was war nochmal vorher? Was ist jetzt? Was ist das denn jetzt? Die Leute sehen aus, als würde ständig etwas außerhalb ihrer Sichtfelder passieren. Die nervösen Überdrüssigen. Die Konzentrationsspanne von 2 - 3jährigen. Einlassungsunfähigkeit.
Menschen, ich werde Euch niemals hassen, aber ihr seid so schwer zu lieben ...
Weitergehen, weiterfahren und in der Bahn fragt dich das Kind, ob wir fahren oder ob die Stadt fährt und du hast keine Antwort und lächelst verpeilt und beeilst dich mit dem Weitermachen der Dinge. Wichtig. Fahren. Gehen. Bewegung. Menschen. Städte. Sensationen. Lichter. Und alle Kochen, als gäbe es keinen Hunger. Und alle leben, als gäbe es kein daneben. Und alle essen, weil es zuviel wird. Niemals warst du Inhaber eines funktionierenden Lebens, nie eigentlich Inhaber von irgendwas. Doch jetzt gehst du einen Schritt nach vorn in einer Geschwindigkeit, die dir gut tut.
Durch. Sich durch. Sich durch das hier alles. Durchboxen. Und jeder Atemzug ein minus an Kraft aber jeder Schritt ein minus an Zielentfernung.
Wind weht. Die Läden schließen. Die Banken schulden dir noch Geld und das Mädchen einen Kuss. Alles wird funktionieren, wenn du damit aufhörst.
Und dann wieder in der Stadt. Gehen. Gehen. Gehen. Immer nur gehen, moderne Menschen, die gehen, sparen bau und sich ihre Hoffnungen fürs Finale auf. Und gehen, gehen, gehen, Bewegung ist wichtig. Überleben in den Städten. Du siehst dir die Menschen an, die auch alle gehen, gehen, gehen, Emotionen äußern, Meinungen haben, weitergehen, vergessen. Sich Gesichter nicht merken können. Sich Geheimzahlen merken können.
Und du merkst das gehen anstrengend ist. Und du merkst, dass die Moderne auch vor dir keinen Halt macht, warum auch? Du hast alle Sparverträge aufgelöst, um dich zu befreien. Und du merkst, dass das gut war. Nicht immer nur Zukunft. Und du merkst, dass Meinungen äußern manchmal wie zur Mülldeponie fahren ist. Und du merkst, dass Emotionen äußern die missverstandenste Sprache der Welt sein kann. Und du stehst da rum und bist irgendwas zwischen Karate Kid und Charakter Kid.
An der Haltestelle. Ein Liebespaar. Und er lehnt sich an und sie lehnt ihn ab. Die Bahn kommt, Bewegung, Bewegung, gehen, gehen. Der Versuch, etwas zu behalten und die Tragik, etwas zu verlieren. Irgendwie trotzdem komisch alles, der Mensch und seine Hoffnungen. Der Currywurststand. Ein Hund kackt. Iss ne Wurst, mach ne Wurst. Der große Kreislauf aus Kaufen und Kacken. Zwischendurch was essen. Du versuchst dir die ganze Scheiße vorzustellen, die täglich in dieser Stadt ins Becken rauscht. Ein Ubahn voller Scheiße. Mehr noch, immer mehr noch. Weitergehen.
Und du stehst in der Mitte der Armee der Fremden als Chronist der verfallenden Verhältnisse. Wenn sich was verhält, dann du nicht. Kleiner Stillstand zwischendurch. Andere essen was, du stehst still. Ausharren, inhalieren, Rauchschwaden ausatmen, es aushalten, es ist auszuhalten. Ja, aber, es ist egal, aber, was, aber?
Angst, Angst, Angst. Angst beim Schlafen, Angst beim Gehen. Die Geschichten schlendern über die Gehwege, jetzt ist Herbst, sagt der Herbst und bleibt. Die Geschichten auf dem Gehweg. Sitzen dann da rum, haben Cappuchino und einen kleinen Hund, der kackt und sich mit anderen Hunden streitet. Wie niedlich, denkt der ohne Niedlichkeitsphobie.
Gehen, gehen, gehen, vorbeigehen, du passierst, nichts passiert, null anders als vorher. Was war nochmal vorher? Was ist jetzt? Was ist das denn jetzt? Die Leute sehen aus, als würde ständig etwas außerhalb ihrer Sichtfelder passieren. Die nervösen Überdrüssigen. Die Konzentrationsspanne von 2 - 3jährigen. Einlassungsunfähigkeit.
Menschen, ich werde Euch niemals hassen, aber ihr seid so schwer zu lieben ...
Weitergehen, weiterfahren und in der Bahn fragt dich das Kind, ob wir fahren oder ob die Stadt fährt und du hast keine Antwort und lächelst verpeilt und beeilst dich mit dem Weitermachen der Dinge. Wichtig. Fahren. Gehen. Bewegung. Menschen. Städte. Sensationen. Lichter. Und alle Kochen, als gäbe es keinen Hunger. Und alle leben, als gäbe es kein daneben. Und alle essen, weil es zuviel wird. Niemals warst du Inhaber eines funktionierenden Lebens, nie eigentlich Inhaber von irgendwas. Doch jetzt gehst du einen Schritt nach vorn in einer Geschwindigkeit, die dir gut tut.
Durch. Sich durch. Sich durch das hier alles. Durchboxen. Und jeder Atemzug ein minus an Kraft aber jeder Schritt ein minus an Zielentfernung.
Wind weht. Die Läden schließen. Die Banken schulden dir noch Geld und das Mädchen einen Kuss. Alles wird funktionieren, wenn du damit aufhörst.
um
14:01
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Montag, Oktober 31, 2011
Vielen Dank an alle Menschen, die im Oktober bereits auf meinen Lesungen waren.
Hier nochmal die gesammelten und aktualisierten Daten bis Dezember:
03.11. Leipzig - Helheim
08.11. Nürnberg - Weinerei
09.11. Augsburg - Beim weißen Lamm
10.11. Graz - JKZ Explosiv (mit H.C. Roth)
11.11. Wien - Thalia (Wien3)
15.11. Bochum - Bahnhof Langendreer
23.11. München - Rationaltheater
24.11. Siegburg - SJZ
25.11. Schwerin - Subversiv (mit Thomas Sabottka)
26.11. Koblenz - Apparat
29.11. Kassel - Werkstatt
30.11. Paderborn - Cube
01.12. Dinslaken - Victor Hugo
02.12. Elmshorn - Apollo
05.12. Stuttgart - Zwölfzehn
08.12. Hamburg - Kir
Hier nochmal die gesammelten und aktualisierten Daten bis Dezember:
03.11. Leipzig - Helheim
08.11. Nürnberg - Weinerei
09.11. Augsburg - Beim weißen Lamm
10.11. Graz - JKZ Explosiv (mit H.C. Roth)
11.11. Wien - Thalia (Wien3)
15.11. Bochum - Bahnhof Langendreer
23.11. München - Rationaltheater
24.11. Siegburg - SJZ
25.11. Schwerin - Subversiv (mit Thomas Sabottka)
26.11. Koblenz - Apparat
29.11. Kassel - Werkstatt
30.11. Paderborn - Cube
01.12. Dinslaken - Victor Hugo
02.12. Elmshorn - Apollo
05.12. Stuttgart - Zwölfzehn
08.12. Hamburg - Kir
um
11:10
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Samstag, Oktober 01, 2011
Die schöne Raucherin
Du rauchst so schön
Dich anzusehen
nebelumwoben
während Welten toben
die Ruhepolin mit der Glut im Gesicht
in der Dunkelheit ein Fixpunkt aus Licht
und formschöne Wolken entfliehen dem Mund
bei Dir wirkt rauchen als sei es gesund
Das ganze Ritual ist elegant
erst nimmst Du die Schachtel in die Hand
dann schiebst Du den Deckel und neigst ihn nach hinten
und fingerst herum, um Kippen zu finden
die eine Erwählte, die ziehst Du dann raus
und Feuerzeugknistern flammt auf wie Applaus
Qualm steigt auf und jedes kleine Detail
Deines Rauchverhaltens ist ausschließlich geil
Du streichst die Kippe über den Rand
des Aschenbechers und auch das wirkt charmant
und Du gibst der Zigarette einen leichten Stoss
sie wird langsam kürzer, doch Du lässt sie nicht los
Du inhalierst lautlos, die Coolness im Leib
den Blick aus dem Fenster, sitzt rauchend das Weib
und in Krankenhäusern und in den Gaststätten
wär das jetzt verboten mit den Zigaretten
sagst Du ohne Zorn und drückst eine aus
und holst elegant eine weitere raus
Kippen zwischen Lippen, anschließend Wegschnippen
und es wirkt als würdest Du Fingerfood dippen
wenn Du mit dem Ascher korrespondierst
und seitlich in ihm Deine Asche verschmierst
wenn Deine Zigarettenhand Deinem Zigarettenmund begegnet
geht die Sonne steil, obwohl es regnet
und eine Hand in der Strickjackenjackentasche
die andere schnippt klassisch Asche
man sieht wie Du das Leben liebst
wenn Du Dir selber Feuer gibst
alles tangiert Dich peripher
aber wehe Deine Schachtel ist leer ...
Du rauchst so schön
Dich anzusehen
nebelumwoben
während Welten toben
die Ruhepolin mit der Glut im Gesicht
in der Dunkelheit ein Fixpunkt aus Licht
und formschöne Wolken entfliehen dem Mund
bei Dir wirkt rauchen als sei es gesund
Das ganze Ritual ist elegant
erst nimmst Du die Schachtel in die Hand
dann schiebst Du den Deckel und neigst ihn nach hinten
und fingerst herum, um Kippen zu finden
die eine Erwählte, die ziehst Du dann raus
und Feuerzeugknistern flammt auf wie Applaus
Qualm steigt auf und jedes kleine Detail
Deines Rauchverhaltens ist ausschließlich geil
Du streichst die Kippe über den Rand
des Aschenbechers und auch das wirkt charmant
und Du gibst der Zigarette einen leichten Stoss
sie wird langsam kürzer, doch Du lässt sie nicht los
Du inhalierst lautlos, die Coolness im Leib
den Blick aus dem Fenster, sitzt rauchend das Weib
und in Krankenhäusern und in den Gaststätten
wär das jetzt verboten mit den Zigaretten
sagst Du ohne Zorn und drückst eine aus
und holst elegant eine weitere raus
Kippen zwischen Lippen, anschließend Wegschnippen
und es wirkt als würdest Du Fingerfood dippen
wenn Du mit dem Ascher korrespondierst
und seitlich in ihm Deine Asche verschmierst
wenn Deine Zigarettenhand Deinem Zigarettenmund begegnet
geht die Sonne steil, obwohl es regnet
und eine Hand in der Strickjackenjackentasche
die andere schnippt klassisch Asche
man sieht wie Du das Leben liebst
wenn Du Dir selber Feuer gibst
alles tangiert Dich peripher
aber wehe Deine Schachtel ist leer ...
um
14:18
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Dienstag, September 27, 2011
Mittwoch, September 21, 2011
Menschen an den Empfangsgeräten,
so, hier noch mal die Tourdates auf einen Blick.
Die "Trisomie so ich dir Tour" 2011
07.10. Eggenfelden - JUZ
08.10. Künzelsau - Kokolores
15.10. Frankfurt am Main - Cave
16.10. Hanau - Brückenkopf
20.10. Mainz - Pengland
21.10. Fulda - Panama
22.10. Jena - Rosenkeller
23.10. Hamburg - Hafenklang
24.10. Rostock - Zwischenbau
25.10. Dresden - Chemiefabrik
26.10. Chemnitz - Subway to Peter
27.10. Neubrandenburg - Thalia
28.10. Berlin - Periplaneta
29.10. Berlin - TheArter Gallery
03.11. Leipzig - Helheim
08.11. Nürnberg - Weinerei
09.11. Augsburg - Beim weißen Lamm
10.11. Graz - JKZ Explosiv (mit H.C. Roth)
11.11. Wien - Thalia (Wien3)
15.11. Bochum - Bahnhof Langendreer
23.11. München - Rationaltheater
24.11. Stuttgart - Zwölfzehn
25.11. Schwerin - Subversiv (mit Thomas Sabottka)
26.11. Koblenz - Apparat
29.11. Kassel - Werkstatt
02.12. Elmshorn - Apollo
In tumultartiger Vorfreude,
yours Lieblinsautor,
Dirk Bernemann
so, hier noch mal die Tourdates auf einen Blick.
Die "Trisomie so ich dir Tour" 2011
07.10. Eggenfelden - JUZ
08.10. Künzelsau - Kokolores
15.10. Frankfurt am Main - Cave
16.10. Hanau - Brückenkopf
20.10. Mainz - Pengland
21.10. Fulda - Panama
22.10. Jena - Rosenkeller
23.10. Hamburg - Hafenklang
24.10. Rostock - Zwischenbau
25.10. Dresden - Chemiefabrik
26.10. Chemnitz - Subway to Peter
27.10. Neubrandenburg - Thalia
28.10. Berlin - Periplaneta
29.10. Berlin - TheArter Gallery
03.11. Leipzig - Helheim
08.11. Nürnberg - Weinerei
09.11. Augsburg - Beim weißen Lamm
10.11. Graz - JKZ Explosiv (mit H.C. Roth)
11.11. Wien - Thalia (Wien3)
15.11. Bochum - Bahnhof Langendreer
23.11. München - Rationaltheater
24.11. Stuttgart - Zwölfzehn
25.11. Schwerin - Subversiv (mit Thomas Sabottka)
26.11. Koblenz - Apparat
29.11. Kassel - Werkstatt
02.12. Elmshorn - Apollo
In tumultartiger Vorfreude,
yours Lieblinsautor,
Dirk Bernemann
um
12:21
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Montag, September 19, 2011
Gute Nacht
Wie ich gerade auf den Straßen Berlins von Passanten hörte, wäre es derzeit ziemlich unziemlich, die FDP verbal oder sonst wie zu bashen. Aussagen dieser mitleidsdurchtränkten Demokraten zufolge, die ich heute in Berlin auf dem Weg in eine Pommesbude im Prenzlauer Berg traf, wäre es in etwa vergleichbar mit dem treten oder schänden einer Leiche. Da so etwas menschenunwürdig und strafbar ist und außerdem die Totenruhe stören würde, sollte man sich lieber um echte Probleme kümmern, riefen mir die Leute zu. Ich solle da mal bloß die FDP in Ruhe lassen, der gehe es schließlich schlecht genug.
Da ich aber bereits seit Jahren diese gelbblaue Geschlechtskrankheit am Sack der sogenannten Demokratie verurteile und beschimpfe, will ich es jetzt auf ihrem Totenbett auch nicht anders halten. Ich bin froh, dass der Juckreiz endlich nachlässt. Und es liegt nicht an den verdammten Fressen, die diese Politik vertreten, sondern an der regungslosen Politik selbst.
Das Gefühl beim Beobachten der FDP gleicht ja mittlerweile dem, seine 103jährige schwerkranke, aber immer noch beatembare Oma im Pflegeheim zu besuchen. Es stinkt, es wird einfach nicht besser und es weigert sich vernüftig auf irgendwas zu antworten.
Erst gestern guckte ich eine Talkshow, in der ein Arzt, der Leute betreut, die unter Zwangshandlungen leiden gefragt wurde, ob er auch Patienten habe, die aus dem Haus gehen und zuvor "ungefähr 5 mal checken würden, ob der Ofen aus sei". Ich habe daraufhin in dieser Fernsehshow angerufen und gesagt, dass ich vergessen habe, wie ich heiße, aber FDP-Politiker sei und nicht 1 mal gecheckt hätte, dass der Ofen aus sei. Leider ging niemand weiterhin auf meine herausragende Humorleistung ein und man gab mir die Nummer eines sogenannten "guten Psychologen".
Wie ich auch heute bei der Berlinwahl und der medialen Nachberichterstattung bemerken musste: Hier wird etwas beatmet, was keinen Lebensmut mehr hat. Und seit wann werden 2% Parteien bei den Hochrechnungen extra erwähnt? Warum hat denn niemand Mitleid und schaltet die verdammten Geräte ab? Es wird Zeit. Danke für die Aufmerksamkeit!
Wie ich gerade auf den Straßen Berlins von Passanten hörte, wäre es derzeit ziemlich unziemlich, die FDP verbal oder sonst wie zu bashen. Aussagen dieser mitleidsdurchtränkten Demokraten zufolge, die ich heute in Berlin auf dem Weg in eine Pommesbude im Prenzlauer Berg traf, wäre es in etwa vergleichbar mit dem treten oder schänden einer Leiche. Da so etwas menschenunwürdig und strafbar ist und außerdem die Totenruhe stören würde, sollte man sich lieber um echte Probleme kümmern, riefen mir die Leute zu. Ich solle da mal bloß die FDP in Ruhe lassen, der gehe es schließlich schlecht genug.
Da ich aber bereits seit Jahren diese gelbblaue Geschlechtskrankheit am Sack der sogenannten Demokratie verurteile und beschimpfe, will ich es jetzt auf ihrem Totenbett auch nicht anders halten. Ich bin froh, dass der Juckreiz endlich nachlässt. Und es liegt nicht an den verdammten Fressen, die diese Politik vertreten, sondern an der regungslosen Politik selbst.
Das Gefühl beim Beobachten der FDP gleicht ja mittlerweile dem, seine 103jährige schwerkranke, aber immer noch beatembare Oma im Pflegeheim zu besuchen. Es stinkt, es wird einfach nicht besser und es weigert sich vernüftig auf irgendwas zu antworten.
Erst gestern guckte ich eine Talkshow, in der ein Arzt, der Leute betreut, die unter Zwangshandlungen leiden gefragt wurde, ob er auch Patienten habe, die aus dem Haus gehen und zuvor "ungefähr 5 mal checken würden, ob der Ofen aus sei". Ich habe daraufhin in dieser Fernsehshow angerufen und gesagt, dass ich vergessen habe, wie ich heiße, aber FDP-Politiker sei und nicht 1 mal gecheckt hätte, dass der Ofen aus sei. Leider ging niemand weiterhin auf meine herausragende Humorleistung ein und man gab mir die Nummer eines sogenannten "guten Psychologen".
Wie ich auch heute bei der Berlinwahl und der medialen Nachberichterstattung bemerken musste: Hier wird etwas beatmet, was keinen Lebensmut mehr hat. Und seit wann werden 2% Parteien bei den Hochrechnungen extra erwähnt? Warum hat denn niemand Mitleid und schaltet die verdammten Geräte ab? Es wird Zeit. Danke für die Aufmerksamkeit!
um
01:05
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Dienstag, September 13, 2011
MODE!!!
jetzt für 9,99 Euro (limitiert auf 100 Stück)
lieferbar in 5 Farben (sonnenuntergangsorange/kommunismusrot/asphaltgrau/unschuldsweiß/sonnenblumengelb) in den Größen S, M und L
bestellbar bei info@unsichtbar-verlag.de
oder
anklage@dirkbernemann.de
Hier noch mal genauer: http://www.unsichtbar-verlag.de/index.php?id=t-shirtichbinunsichtbar
jetzt für 9,99 Euro (limitiert auf 100 Stück)
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oder
anklage@dirkbernemann.de
Hier noch mal genauer: http://www.unsichtbar-verlag.de/index.php?id=t-shirtichbinunsichtbar
um
17:10
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Montag, September 12, 2011
Menschen,
anbei ein wiedergefundener Text, den ich damals für meine kleine Punkrockband schrieb, kurz bevor sie sich auflöste in ihre Bestandteile Wille, musikalisches Können und Schlagzeuger. Dieser kleine Text hatte sich versteckt wie eine runtergefallene Apfelsine, die aber im Laufe der Zeit durch ihren Gestank auf sich aufmerksam machen wollte. Vergammelt, aber trotzdem noch essbar.
Stellen Sie sich hierzu drei Akkorde vor, die in variabler Geschwindigkeit und Präzision gespielt werden. Schnell, laut, musikschulverweigernd. Dazu ein Vokalist, dessen Stimme im Laufe des Liedes von rottweilerartigem Gebelle zu heiserem Gekrächze wurde. Leider gab es das nie als aufgenommenes Lied, aber ich konnte das Gefühl reanimieren, das hochstieg, als ich das Blatt unlängst wiederfand. Jugend. Härte. Stumpfsinn. Amen.
Komplett
kompensiert
kriegst du das nie
kleiner Penis
der kaum zu sehn is
kleiner Penis
ristisch minimalistisch
Doof? Ja doof auch
Schußwaffengebrauch
anschließend Rauch
weil: kleiner Schlauch und
doof? Ja doof auch!!!
Im Wald auf Dosen schießen
und vom Krieg träumen
und vom Schützenverein
Rasen mähen bei Papa
und Waffe putzen und benutzen
Und dann
irgendwann
wir beide
und die Kneipe
und ich sag 2 Wörter,
die du nicht verstehst
und die Frau, die du ficken magst
lacht über meine Witze
und du so: aus der Jacke die Pistole
wolltest nur zeigen, dass da auch ein Soldat
in dir steckt, damals im Dorf
ich hatte Angst vor deinem kleinen Penis
und der Kraft, die deine Dummheit ausstrahlt
deine Hand hat nicht gezittert,
das machte mir besonders Angst
das kalte Rohr an meinem Kopf
und der Ansatz einer Halberektion in
deiner Hose
Impotenz braucht Waffen
Impotenz braucht Waffen
alle Affen an die Waffen
Ohnmacht braucht Gewalt
Alter,
gestern hab ich dich wiedergesehen,
und du hast es geschafft
und deine letzte Frage an mich war,
ob ich auch
Ketchup
auf die
Pommes
möchte ...
Arschloch!
Sollte irgendwer (Kapelle/Musikverein/Band/Combo/Sologitarrist/whatever), Bock haben, daraus heute noch ein Lied zu machen, bitte bedienen Sie sich.
anbei ein wiedergefundener Text, den ich damals für meine kleine Punkrockband schrieb, kurz bevor sie sich auflöste in ihre Bestandteile Wille, musikalisches Können und Schlagzeuger. Dieser kleine Text hatte sich versteckt wie eine runtergefallene Apfelsine, die aber im Laufe der Zeit durch ihren Gestank auf sich aufmerksam machen wollte. Vergammelt, aber trotzdem noch essbar.
Stellen Sie sich hierzu drei Akkorde vor, die in variabler Geschwindigkeit und Präzision gespielt werden. Schnell, laut, musikschulverweigernd. Dazu ein Vokalist, dessen Stimme im Laufe des Liedes von rottweilerartigem Gebelle zu heiserem Gekrächze wurde. Leider gab es das nie als aufgenommenes Lied, aber ich konnte das Gefühl reanimieren, das hochstieg, als ich das Blatt unlängst wiederfand. Jugend. Härte. Stumpfsinn. Amen.
Komplett
kompensiert
kriegst du das nie
kleiner Penis
der kaum zu sehn is
kleiner Penis
ristisch minimalistisch
Doof? Ja doof auch
Schußwaffengebrauch
anschließend Rauch
weil: kleiner Schlauch und
doof? Ja doof auch!!!
Im Wald auf Dosen schießen
und vom Krieg träumen
und vom Schützenverein
Rasen mähen bei Papa
und Waffe putzen und benutzen
Und dann
irgendwann
wir beide
und die Kneipe
und ich sag 2 Wörter,
die du nicht verstehst
und die Frau, die du ficken magst
lacht über meine Witze
und du so: aus der Jacke die Pistole
wolltest nur zeigen, dass da auch ein Soldat
in dir steckt, damals im Dorf
ich hatte Angst vor deinem kleinen Penis
und der Kraft, die deine Dummheit ausstrahlt
deine Hand hat nicht gezittert,
das machte mir besonders Angst
das kalte Rohr an meinem Kopf
und der Ansatz einer Halberektion in
deiner Hose
Impotenz braucht Waffen
Impotenz braucht Waffen
alle Affen an die Waffen
Ohnmacht braucht Gewalt
Alter,
gestern hab ich dich wiedergesehen,
und du hast es geschafft
und deine letzte Frage an mich war,
ob ich auch
Ketchup
auf die
Pommes
möchte ...
Arschloch!
Sollte irgendwer (Kapelle/Musikverein/Band/Combo/Sologitarrist/whatever), Bock haben, daraus heute noch ein Lied zu machen, bitte bedienen Sie sich.
um
09:46
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Mittwoch, August 31, 2011
Herzensgute Leserschaft,
da nun in großen und sportlichen Schritten die Veröffentlichung meines neuen Buches "Trisomie so ich dir" näher rückt, will ich nun schon vorab 5 geile Packages zum Buch verlosen.
Enthalten sind:
Trisomie so ich dir - Das T-Shirt
Trisomie so ich dir - Das Tourplakat
einmal freier Eintritt zu einer meiner Lesungen Ihrer Wahl
(auf Wunsch kann der ganze Stuff, bis auf die Lesung, dann auch signiert werden)
Topmodische Bekleidung, schicker Wandschmuck und die Beruhigung des kulturellen Gewissens mittels Lesungsbesuch, das is doch mal ne schöne Sache, oder?
Verlosen ist ja irgendwie echt trashig geworden. Da werden im TV zu derlei Anlässen Fragen gestellt, deren Niveau durch krass dezente Niedrigkeit glänzt. Fragen à la "Was bekommt man beim Bäcker? A: Brot oder B: Schallplatten?" sind da keine Seltenheit. Und obwohl wir ja alle nicht dumm sterben wollen und unsere Speicherköpfe auch nur eine bestimmte Kapazität an In- und Output ertragen und vollbringen können, gilt es diesem Zustand Gegenwehr zu leisten. Daher habe ich mich entschieden zu einer Kreativitätsleistung aufzurufen und folgendes von Ihnen zu verlangen:
Verfassen Sie ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte (max. 1 Seite) zum Thema BEHINDERUNG
Das kann auch was sehr Abstraktes sein und thematisch mit den Behinderungen zu tun haben, die uns täglich am schönsten aller möglichen Leben hindern. Ihre Kreativität ist gefragt. Und ich bin gespannt.
Schicken Sie mir das Ergebnis Ihrer Kreativität per Email an anklage@dirkbernemann.de
Einsendeschluß ist der 20.09.2011, die Gewinner werden dann umgehend benachichtigt. Eine unabhängige, vollkommen freie Jury, bestehend aus einem halbblinden Kanarienvogel und mir wird Ihre literarischen Einsendungen fach- und sachgerecht zu beurteilen wissen.
Es grüßt und freut sich darauf mit wie auch immer gearteten Beiträgen zugeballert und konfrontiert zu werden,
yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
da nun in großen und sportlichen Schritten die Veröffentlichung meines neuen Buches "Trisomie so ich dir" näher rückt, will ich nun schon vorab 5 geile Packages zum Buch verlosen.
Enthalten sind:
Trisomie so ich dir - Das T-Shirt
Trisomie so ich dir - Das Tourplakat
einmal freier Eintritt zu einer meiner Lesungen Ihrer Wahl
(auf Wunsch kann der ganze Stuff, bis auf die Lesung, dann auch signiert werden)
Topmodische Bekleidung, schicker Wandschmuck und die Beruhigung des kulturellen Gewissens mittels Lesungsbesuch, das is doch mal ne schöne Sache, oder?
Verlosen ist ja irgendwie echt trashig geworden. Da werden im TV zu derlei Anlässen Fragen gestellt, deren Niveau durch krass dezente Niedrigkeit glänzt. Fragen à la "Was bekommt man beim Bäcker? A: Brot oder B: Schallplatten?" sind da keine Seltenheit. Und obwohl wir ja alle nicht dumm sterben wollen und unsere Speicherköpfe auch nur eine bestimmte Kapazität an In- und Output ertragen und vollbringen können, gilt es diesem Zustand Gegenwehr zu leisten. Daher habe ich mich entschieden zu einer Kreativitätsleistung aufzurufen und folgendes von Ihnen zu verlangen:
Verfassen Sie ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte (max. 1 Seite) zum Thema BEHINDERUNG
Das kann auch was sehr Abstraktes sein und thematisch mit den Behinderungen zu tun haben, die uns täglich am schönsten aller möglichen Leben hindern. Ihre Kreativität ist gefragt. Und ich bin gespannt.
Schicken Sie mir das Ergebnis Ihrer Kreativität per Email an anklage@dirkbernemann.de
Einsendeschluß ist der 20.09.2011, die Gewinner werden dann umgehend benachichtigt. Eine unabhängige, vollkommen freie Jury, bestehend aus einem halbblinden Kanarienvogel und mir wird Ihre literarischen Einsendungen fach- und sachgerecht zu beurteilen wissen.
Es grüßt und freut sich darauf mit wie auch immer gearteten Beiträgen zugeballert und konfrontiert zu werden,
yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
um
14:26
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Montag, August 15, 2011
Liebe Leserinnen und Leser,
in wenigen Wochen erscheint mein neues Buch "Trisomie so ich dir". Es erscheint am 07.10.2011 im Unsichtbar-Verlag, wird 192 Seiten fett sein und von vorne so aussehen:
Es ist die Geschichte eines Menschen mit geistiger Behinderung, einer Seniorin, die mit sich und ihrer Hackfresse am Rand allein steht und einer jungen, sexuell aktiven Vieldenkerin. Außerdem kommt noch ein Typ namens Gott vor, der Angst vor seiner eigenen Moral hat. Diese Schicksale laufen zunächst mal wie herunterrinnende Regentropfen an der Fensterscheibe zufällig nebeneinander her, um schlußendlich in einem See aus Emotionen, Gewalt, Sex und einer Mischung aus Furcht- und Fruchtbarkeit zu einem literarischen Monster heranzuwachsen. Das Ungeheuer von Loch Bernemann.
Hier einige Statements von Leuten, die die Rohversion des Buches in der Hand hatten.
"Trisomie so ich dir ist nicht der Beweis für die Genialität Bernemanns, sondern die Untermauerung. nach dem vielseitig gelobten Ich habe die unschuld kotzen sehen führt er hier fort was er angefangen hat, nein, er verfeinert es sogar. Niemand anderes schafft es, düster und schön, traurig und lustig, Tragik und Komik, ja Genialität und Irrsinn zusammenzuführen. Wenn ich Bücher schreiben würde, würde ich immer so schreiben wollen wie Bernemann. Und würde immer wieder feststellen, dass ich das niemals so hinbekommen würde. Ein absolutes Muss. Ein absolutes Feuerwerk an Sprache, Stimmung und Storytelling. ich kann nur immer wieder behaupten: Ich bin selten Fan. Aber hier bedingungslos." Benjamin Griffey//Casper
"Dirk Bernemanns Bücher sind der bestverfasste Schlag in die Magengrube, den ich kenne. Ich habe großen Respekt vor diesem Mann!" Mischa Sarim Vérollet//Autor
"Dirk Bernemann schafft es, die tiefsten und oft auch widerlichsten Abgründe in reine Poesie zu verwandeln." Helmut Krauss//Schauspieler, Synchronsprecher
"Charaktere vom Leben gezeichnet, ... ohne Bezug zum Maler. Gott ist ein Voyeur mit einer Universal-Fernbedienung und einer Vorliebe für alles Kaputte. Der Stoff aus dem die Bernemann-Träume sind. Hätte die Netzhaut Ohren, wäre dieses Buch der Soundtrack einer schonungslosen Tragik-Komödie. Schrauben kommen in die Tüte. Die Tüten in den Eimer. Jeden Tag. Immer." Abroo//Rapper bei Antihelden
So durchweg herzensgute Worte und Vorschußerdbeeren gab es lange nicht mehr. Bin gespannt, wie sich das Buch generell so in Leserhänden und -köpfen verhalten wird.
Also Attacke 07.10.2011 im Buchladen Deiner Wahl.
Anschließend wird es auch eine relativ ausgedehnte Lesetour geben. Hier schon mal die bestätigten Termine:
02.09. Berlin - Cassiopeia (Unsichtbar-Verlags-Party mit Tanzmusik und Lesung)
07.10. Eggenfelden - JUZ
08.10. Künzelsau - Kokolores
15.10. Frankfurt am Main - Cave
16.10. Hanau - Brückenkopf
20.10. Mainz - Pengland
21.10. Fulda - Panama
22.10. Jena - Rosenkeller
23.10. Hamburg - Hafenklang
24.10. Rostock - Zwischenbau
25.10. Dresden - Chemiefabrik
26.10. Chemnitz - Subway to Peter
27.10. Neubrandenburg - Thalia
28.10. Berlin - Periplaneta
29.10. Berlin - The Arter Gallery
03.11. Leipzig - Helheim
08.11. Nürnberg - Weinerei
09.11. Augsburg - Beim weißen Lamm
10.11. Graz - JKZ Explosiv (mit H.C. Roth)
11.11. Wien - Thalia (Wien3)
15.11. Bochum - Bahnhof Langendreer
23.11. München - Rationaltheater
25.11. Schwerin - Subversiv (mit Thomas Sabottka)
26.11. Koblenz - Apparat
29.11. Kassel - Werkstatt
02.12. Elmshorn - Apollo
In Vorfreude auf Buch, Tour und alles weitere,
yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
in wenigen Wochen erscheint mein neues Buch "Trisomie so ich dir". Es erscheint am 07.10.2011 im Unsichtbar-Verlag, wird 192 Seiten fett sein und von vorne so aussehen:
Es ist die Geschichte eines Menschen mit geistiger Behinderung, einer Seniorin, die mit sich und ihrer Hackfresse am Rand allein steht und einer jungen, sexuell aktiven Vieldenkerin. Außerdem kommt noch ein Typ namens Gott vor, der Angst vor seiner eigenen Moral hat. Diese Schicksale laufen zunächst mal wie herunterrinnende Regentropfen an der Fensterscheibe zufällig nebeneinander her, um schlußendlich in einem See aus Emotionen, Gewalt, Sex und einer Mischung aus Furcht- und Fruchtbarkeit zu einem literarischen Monster heranzuwachsen. Das Ungeheuer von Loch Bernemann.
Hier einige Statements von Leuten, die die Rohversion des Buches in der Hand hatten.
"Trisomie so ich dir ist nicht der Beweis für die Genialität Bernemanns, sondern die Untermauerung. nach dem vielseitig gelobten Ich habe die unschuld kotzen sehen führt er hier fort was er angefangen hat, nein, er verfeinert es sogar. Niemand anderes schafft es, düster und schön, traurig und lustig, Tragik und Komik, ja Genialität und Irrsinn zusammenzuführen. Wenn ich Bücher schreiben würde, würde ich immer so schreiben wollen wie Bernemann. Und würde immer wieder feststellen, dass ich das niemals so hinbekommen würde. Ein absolutes Muss. Ein absolutes Feuerwerk an Sprache, Stimmung und Storytelling. ich kann nur immer wieder behaupten: Ich bin selten Fan. Aber hier bedingungslos." Benjamin Griffey//Casper
"Dirk Bernemanns Bücher sind der bestverfasste Schlag in die Magengrube, den ich kenne. Ich habe großen Respekt vor diesem Mann!" Mischa Sarim Vérollet//Autor
"Dirk Bernemann schafft es, die tiefsten und oft auch widerlichsten Abgründe in reine Poesie zu verwandeln." Helmut Krauss//Schauspieler, Synchronsprecher
"Charaktere vom Leben gezeichnet, ... ohne Bezug zum Maler. Gott ist ein Voyeur mit einer Universal-Fernbedienung und einer Vorliebe für alles Kaputte. Der Stoff aus dem die Bernemann-Träume sind. Hätte die Netzhaut Ohren, wäre dieses Buch der Soundtrack einer schonungslosen Tragik-Komödie. Schrauben kommen in die Tüte. Die Tüten in den Eimer. Jeden Tag. Immer." Abroo//Rapper bei Antihelden
So durchweg herzensgute Worte und Vorschußerdbeeren gab es lange nicht mehr. Bin gespannt, wie sich das Buch generell so in Leserhänden und -köpfen verhalten wird.
Also Attacke 07.10.2011 im Buchladen Deiner Wahl.
Anschließend wird es auch eine relativ ausgedehnte Lesetour geben. Hier schon mal die bestätigten Termine:
02.09. Berlin - Cassiopeia (Unsichtbar-Verlags-Party mit Tanzmusik und Lesung)
07.10. Eggenfelden - JUZ
08.10. Künzelsau - Kokolores
15.10. Frankfurt am Main - Cave
16.10. Hanau - Brückenkopf
20.10. Mainz - Pengland
21.10. Fulda - Panama
22.10. Jena - Rosenkeller
23.10. Hamburg - Hafenklang
24.10. Rostock - Zwischenbau
25.10. Dresden - Chemiefabrik
26.10. Chemnitz - Subway to Peter
27.10. Neubrandenburg - Thalia
28.10. Berlin - Periplaneta
29.10. Berlin - The Arter Gallery
03.11. Leipzig - Helheim
08.11. Nürnberg - Weinerei
09.11. Augsburg - Beim weißen Lamm
10.11. Graz - JKZ Explosiv (mit H.C. Roth)
11.11. Wien - Thalia (Wien3)
15.11. Bochum - Bahnhof Langendreer
23.11. München - Rationaltheater
25.11. Schwerin - Subversiv (mit Thomas Sabottka)
26.11. Koblenz - Apparat
29.11. Kassel - Werkstatt
02.12. Elmshorn - Apollo
In Vorfreude auf Buch, Tour und alles weitere,
yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
um
19:20
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Mittwoch, August 03, 2011
Eine Front aus Hack
Als ich neulich im ICE zwischen Augsburg und Berlin fuhr traf ich auf eine Horde Bundeswehrsoldaten. Es war ein Freitag und wie man diese Gattung "Krieger" meist so kennt an diesen Tagen, wo so ein Wochenende aufkeimt, waren sie bester Dinge und hockten rudelweise in den überfüllten Gängen des Zuges. Ich saß auch in einem solchen Gang und las "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque. Ich hätte damit gern jeden einzelnen dieser Soldaten konfrontiert, bzw. jedem dieses Buch vor den Schädel geschlagen, einfach so, weil dieser widerliche Widerspruch zugegen war. Eines der brutalsten, eindringlichsten und bestgeschriebenen Antikriegsbücher aller Zeiten trifft frontal auf einen Haufen uniformierter Staatsdienser, die sich militaristisch und teilweise national gaben.
Kurz zum Buch: Größtenteils ist der Schauplatz die Westfront im ersten Weltkrieg zwischen 1916 und 1918. Die Bilder, die Remarque von der Angst in Trichtern und Schützengräben malt, körperverwüstende Gas- und Granatenangriffe, die immer weiter bestialisch ansteigende Brutalität mit der sich Franzosen und Deutsche begegnen, all das als Summe dreht jedem mit irgendeinem Gefühl für Menschlichkeit den Magen mindestens dreimal um. Hinzu kommen persönliche Schicksale, getötete Freunde mit offenen Rücken aus denen fast die Lunge fällt, einen Feind im Dunkeln erstechen (und nicht wissen, ob es vielleicht doch der sog. Kamerad gewesen ist), angeschossene Pferde todesnah schreien hören, das löst Gefühle der Nähe aus, die Remarque wunderbar kommentiert und darlegt. Man fühlt sich selbst beschossen und angegriffen von diesem Buch und genau das hinterlässt diese schale, widerliche und vor allem auch beängstigende Traurigkeit, die so einem Buch, welches den Krieg schildern will, einfach innewohnen muss.
"... Bertinck hat einen Brustschuß. Nach einer Weile schmettert ihm ein Splitter das Kinn weg. Der gleiche Splitter hat noch die Kraft, Leer die Hüfte aufzureissen. Leer stöhnt und stützt sich auf die Arme, er verblutet rasch, niemand kann ihm helfen. Wie ein leerlaufender Schlauch sackt er nach ein paar Minuten zusammen. Was nützt es ihm nun, dass er in der Schule ein so guter Mathematiker war ..." S. 192
Bewegend empfand ich aber auch die Handlungen neben dem Krieg. Es gibt da zum Beispiel das Kapitel des Heimaturlaubs, in dem die besorgte und erkrankte Mutter des Protagonisten auftaucht und ihre Angst wird zur Angst des kämpfenden Soldaten. Kleine und große Abschiede. Der Frieden in Deutschland ist ein brüchiger und der Krieg an der Front ist und bleibt unerzählbar.
Brutalst möglich auch die Szene, in der der Protagonist Paul Bäumer einer Mutter eines an der Front völlig zerballerten Soldaten vom Tod ihres Sohnes erzählen muss und ihr Zusammenbruch geschildert wird. Die Mutter will Details, Bäumer kann und will sie nicht darlegen, da die Heftigkeit der Erzählung alles zerschreddern würde und auch seine eigene Angst vor einer Rückkehr an die Front maximieren würde. Der Protagonist hält sich tapfer, ist aber anschließend ein Wrack auf allen Ebenen.
Kaum wiedergebbar ist auch für mich der Schrecken, die erzählte Brutalität und die Lazarettszenen, die erst die wahre Verwüstung beschreiben. So geht Krieg in der Literatur. So geht Gewalt in der Literatur. Wer dabei keinen Blutgeschmack im Mund hat, ist auch irgendwie schon "gefallen".
Ich will den Schluß nicht vorwegnehmen aber: Deutschland verliert den Krieg, alle Menschen ihre Würde und der Protagonist Paul Bäumer folgerichtig sein Leben innerhalb von einer Zeile Weltliteratur.
Kaufen. Lesen. Militär entwaffnen.
Ich empfehle hierzu auch einen Besuch im Antikriegsmuseum in Berlin.
Ich danke der wunderbaren Mareen S., die mir dieses Buch in die Hand gab.
Dirk Bernemann//Sommer 2011
Als ich neulich im ICE zwischen Augsburg und Berlin fuhr traf ich auf eine Horde Bundeswehrsoldaten. Es war ein Freitag und wie man diese Gattung "Krieger" meist so kennt an diesen Tagen, wo so ein Wochenende aufkeimt, waren sie bester Dinge und hockten rudelweise in den überfüllten Gängen des Zuges. Ich saß auch in einem solchen Gang und las "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque. Ich hätte damit gern jeden einzelnen dieser Soldaten konfrontiert, bzw. jedem dieses Buch vor den Schädel geschlagen, einfach so, weil dieser widerliche Widerspruch zugegen war. Eines der brutalsten, eindringlichsten und bestgeschriebenen Antikriegsbücher aller Zeiten trifft frontal auf einen Haufen uniformierter Staatsdienser, die sich militaristisch und teilweise national gaben.
Kurz zum Buch: Größtenteils ist der Schauplatz die Westfront im ersten Weltkrieg zwischen 1916 und 1918. Die Bilder, die Remarque von der Angst in Trichtern und Schützengräben malt, körperverwüstende Gas- und Granatenangriffe, die immer weiter bestialisch ansteigende Brutalität mit der sich Franzosen und Deutsche begegnen, all das als Summe dreht jedem mit irgendeinem Gefühl für Menschlichkeit den Magen mindestens dreimal um. Hinzu kommen persönliche Schicksale, getötete Freunde mit offenen Rücken aus denen fast die Lunge fällt, einen Feind im Dunkeln erstechen (und nicht wissen, ob es vielleicht doch der sog. Kamerad gewesen ist), angeschossene Pferde todesnah schreien hören, das löst Gefühle der Nähe aus, die Remarque wunderbar kommentiert und darlegt. Man fühlt sich selbst beschossen und angegriffen von diesem Buch und genau das hinterlässt diese schale, widerliche und vor allem auch beängstigende Traurigkeit, die so einem Buch, welches den Krieg schildern will, einfach innewohnen muss.
"... Bertinck hat einen Brustschuß. Nach einer Weile schmettert ihm ein Splitter das Kinn weg. Der gleiche Splitter hat noch die Kraft, Leer die Hüfte aufzureissen. Leer stöhnt und stützt sich auf die Arme, er verblutet rasch, niemand kann ihm helfen. Wie ein leerlaufender Schlauch sackt er nach ein paar Minuten zusammen. Was nützt es ihm nun, dass er in der Schule ein so guter Mathematiker war ..." S. 192
Bewegend empfand ich aber auch die Handlungen neben dem Krieg. Es gibt da zum Beispiel das Kapitel des Heimaturlaubs, in dem die besorgte und erkrankte Mutter des Protagonisten auftaucht und ihre Angst wird zur Angst des kämpfenden Soldaten. Kleine und große Abschiede. Der Frieden in Deutschland ist ein brüchiger und der Krieg an der Front ist und bleibt unerzählbar.
Brutalst möglich auch die Szene, in der der Protagonist Paul Bäumer einer Mutter eines an der Front völlig zerballerten Soldaten vom Tod ihres Sohnes erzählen muss und ihr Zusammenbruch geschildert wird. Die Mutter will Details, Bäumer kann und will sie nicht darlegen, da die Heftigkeit der Erzählung alles zerschreddern würde und auch seine eigene Angst vor einer Rückkehr an die Front maximieren würde. Der Protagonist hält sich tapfer, ist aber anschließend ein Wrack auf allen Ebenen.
Kaum wiedergebbar ist auch für mich der Schrecken, die erzählte Brutalität und die Lazarettszenen, die erst die wahre Verwüstung beschreiben. So geht Krieg in der Literatur. So geht Gewalt in der Literatur. Wer dabei keinen Blutgeschmack im Mund hat, ist auch irgendwie schon "gefallen".
Ich will den Schluß nicht vorwegnehmen aber: Deutschland verliert den Krieg, alle Menschen ihre Würde und der Protagonist Paul Bäumer folgerichtig sein Leben innerhalb von einer Zeile Weltliteratur.
Kaufen. Lesen. Militär entwaffnen.
Ich empfehle hierzu auch einen Besuch im Antikriegsmuseum in Berlin.
Ich danke der wunderbaren Mareen S., die mir dieses Buch in die Hand gab.
Dirk Bernemann//Sommer 2011
um
23:42
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Samstag, Juli 23, 2011
2011-07-23
Hui, was für ein Tag, sagt der Tag, der gerade ist und geht einfach weiter. Wieder mal offene Schockmünder und für jeden was dabei heute. Amy Winehouse tot. Typ in Norwegen tötet mit Zufallsgenerator fast 100 Leute. Ach ja, Dortmund spielt heute gegen Schalke. In Somalia sterben die Leute, weil sie nichts zu fressen haben. Geb doch den Nachrichten eine Chronologie der Wichtigkeit bettelt man sein überfordertes Gehirn an, doch das denkt noch kurz an den Abend und da ist ja kein Bier mehr im Kühlschrank. Gehört da aber rein. Muss jetzt kaufen. Jetzt. Im Radio läuft Amy Winehouse. Kacke.
Wer sich wie ne Crackhure verhält, soll auch wie ne Crackhure sterben, sagt eines, was neben dir sitzt und jetzt mit dir von dem Bier hat. Du selbst zuckst Schulter und suchst Weg durchs Geäst der Informationsvielfalt und willst nur mal kurz Standpunkt, nur mal kurz so Standbild mit Ruhephase, vielleicht 30 Sekunden Ruhe von dem Geballer, dem Mitleid erhaschen wollen, der ganzen Rotzbrigade da draußen.
Dein Plattenschrank beinhaltet eine Amy Winehouse Platte. Du legst sie auf und denkst, wenn du jetzt heulst, dann ist irgendwas Kosmisches oder Komisches mit dir am Passieren. Du legst die Platte also auf, die Musik dümpelt los und du fühlst ein bißchen was. So ein Gefühl ist das, das zum Weinen nicht ausreicht, aber immerhin in diese Richtung geht. Im TV so Hungerkinder, die mit dem Gesicht im Sand liegen. Selbst das als Kombination kann dich jetzt nicht weinen machen. Das Ding neben dir hat schon angefangen zu singen, will mehr Bier. Das ist also die Welt, wie sie heute ist. Schön ist das alles nicht, Schönheit liegt nur im Auge des Verachters.
Drogenpopstars, Attentäteropfer und Hungerkinder sterben wie die Fliegen und wir sitzen in irgendwelchen Küchen und diskutieren angebliche Wichtigkeiten, z. B. wer es denn jetzt schlimmer hat. Langsam wird dir klar, dass dir immer mehr egal wird und dass es sich gut anfühlt. Trauer hält nur auf, legt Steine auf Wege und die Winehouse Platte geht zu Ende und dieser Text ist kein Nachruf, sondern ein Aufruf.
Hui, was für ein Tag, sagt der Tag, der gerade ist und geht einfach weiter. Wieder mal offene Schockmünder und für jeden was dabei heute. Amy Winehouse tot. Typ in Norwegen tötet mit Zufallsgenerator fast 100 Leute. Ach ja, Dortmund spielt heute gegen Schalke. In Somalia sterben die Leute, weil sie nichts zu fressen haben. Geb doch den Nachrichten eine Chronologie der Wichtigkeit bettelt man sein überfordertes Gehirn an, doch das denkt noch kurz an den Abend und da ist ja kein Bier mehr im Kühlschrank. Gehört da aber rein. Muss jetzt kaufen. Jetzt. Im Radio läuft Amy Winehouse. Kacke.
Wer sich wie ne Crackhure verhält, soll auch wie ne Crackhure sterben, sagt eines, was neben dir sitzt und jetzt mit dir von dem Bier hat. Du selbst zuckst Schulter und suchst Weg durchs Geäst der Informationsvielfalt und willst nur mal kurz Standpunkt, nur mal kurz so Standbild mit Ruhephase, vielleicht 30 Sekunden Ruhe von dem Geballer, dem Mitleid erhaschen wollen, der ganzen Rotzbrigade da draußen.
Dein Plattenschrank beinhaltet eine Amy Winehouse Platte. Du legst sie auf und denkst, wenn du jetzt heulst, dann ist irgendwas Kosmisches oder Komisches mit dir am Passieren. Du legst die Platte also auf, die Musik dümpelt los und du fühlst ein bißchen was. So ein Gefühl ist das, das zum Weinen nicht ausreicht, aber immerhin in diese Richtung geht. Im TV so Hungerkinder, die mit dem Gesicht im Sand liegen. Selbst das als Kombination kann dich jetzt nicht weinen machen. Das Ding neben dir hat schon angefangen zu singen, will mehr Bier. Das ist also die Welt, wie sie heute ist. Schön ist das alles nicht, Schönheit liegt nur im Auge des Verachters.
Drogenpopstars, Attentäteropfer und Hungerkinder sterben wie die Fliegen und wir sitzen in irgendwelchen Küchen und diskutieren angebliche Wichtigkeiten, z. B. wer es denn jetzt schlimmer hat. Langsam wird dir klar, dass dir immer mehr egal wird und dass es sich gut anfühlt. Trauer hält nur auf, legt Steine auf Wege und die Winehouse Platte geht zu Ende und dieser Text ist kein Nachruf, sondern ein Aufruf.
um
19:30
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Mittwoch, Juli 20, 2011
Der Berg
Die traurige Ballade von Uwe und Frieda
Da hat er dann doch mal Glück gehabt, denkt Uwe und Liebe passiert ihm. Und weil er nichts Falsches daran erkennen mag, lässt er es passieren und es wächst, wie ein immer raumfordernderer Tumor und verschönert sich gleichzeitig und Uwe bildet so Kausalketten, die irgendwie auch mit der Frieda zu tun haben. Liebe eben, denkt Uwe, alles gut, alles richtig. Sowas scheint es tatsächlich zu geben. Für einige Leute der letzte Rückzugsort. Utopiaverliebtes Autistenvolk, denkt Uwe. Auch denkt er, dass er die Lage im Griff habe, denn seine Gefühle sind nicht mehr diese durchgeknallten Wildpferde, die sie waren, als er jung war. Sie sind gezähmte, manchmal gelangweilte, leicht adipöse Elefanten, die sich nur noch zum Ficken oder Fressen bewegen mögen.
Die Zeit verbringt er also jetzt mit Frieda und mit der Liebe. Das ist gut, denkt Uwe, dass da jemand ist, der so ähnlich ist, wie er und sieht Frieda in die Augen und meint, Teile ihrer Gedanken, Sehnsüchte, Hoffnungen und Widersprüche darin zu erkennen. In Friedas Augen liegt aber nur die Gemütlichkeit, dass da endlich mal einer ist, nach so langer Zeit der Unbegehrtheit, einer, der klare Ansagen macht, einer, der nicht zu viel und nicht zu wenig fordert und der auch mal eine kleine Mahlzeit selbst zubereiten kann. Ausgestreckt liegt sie da, die fette Gemütlichkeit auf dem Chaiselounge der betäubten Vollgefressenheit. Friedas Gefühle sind mit massiv viel Pferdebetäubungsmittel lahmgeschossene Dinosaurier. Sie glaubte an deren Ausgestorbenheit, doch hinter irgendeinem Felsbrocken, da lagen noch welche. Apropos Felsbrocken, die mag Frieda besonders gern. Sie hat, weil sie ja auch schon ein gewisses Alter hat, nicht mehr diese sei-wild-sei-frech-und-sei-unfassbar-krass-drauf-Gefühle, aber immerhin einen leicht beschleunigten Herzschlag, wenn Uwe ihr unter die Augen tritt.
Und dann denkt Uwe, kurz bevor alles noch viel zu schön wird: Fahren wir doch mal in den Urlaub. Da war dieser Punkt, diese Idee den Standort zu ändern, mal kurz raus aus der gewohnten Umgebung, weil einen dort nur die Gewohnheit umgibt. Frieda mag die Berge und Uwe irgendwie gar nicht. Felsbrocken, die wie hingeworfen aussehen, findet er einfach nur dumm. Es sieht aus, als hätte eine höhere Macht lediglich Trümmer auf Trümmer gestapelt und wozu sowas gut sein soll, fällt Uwe beim besten Willen nicht ein. Für Frieda aber sind diese Berge etwas, was sie singen macht und dann entscheiden sie sich eines Tages, mit Käsebroten und Tee bewaffnet, auf Felsen zu gehen. Toll solls da oben sein. Hört man die tönen, die vorgeben, da schon mal gewesen zu sein. Auf, auf. Sie schultern Rucksäcke, ergreifen gegenseitig das Fleisch ihrer Hände und steigen auf.
Da steigt dann also ein Liebespaar auf einen Berg und sie kommen als Fremde wieder runter. Und da stehen sie dann, in ihren sportlichen Freizeitjacken und sehen es sportlich. Scheiße passiert, denkt sich Scheiße und passiert.
Uwe und Frieda sind dann also oben und schauen. Uwe ruft etwas, ein Echo ruft zurück und dann langweilt er sich, weil das doch nicht schon alles gewesen sein kann. Wo sind denn die ganzen Versprechen, die so ein Restleben noch irgendwie wild machen könnten? Wo ist das LSD für seine Gefühlspferde? Warum fühlt er sich so betäubt von der Gegenwart der Liebe?
Auf dem Berg sind Sachen passiert, die überall passieren. Das große Anöden. Das meterweite Nichts, die epochale Überlangeweile. Die Erkenntnis, dass, wenn mal erst mal weit gucken kann und der Partner das Einzige ist, das man sieht, der Partner gegen die Weite der Welt echt mal schlecht abschneidet. Sogar die Blumen waren auf einmal interessanter. Und das obwohl man Blumen eigentlich total dumm findet, ähnlich wie Berge. Ach diese Blumen, denkt man dann und sieht sich den Mitgewanderten an und denkt lieber schnell nochmal: ach diese Blumen.
Dann kommt Streit, einfach so. Obwohl oder weil da oben nichts ist, kommt Streit. Grün ist die Wiese, laut Friedas Geschrei, die Luft wird dünner oder dicker, je nach dem, und man wird das Gefühl nicht los, dass es einen gibt, so ganz in der Nähe, der einem den Sauerstoff wegatmet. Einfach so, aus reiner Böswilligkeit. Weiterschreien. Weggucken. Sich verbal in offensichtliche Wunden einarbeiten. Die Wunden mit Salzstreuern behandeln. Runtergehen. Ach hör doch endlich auf, sagt man zum Partner und meint doch eigentlich schon die gemeinsame Zeit.
Man entscheidet also, sich fremd zu werden. Aus Parfum ist schnell Pisse geworden. Einfach so. Nach dem Aufsteigen auch wieder absteigen. Wie der FC St. Pauli, denkt Uwe noch. Nur als Paar. Tragik, die konstant ist. Also: ab ins Tal. Dort angekommen nochmal feste Aufwiedersehen in Streitform gesagt und vielleicht kurz darüber nachgedacht, warum sich das eigene Leben so leer anfühlt. Vielleicht hatte ja einer die Hoffnung, Uwe oder Frieda, dass die eigene Leere durch ein menschliches Gegenüber, dass sich einbildet einen zu lieben, irgendwie gefüllt werden kann. Nur die eigene Leere, die ist immer da und die bleibt auch, wenn man sie nicht selbst mit dem Menschen anfüllt, der man selbst sein möchte. Dann aber schnell woanders hingedacht, bevor man das zu Ende gedacht hat, weil dann diese große Leere entsteht. Eine Leere, die größer ist, als man sie ertragen kann. Sich selbst nicht ertragen können macht andere nicht ertragen können. Am Ende großer Szenen bleiben kleine Menschen übrig. Affen auf Starkstrom.
Dann wird die Realität mit der eigenen Argumentation gefüttert. Uwe und Frieda. "Was ist nur aus uns geworden?", hört man dann einen oder beide fragen und diese Frage steht im Raum wie ein verhungerndes kenianisches Waisenkind. Antworten bleiben aus. Das Partnerding ist nicht gut für mich, weil es mich aufhält. Denken dann Uwe oder Frieda, kurz bevor sie sich entscheiden, wegzugehen. Es liegt im Weg rum und macht bittere Stimmung, obwohl man lachen könnte. Zehn Sekunden Partnergrummeln sind zehn Sekunden verschenktes Lachen, denkt man dann und missbilligt alles andere.
Wie klein und dumm und ekelhaft kaputt man selbst ist, merkt man doch erst, wenn die Wohnungstür zum letzten Mal zuklappt und jemand rausgeht, der nie wieder reingeht.
Die traurige Ballade von Uwe und Frieda
Da hat er dann doch mal Glück gehabt, denkt Uwe und Liebe passiert ihm. Und weil er nichts Falsches daran erkennen mag, lässt er es passieren und es wächst, wie ein immer raumfordernderer Tumor und verschönert sich gleichzeitig und Uwe bildet so Kausalketten, die irgendwie auch mit der Frieda zu tun haben. Liebe eben, denkt Uwe, alles gut, alles richtig. Sowas scheint es tatsächlich zu geben. Für einige Leute der letzte Rückzugsort. Utopiaverliebtes Autistenvolk, denkt Uwe. Auch denkt er, dass er die Lage im Griff habe, denn seine Gefühle sind nicht mehr diese durchgeknallten Wildpferde, die sie waren, als er jung war. Sie sind gezähmte, manchmal gelangweilte, leicht adipöse Elefanten, die sich nur noch zum Ficken oder Fressen bewegen mögen.
Die Zeit verbringt er also jetzt mit Frieda und mit der Liebe. Das ist gut, denkt Uwe, dass da jemand ist, der so ähnlich ist, wie er und sieht Frieda in die Augen und meint, Teile ihrer Gedanken, Sehnsüchte, Hoffnungen und Widersprüche darin zu erkennen. In Friedas Augen liegt aber nur die Gemütlichkeit, dass da endlich mal einer ist, nach so langer Zeit der Unbegehrtheit, einer, der klare Ansagen macht, einer, der nicht zu viel und nicht zu wenig fordert und der auch mal eine kleine Mahlzeit selbst zubereiten kann. Ausgestreckt liegt sie da, die fette Gemütlichkeit auf dem Chaiselounge der betäubten Vollgefressenheit. Friedas Gefühle sind mit massiv viel Pferdebetäubungsmittel lahmgeschossene Dinosaurier. Sie glaubte an deren Ausgestorbenheit, doch hinter irgendeinem Felsbrocken, da lagen noch welche. Apropos Felsbrocken, die mag Frieda besonders gern. Sie hat, weil sie ja auch schon ein gewisses Alter hat, nicht mehr diese sei-wild-sei-frech-und-sei-unfassbar-krass-drauf-Gefühle, aber immerhin einen leicht beschleunigten Herzschlag, wenn Uwe ihr unter die Augen tritt.
Und dann denkt Uwe, kurz bevor alles noch viel zu schön wird: Fahren wir doch mal in den Urlaub. Da war dieser Punkt, diese Idee den Standort zu ändern, mal kurz raus aus der gewohnten Umgebung, weil einen dort nur die Gewohnheit umgibt. Frieda mag die Berge und Uwe irgendwie gar nicht. Felsbrocken, die wie hingeworfen aussehen, findet er einfach nur dumm. Es sieht aus, als hätte eine höhere Macht lediglich Trümmer auf Trümmer gestapelt und wozu sowas gut sein soll, fällt Uwe beim besten Willen nicht ein. Für Frieda aber sind diese Berge etwas, was sie singen macht und dann entscheiden sie sich eines Tages, mit Käsebroten und Tee bewaffnet, auf Felsen zu gehen. Toll solls da oben sein. Hört man die tönen, die vorgeben, da schon mal gewesen zu sein. Auf, auf. Sie schultern Rucksäcke, ergreifen gegenseitig das Fleisch ihrer Hände und steigen auf.
Da steigt dann also ein Liebespaar auf einen Berg und sie kommen als Fremde wieder runter. Und da stehen sie dann, in ihren sportlichen Freizeitjacken und sehen es sportlich. Scheiße passiert, denkt sich Scheiße und passiert.
Uwe und Frieda sind dann also oben und schauen. Uwe ruft etwas, ein Echo ruft zurück und dann langweilt er sich, weil das doch nicht schon alles gewesen sein kann. Wo sind denn die ganzen Versprechen, die so ein Restleben noch irgendwie wild machen könnten? Wo ist das LSD für seine Gefühlspferde? Warum fühlt er sich so betäubt von der Gegenwart der Liebe?
Auf dem Berg sind Sachen passiert, die überall passieren. Das große Anöden. Das meterweite Nichts, die epochale Überlangeweile. Die Erkenntnis, dass, wenn mal erst mal weit gucken kann und der Partner das Einzige ist, das man sieht, der Partner gegen die Weite der Welt echt mal schlecht abschneidet. Sogar die Blumen waren auf einmal interessanter. Und das obwohl man Blumen eigentlich total dumm findet, ähnlich wie Berge. Ach diese Blumen, denkt man dann und sieht sich den Mitgewanderten an und denkt lieber schnell nochmal: ach diese Blumen.
Dann kommt Streit, einfach so. Obwohl oder weil da oben nichts ist, kommt Streit. Grün ist die Wiese, laut Friedas Geschrei, die Luft wird dünner oder dicker, je nach dem, und man wird das Gefühl nicht los, dass es einen gibt, so ganz in der Nähe, der einem den Sauerstoff wegatmet. Einfach so, aus reiner Böswilligkeit. Weiterschreien. Weggucken. Sich verbal in offensichtliche Wunden einarbeiten. Die Wunden mit Salzstreuern behandeln. Runtergehen. Ach hör doch endlich auf, sagt man zum Partner und meint doch eigentlich schon die gemeinsame Zeit.
Man entscheidet also, sich fremd zu werden. Aus Parfum ist schnell Pisse geworden. Einfach so. Nach dem Aufsteigen auch wieder absteigen. Wie der FC St. Pauli, denkt Uwe noch. Nur als Paar. Tragik, die konstant ist. Also: ab ins Tal. Dort angekommen nochmal feste Aufwiedersehen in Streitform gesagt und vielleicht kurz darüber nachgedacht, warum sich das eigene Leben so leer anfühlt. Vielleicht hatte ja einer die Hoffnung, Uwe oder Frieda, dass die eigene Leere durch ein menschliches Gegenüber, dass sich einbildet einen zu lieben, irgendwie gefüllt werden kann. Nur die eigene Leere, die ist immer da und die bleibt auch, wenn man sie nicht selbst mit dem Menschen anfüllt, der man selbst sein möchte. Dann aber schnell woanders hingedacht, bevor man das zu Ende gedacht hat, weil dann diese große Leere entsteht. Eine Leere, die größer ist, als man sie ertragen kann. Sich selbst nicht ertragen können macht andere nicht ertragen können. Am Ende großer Szenen bleiben kleine Menschen übrig. Affen auf Starkstrom.
Dann wird die Realität mit der eigenen Argumentation gefüttert. Uwe und Frieda. "Was ist nur aus uns geworden?", hört man dann einen oder beide fragen und diese Frage steht im Raum wie ein verhungerndes kenianisches Waisenkind. Antworten bleiben aus. Das Partnerding ist nicht gut für mich, weil es mich aufhält. Denken dann Uwe oder Frieda, kurz bevor sie sich entscheiden, wegzugehen. Es liegt im Weg rum und macht bittere Stimmung, obwohl man lachen könnte. Zehn Sekunden Partnergrummeln sind zehn Sekunden verschenktes Lachen, denkt man dann und missbilligt alles andere.
Wie klein und dumm und ekelhaft kaputt man selbst ist, merkt man doch erst, wenn die Wohnungstür zum letzten Mal zuklappt und jemand rausgeht, der nie wieder reingeht.
um
07:03
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Samstag, Juli 02, 2011
Herzensgutes, erniedrigtes Volk,
nach überstandenem deutschlandweitem Rumgetoure mit den Büchern "Vogelstimmen" und "Ich hab die Unschuld kotzen sehen, Teil 3" sitze ich nun hier am Schreibtisch der Rekapitulation, um diese neue Kampfschrift zu verfassen. Seit letzten Herbst war ich damit eigentlich unterbrechungslos unterwegs, diese beiden Bücher dem literaturdurstigen Volk einzuschenken. Ich bekam Applaus, Liebe, Geld und Drogen geschenkt, aber wofür macht man diese Scheiße denn sonst. Leider habe ich die Kilometer nicht gezählt, wie es einige lesewütige Kollegen immer am Ende ihrer Tourneen machen, um statistisch steil zu gehen, ich als Nichtmathematiker lasse das lieber. Ich konzentriere mich ganz aufs Gesamtgefühl und denke auch gerne an Auftritte, zu denen nur 2 Leute kamen, zurück. Die gab es auf dieser Tour auch und das waren dann sehr leise und gesprächsintensive Shows.
Noch einmal ein kurzer Rückblick auf den letzten Monat: Der Juni war voller kurioser Momente, schöne und böse gleichermaßen. Lesungen in Essen, Köln, Osnabrück, Linz, Wien, Stuttgart, Wiesbaden und Berlin haben Kraft gekostet und gleichermaßen geschenkt. Das Touren hinterließ seine Spuren, es gab Städte, die haben mich eingesogen um mich als Nebenprodukt ihrer sonstigen Verdauung wieder auszuspucken. Besonders kurios war es immer in Großstädten, die die Identitäten der Leute, die dahin gezogen sind derart deformiert haben, dass sie nicht mehr als die Menschen, die sie eigentlich zu sein bestrebten wirken konnten. Da das kein Einzelfall war, hat mich das zu folgendem Gedicht mit dem Titel "Trecker und Ubahn" inspiriert:
Wenn ein kleines Dorf dich auskotzt
und du kommst in diese Stadt
bist du immer noch die Nahrung
die das Dorf ausgekotzt hat
und du zerrst an deinen Wurzeln
doch du bist und bleibst ein Bauer
deine Eltern melken Kühe
du wirst nur älter und nicht schlauer
foddo by m.thier
Das war nun der Poesieteil dieser Ausgabe. Das gute alte Gedicht, mit dem auch meine ganze Scheiße anfing. Da dachte ich wirklich immer, wenn ich zwei Zeilen passend zusammenkriege, bin ich der Geilsten einer. Die Zeilen haben sich fast wie von selbst vermehrt und es hat sich gelohnt zu warten. Apropos Entwicklung, ach ne, doch nicht ...
Der Sommer wird eine warme Welle gechillten Enthusiasmuses werden, hoffe ich und ich werde mit meinem Speedboat ein paar fremde Völker besuchen, bevor es im Herbst wieder heißen wird: Räum den Tisch frei, du Lesenutte es gibt einen NEUEN ROMAN von Dirk Bernemann.
Ja, in der Tat wird es den geben, erscheinen wird er im neuen Unsichtbar-Verlag und alles weitere erfahrt Ihr beizeiten. Nur soviel: kurz bevor ich dieses Buch schrieb habe ich viel Elfriede Jelinek gelesen und ihr Stil hat sich mit meinem Grammatikshit vermischt und die Symbiose des Ganzen ist ein Buch über eine be- und verhinderte Gesellschaft, die kurz vorm Grenzendurchbrechen ... erst mal ... und dann ...
Was ich noch gehört habe an Bewertungsgeseiher: Chuck Norris liest Dirk Bernemann und weint dabei. Das habe ich kürzlich in irgendeiner Buchkritik gelesen und wußte es zunächst nicht zu bewerten, mittlerweile glaube ich am Rande der naiven Gutgläubigkeit, die manchmal aus mir rausfällt, dass es sich dabei um ein mutwilliges Kompliment gehandelt haben soll. Kritiker denken ja manchmal komplizierten Scheiß, den sie noch komplizierter ausdrücken.
Ach, eins noch: am 15. Juli lese ich nochmal kurz in Hamburg auf dem Freigeistern Festival. Jedem, der grad da unterwegs ist kann ich sagen: lohnt in jedem Fall. Minifestival mit schöner Mischung aus vielen Kunstformen. Anschließend Tanzmusik für alle und das für den entspannten Tarif von 6 Euro.
Jetzt erst mal Sommer bitte, mehr Licht, mehr Hitze, mehr Leben!!!
Es grüßt,
yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
www.dirkbernemann.de
nach überstandenem deutschlandweitem Rumgetoure mit den Büchern "Vogelstimmen" und "Ich hab die Unschuld kotzen sehen, Teil 3" sitze ich nun hier am Schreibtisch der Rekapitulation, um diese neue Kampfschrift zu verfassen. Seit letzten Herbst war ich damit eigentlich unterbrechungslos unterwegs, diese beiden Bücher dem literaturdurstigen Volk einzuschenken. Ich bekam Applaus, Liebe, Geld und Drogen geschenkt, aber wofür macht man diese Scheiße denn sonst. Leider habe ich die Kilometer nicht gezählt, wie es einige lesewütige Kollegen immer am Ende ihrer Tourneen machen, um statistisch steil zu gehen, ich als Nichtmathematiker lasse das lieber. Ich konzentriere mich ganz aufs Gesamtgefühl und denke auch gerne an Auftritte, zu denen nur 2 Leute kamen, zurück. Die gab es auf dieser Tour auch und das waren dann sehr leise und gesprächsintensive Shows.
Noch einmal ein kurzer Rückblick auf den letzten Monat: Der Juni war voller kurioser Momente, schöne und böse gleichermaßen. Lesungen in Essen, Köln, Osnabrück, Linz, Wien, Stuttgart, Wiesbaden und Berlin haben Kraft gekostet und gleichermaßen geschenkt. Das Touren hinterließ seine Spuren, es gab Städte, die haben mich eingesogen um mich als Nebenprodukt ihrer sonstigen Verdauung wieder auszuspucken. Besonders kurios war es immer in Großstädten, die die Identitäten der Leute, die dahin gezogen sind derart deformiert haben, dass sie nicht mehr als die Menschen, die sie eigentlich zu sein bestrebten wirken konnten. Da das kein Einzelfall war, hat mich das zu folgendem Gedicht mit dem Titel "Trecker und Ubahn" inspiriert:
Wenn ein kleines Dorf dich auskotzt
und du kommst in diese Stadt
bist du immer noch die Nahrung
die das Dorf ausgekotzt hat
und du zerrst an deinen Wurzeln
doch du bist und bleibst ein Bauer
deine Eltern melken Kühe
du wirst nur älter und nicht schlauer
foddo by m.thier
Das war nun der Poesieteil dieser Ausgabe. Das gute alte Gedicht, mit dem auch meine ganze Scheiße anfing. Da dachte ich wirklich immer, wenn ich zwei Zeilen passend zusammenkriege, bin ich der Geilsten einer. Die Zeilen haben sich fast wie von selbst vermehrt und es hat sich gelohnt zu warten. Apropos Entwicklung, ach ne, doch nicht ...
Der Sommer wird eine warme Welle gechillten Enthusiasmuses werden, hoffe ich und ich werde mit meinem Speedboat ein paar fremde Völker besuchen, bevor es im Herbst wieder heißen wird: Räum den Tisch frei, du Lesenutte es gibt einen NEUEN ROMAN von Dirk Bernemann.
Ja, in der Tat wird es den geben, erscheinen wird er im neuen Unsichtbar-Verlag und alles weitere erfahrt Ihr beizeiten. Nur soviel: kurz bevor ich dieses Buch schrieb habe ich viel Elfriede Jelinek gelesen und ihr Stil hat sich mit meinem Grammatikshit vermischt und die Symbiose des Ganzen ist ein Buch über eine be- und verhinderte Gesellschaft, die kurz vorm Grenzendurchbrechen ... erst mal ... und dann ...
Was ich noch gehört habe an Bewertungsgeseiher: Chuck Norris liest Dirk Bernemann und weint dabei. Das habe ich kürzlich in irgendeiner Buchkritik gelesen und wußte es zunächst nicht zu bewerten, mittlerweile glaube ich am Rande der naiven Gutgläubigkeit, die manchmal aus mir rausfällt, dass es sich dabei um ein mutwilliges Kompliment gehandelt haben soll. Kritiker denken ja manchmal komplizierten Scheiß, den sie noch komplizierter ausdrücken.
Ach, eins noch: am 15. Juli lese ich nochmal kurz in Hamburg auf dem Freigeistern Festival. Jedem, der grad da unterwegs ist kann ich sagen: lohnt in jedem Fall. Minifestival mit schöner Mischung aus vielen Kunstformen. Anschließend Tanzmusik für alle und das für den entspannten Tarif von 6 Euro.
Jetzt erst mal Sommer bitte, mehr Licht, mehr Hitze, mehr Leben!!!
Es grüßt,
yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
www.dirkbernemann.de
um
23:17
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Mittwoch, Juni 22, 2011
Zwei bei Calvados ...
(manchmal brechen seltsame Gedanken hervor. Dieser Text hier entstand auf einer seltsamen Bewußtseinsinsel und unter dem Einfluß von 2 Tage nichts zu essen und dem großartigen Buch "Arc de Triomphe" von Erich Maria Remarque)
Die Zeiten flattern. Das staatlich verordnete Seditativ-TV erbricht weiterhin Beruhigendes in unsere Zimmer. Aber die Zeiten flattern, das spürt man.
Man spürt es in Gesprächen mit den Leuten, die endlich bemerken, dass sich überall vergleichbare Scheiße aufhält und man nun mehr erkannt habe, dass die Zufluchtsasyle wie Parteien, Kinder, Ideologien, Beziehungen, Kleidung, Vokabular, Musikgeschmack, Drogengewohnheiten, Fußballclubs auch nicht die Wahrheit symbolisieren. Der Rest, außen herum, bleibt sich immer gleich.
Sie fangen an zu denken und denken, dass denken gut und wichtig ist und sie hören auf, denen zu vertrauen, die die Demokratie wie eine bewußtlose Hure ficken. (ab und an stellen sogar Leute im Fernsehen die sogenannte Systemfrage und werden dann von sogenannten Moderatoren unterbrochen und in die Realität zurückgeführt, wo es dann kälter als zuvor ist, weil man nicht mal mehr ausreden darf, wenn man sagt: Kapitalismus ist ein zu schnelles Auto ohne Bremse und die Wand ist DA VORNE und Airbags, hahahaha, was waren nochmal Airbags ...) Und irgendwann kommen sie darauf, dass sie selbst vermeiden sollten zu glauben, dass die Leute mehr als triebgesteuerte Säugetiere sind. Für Käfighaltung ungeeignet.
Täglich arrangiert sich die Zukunft neu, die von der wir in den Achtzigern noch geglaubt haben, sie käme mit Weltfrieden, fliegenden Autos und Kontakt mit freundlichen, am Zeigefinger leuchtenden Aliens daher, stattdessen gab man uns die Nachteile der Globalisierung, Massenverdummungswaffen und als Oberkick für jeden: das Internet. Damit die Geschwindigkeit des Dummbleibens und Dummwerdens und des an den Überforderungen der Zeit und des Menschseins darin, scheitern und noch extremer rüber kommen. Das einzig gute an der heutigen Zukunft ist ja, dass sie nur in überschaubaren Teilen geliefert wird. Jeden Tag nur ein Tag.
Und du gefällst dir gar nicht in deiner Rolle als Kritiker der Umstände. Gesellschaftskritik ist ein Scheißwort, weißt du, weil zu viele auf dieser Welle surfen, als das sie alle ans Ufer werfen kann. Es ist so eng, hier oben auf der Welle und außerdem ist Surfen ein Scheißsport.
Ich bin gerade in Berlin und lebe ein gutes Leben, hört man mich sagen, weil ich gerade in Berlin bin und grad ein gutes Leben lebe. Aber: Die Zeiten flattern. Nervöse Kolibris und so. Und ich weiß nicht, was man jetzt noch machen kann und dann nimmst du mich in den Arm und sagst: Wenn du nicht weißt, was du tust, bist du gar nicht so dumm ...
Ich kann nichts tun, außer dir zu glauben.
(manchmal brechen seltsame Gedanken hervor. Dieser Text hier entstand auf einer seltsamen Bewußtseinsinsel und unter dem Einfluß von 2 Tage nichts zu essen und dem großartigen Buch "Arc de Triomphe" von Erich Maria Remarque)
Die Zeiten flattern. Das staatlich verordnete Seditativ-TV erbricht weiterhin Beruhigendes in unsere Zimmer. Aber die Zeiten flattern, das spürt man.
Man spürt es in Gesprächen mit den Leuten, die endlich bemerken, dass sich überall vergleichbare Scheiße aufhält und man nun mehr erkannt habe, dass die Zufluchtsasyle wie Parteien, Kinder, Ideologien, Beziehungen, Kleidung, Vokabular, Musikgeschmack, Drogengewohnheiten, Fußballclubs auch nicht die Wahrheit symbolisieren. Der Rest, außen herum, bleibt sich immer gleich.
Sie fangen an zu denken und denken, dass denken gut und wichtig ist und sie hören auf, denen zu vertrauen, die die Demokratie wie eine bewußtlose Hure ficken. (ab und an stellen sogar Leute im Fernsehen die sogenannte Systemfrage und werden dann von sogenannten Moderatoren unterbrochen und in die Realität zurückgeführt, wo es dann kälter als zuvor ist, weil man nicht mal mehr ausreden darf, wenn man sagt: Kapitalismus ist ein zu schnelles Auto ohne Bremse und die Wand ist DA VORNE und Airbags, hahahaha, was waren nochmal Airbags ...) Und irgendwann kommen sie darauf, dass sie selbst vermeiden sollten zu glauben, dass die Leute mehr als triebgesteuerte Säugetiere sind. Für Käfighaltung ungeeignet.
Täglich arrangiert sich die Zukunft neu, die von der wir in den Achtzigern noch geglaubt haben, sie käme mit Weltfrieden, fliegenden Autos und Kontakt mit freundlichen, am Zeigefinger leuchtenden Aliens daher, stattdessen gab man uns die Nachteile der Globalisierung, Massenverdummungswaffen und als Oberkick für jeden: das Internet. Damit die Geschwindigkeit des Dummbleibens und Dummwerdens und des an den Überforderungen der Zeit und des Menschseins darin, scheitern und noch extremer rüber kommen. Das einzig gute an der heutigen Zukunft ist ja, dass sie nur in überschaubaren Teilen geliefert wird. Jeden Tag nur ein Tag.
Und du gefällst dir gar nicht in deiner Rolle als Kritiker der Umstände. Gesellschaftskritik ist ein Scheißwort, weißt du, weil zu viele auf dieser Welle surfen, als das sie alle ans Ufer werfen kann. Es ist so eng, hier oben auf der Welle und außerdem ist Surfen ein Scheißsport.
Ich bin gerade in Berlin und lebe ein gutes Leben, hört man mich sagen, weil ich gerade in Berlin bin und grad ein gutes Leben lebe. Aber: Die Zeiten flattern. Nervöse Kolibris und so. Und ich weiß nicht, was man jetzt noch machen kann und dann nimmst du mich in den Arm und sagst: Wenn du nicht weißt, was du tust, bist du gar nicht so dumm ...
Ich kann nichts tun, außer dir zu glauben.
um
12:58
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Sonntag, Mai 29, 2011
Deutschland ist ein Gurkenstaat
Wenn ich mir dir unterwegs bin und wir, nachdem wir irgendwo anders gesessen haben, irgendwann hier am Fluß sitzen und man in der Luft merkt, dass die Müllverbrennungsanlage heute einen guten Tag hatte, dann besteht immer die Möglichkeit, dass du ein lösgelöstes Reden beginnst. Wir sind zwei Zuspätjugendliche, die gern mit der letzten Flasche Bier dem Fluß beim Vorbeifließen zusehen. Das Teil ist so schmutzig, trüge es Fische in sich, trüge es nicht lange Fische in sich. Wir aschen in die Natur, in Erwartung eines Sommers und am Himmel stehen die Sterne rum wie die Crackhuren am Frankfurter Hauptbahnhof. Du zeigst dahin, in diesen Himmel, und brüllst Sternschnubbe durch die Nacht.
Und dann regen wir uns einen langweiligen Sommer über Gurken auf, während um uns die Welt vor die Hunde und andere Tiere geht. Der Gurkensommer, so hast du gesagt, sei wieder ein Beweis für die glorreiche Ablenkung, die sie uns angedeihen lassen, um vom wahren Matsch und Gammel, den wir jeden Tag fressen und glauben und weiterverbreiten in schrillen Farben abzulenken.
Fürchtet die Gurke, sie wird großes Unheil über eure Verdauungssysteme bringen, sie wird in euren Därmen irreversible Dinge tun. Wohl denen, die schon immer die Gurkenscheibe vom Mc Donalds Cheeseburger entfernt haben, sie leben gesund wie ehedem. So tönt es aus den Idiotenanstalten, denen wir unsere Meinungen und Interessen anvertrauen. Und, ey, scheiß auf Fernsehkritik, sagst du noch, aber grad, also eben gerade während der Halbzeitpause des Championsleague Finales auf Satan 1, also während dieser Halbzeitpause gab es in einem Gewinnspiel ein Auto zu gewinnen und man mußte lediglich die gehirnzersetzende Frage beantworten, bei welcher Sportart es Gewichtklassen gibt. A: Fußball oder B: Kickboxen. Du hast nicht lange überlegt und die zweite Halbzeit im Radio gehört. Außerdem hast du dich die ganze Zeit gefragt, wie es wohl bei Messi zuhause aussieht ...
Toll, sagst du, ganz toll, wie jetzt gerade die Revolution der gepeinigten, sich selbst befreienden Völker von Nordafrika nach Südeuropa überschwappt. In Frankreich war sie schon und hat in den Banlieues einige Feuer angezündet. In Griechenland war sie auch schon und sie haben einen 15jährigen abgeknallt und erinnert sich noch jemand an Genua und Carlo Giuliani? Und hier weht der Wind über Sommerwiesen und Jugendliche schreiben Poesie oder Blogs oder tanken ihre Autos voll. Behängen sich dann mit Grillgut, gehen in Parks und grillen, vermeiden dabei aber den drohenden Terror der finstergrünen Gurke.
Wer wohl ein höheres Interesse an unserem Dummbleiben hat? Die meinen es doch alle gut mit uns, bestimmt wird das Niveau von Unterhaltung, wie auch das Niveau von Bildung und dadurch vielleicht sogar das Niveau zum Willen für Veränderung innerhalb der nächsten 10 Jahre wieder steigen, wer weiß?
Solange bleibt alles entspannt im Land und übriggebliebene Wutbürger gehen zu Stuttgart 21 oder wählen jetzt mal aus Protest oder anderen Schnauze-voll-Gefühlen grün oder tendeln zur Antiatomdemo und regen sich 90 Minuten über die Willkür eines Staates auf, den sie durch ihr Verhalten sichern.
Etwas Gutes, so sagtest du noch, hat die ganze Scheiße ja auch, die FDP verschwindet langsam wie eine abklingende unansehnliche Geschlechtskrankheit. Es ist so verdammt unsexy, in der FDP zu sein.
Wieder zeigst du in diesen geöffneten Himmel, ein Himmel, der so aussieht, als böte er Milliarden Möglichkeiten für Blickfixpunkte und du brüllst schon wieder Sternschnubbe und zeigst auf ein Raumschiff oder auf die zuckende Straßenlaterne und wir stehen auf und gehen ein paar Schritte und dann sagst du: "Alter, ich hab in meinem Leben schon so viele Sternschnubben gesehn und bin immer noch hier." Mit dieser Tragik müssen wir dann wohl leben ...
Wenn ich mir dir unterwegs bin und wir, nachdem wir irgendwo anders gesessen haben, irgendwann hier am Fluß sitzen und man in der Luft merkt, dass die Müllverbrennungsanlage heute einen guten Tag hatte, dann besteht immer die Möglichkeit, dass du ein lösgelöstes Reden beginnst. Wir sind zwei Zuspätjugendliche, die gern mit der letzten Flasche Bier dem Fluß beim Vorbeifließen zusehen. Das Teil ist so schmutzig, trüge es Fische in sich, trüge es nicht lange Fische in sich. Wir aschen in die Natur, in Erwartung eines Sommers und am Himmel stehen die Sterne rum wie die Crackhuren am Frankfurter Hauptbahnhof. Du zeigst dahin, in diesen Himmel, und brüllst Sternschnubbe durch die Nacht.
Und dann regen wir uns einen langweiligen Sommer über Gurken auf, während um uns die Welt vor die Hunde und andere Tiere geht. Der Gurkensommer, so hast du gesagt, sei wieder ein Beweis für die glorreiche Ablenkung, die sie uns angedeihen lassen, um vom wahren Matsch und Gammel, den wir jeden Tag fressen und glauben und weiterverbreiten in schrillen Farben abzulenken.
Fürchtet die Gurke, sie wird großes Unheil über eure Verdauungssysteme bringen, sie wird in euren Därmen irreversible Dinge tun. Wohl denen, die schon immer die Gurkenscheibe vom Mc Donalds Cheeseburger entfernt haben, sie leben gesund wie ehedem. So tönt es aus den Idiotenanstalten, denen wir unsere Meinungen und Interessen anvertrauen. Und, ey, scheiß auf Fernsehkritik, sagst du noch, aber grad, also eben gerade während der Halbzeitpause des Championsleague Finales auf Satan 1, also während dieser Halbzeitpause gab es in einem Gewinnspiel ein Auto zu gewinnen und man mußte lediglich die gehirnzersetzende Frage beantworten, bei welcher Sportart es Gewichtklassen gibt. A: Fußball oder B: Kickboxen. Du hast nicht lange überlegt und die zweite Halbzeit im Radio gehört. Außerdem hast du dich die ganze Zeit gefragt, wie es wohl bei Messi zuhause aussieht ...
Toll, sagst du, ganz toll, wie jetzt gerade die Revolution der gepeinigten, sich selbst befreienden Völker von Nordafrika nach Südeuropa überschwappt. In Frankreich war sie schon und hat in den Banlieues einige Feuer angezündet. In Griechenland war sie auch schon und sie haben einen 15jährigen abgeknallt und erinnert sich noch jemand an Genua und Carlo Giuliani? Und hier weht der Wind über Sommerwiesen und Jugendliche schreiben Poesie oder Blogs oder tanken ihre Autos voll. Behängen sich dann mit Grillgut, gehen in Parks und grillen, vermeiden dabei aber den drohenden Terror der finstergrünen Gurke.
Wer wohl ein höheres Interesse an unserem Dummbleiben hat? Die meinen es doch alle gut mit uns, bestimmt wird das Niveau von Unterhaltung, wie auch das Niveau von Bildung und dadurch vielleicht sogar das Niveau zum Willen für Veränderung innerhalb der nächsten 10 Jahre wieder steigen, wer weiß?
Solange bleibt alles entspannt im Land und übriggebliebene Wutbürger gehen zu Stuttgart 21 oder wählen jetzt mal aus Protest oder anderen Schnauze-voll-Gefühlen grün oder tendeln zur Antiatomdemo und regen sich 90 Minuten über die Willkür eines Staates auf, den sie durch ihr Verhalten sichern.
Etwas Gutes, so sagtest du noch, hat die ganze Scheiße ja auch, die FDP verschwindet langsam wie eine abklingende unansehnliche Geschlechtskrankheit. Es ist so verdammt unsexy, in der FDP zu sein.
Wieder zeigst du in diesen geöffneten Himmel, ein Himmel, der so aussieht, als böte er Milliarden Möglichkeiten für Blickfixpunkte und du brüllst schon wieder Sternschnubbe und zeigst auf ein Raumschiff oder auf die zuckende Straßenlaterne und wir stehen auf und gehen ein paar Schritte und dann sagst du: "Alter, ich hab in meinem Leben schon so viele Sternschnubben gesehn und bin immer noch hier." Mit dieser Tragik müssen wir dann wohl leben ...
um
03:37
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Dienstag, April 26, 2011
Verehrte Leserschaft,
frühlingshaftes Flirren überall, ist das nicht ziemlich cool? Die Leute lecken wieder öffentlich Eis, tragen bunte Kurzarmhemden zu Bermudashorts, dichten ihre Blicke mit Sonnenbrillen ab und machen deutlich mehr Kopulationsdinge, was zur allgemeinen Zufriedenheit beiträgt.
Was es trotz Frühling und emotionaler Leichtigkeit immer noch gibt: Atomkraft. Diesen Satz lasse ich jetzt einfach mal so hier stehen wie einen angebundenen Hund an der Autobahnraststätte, kann jeder ausdrucken, ausschneiden und weiterverwenden.
Wie einige von Ihnen ja bereits bemerkt haben, gibt es mittlerweile den dritten Teil, der überhaupt mal gar nicht als Trilogie geplanten und dann doch als dreiteiliges Manifest arrangierten Buchreihe "Ich hab die Unschuld kotzen sehen". Diese Reihe endet hier, bitte alle aussteigen.
Der Weg war weit, die Zeit reif, das Catering meistens gut und die Publikums ernst, ausgelassen und interessiert an den Brüchen des Lebens. Das es mich heute in dieser Form noch gibt, habe ich auch Euch zu verdanken, danke ihr Menschen, die zu meinen Lesungen kommen und meine Bücher klauen und kaufen. Ihr seid die Bernemann-Ultras, die ich brauche.
Auch mit dem neuen Buch werde ich bis Ende Juni wieder einige Bühnen beehren, hier mal kurz die Liste mit den ausstehenden Lesungen.
Foto by: kaputtgemenscht.de
27.04. Nürnberg – Weinerei
28.04. Erfurt – UniKum
29.04. Schwerin – Subversiv
13.05. Aachen – Raststätte (mit Mauricio Borinski)
01.06. Essen – Zeche Carl
07.06. Linz – Stadtwerkstatt (auf dem Messschiff Eleonore)
08.06. Wien – Thalia Buchhandlung W3
17.06. Köln – Limes Club
18.06. Osnabrück – Big Buttinsky
28.06. Stuttgart – Zwölfzehn
30.06. Wiesbaden – Kulturpalast
Was weiterhin passieren wird? Ne Menge!!!
Das nächste Buch steht quasi schon in den Startlöchern. Wieder ein Roman. Den wird es im neu gegründeten und im Sommer an den Start gehenden Unsichtbar-Verlag geben und irgendwann im Herbst erscheinen. Mehr will ich an dieser Stelle noch nicht dazu sagen, außer, dass es ziemlich unterhaltsam war beim Schreiben und beim Recherchieren für das Ding. Ich freu mich in jedem Falle sehr.
Apropos, Unsichbar-Verlag. Man kann mich gewinnen. In echt. Alles weitere erfahren Sie auf der informativen Internetpräsenz vom Unsichtbar-Verlag. http://www.unsichtbar-verlag.de/index.php?id=gewinnspiel
So, ich geh Sonne.
Yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
frühlingshaftes Flirren überall, ist das nicht ziemlich cool? Die Leute lecken wieder öffentlich Eis, tragen bunte Kurzarmhemden zu Bermudashorts, dichten ihre Blicke mit Sonnenbrillen ab und machen deutlich mehr Kopulationsdinge, was zur allgemeinen Zufriedenheit beiträgt.
Was es trotz Frühling und emotionaler Leichtigkeit immer noch gibt: Atomkraft. Diesen Satz lasse ich jetzt einfach mal so hier stehen wie einen angebundenen Hund an der Autobahnraststätte, kann jeder ausdrucken, ausschneiden und weiterverwenden.
Wie einige von Ihnen ja bereits bemerkt haben, gibt es mittlerweile den dritten Teil, der überhaupt mal gar nicht als Trilogie geplanten und dann doch als dreiteiliges Manifest arrangierten Buchreihe "Ich hab die Unschuld kotzen sehen". Diese Reihe endet hier, bitte alle aussteigen.
Der Weg war weit, die Zeit reif, das Catering meistens gut und die Publikums ernst, ausgelassen und interessiert an den Brüchen des Lebens. Das es mich heute in dieser Form noch gibt, habe ich auch Euch zu verdanken, danke ihr Menschen, die zu meinen Lesungen kommen und meine Bücher klauen und kaufen. Ihr seid die Bernemann-Ultras, die ich brauche.
Auch mit dem neuen Buch werde ich bis Ende Juni wieder einige Bühnen beehren, hier mal kurz die Liste mit den ausstehenden Lesungen.
Foto by: kaputtgemenscht.de
27.04. Nürnberg – Weinerei
28.04. Erfurt – UniKum
29.04. Schwerin – Subversiv
13.05. Aachen – Raststätte (mit Mauricio Borinski)
01.06. Essen – Zeche Carl
07.06. Linz – Stadtwerkstatt (auf dem Messschiff Eleonore)
08.06. Wien – Thalia Buchhandlung W3
17.06. Köln – Limes Club
18.06. Osnabrück – Big Buttinsky
28.06. Stuttgart – Zwölfzehn
30.06. Wiesbaden – Kulturpalast
Was weiterhin passieren wird? Ne Menge!!!
Das nächste Buch steht quasi schon in den Startlöchern. Wieder ein Roman. Den wird es im neu gegründeten und im Sommer an den Start gehenden Unsichtbar-Verlag geben und irgendwann im Herbst erscheinen. Mehr will ich an dieser Stelle noch nicht dazu sagen, außer, dass es ziemlich unterhaltsam war beim Schreiben und beim Recherchieren für das Ding. Ich freu mich in jedem Falle sehr.
Apropos, Unsichbar-Verlag. Man kann mich gewinnen. In echt. Alles weitere erfahren Sie auf der informativen Internetpräsenz vom Unsichtbar-Verlag. http://www.unsichtbar-verlag.de/index.php?id=gewinnspiel
So, ich geh Sonne.
Yours Lieblingsautor,
Dirk Bernemann
um
15:02
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Donnerstag, April 14, 2011
Bach runter
Foddo: by www.kaputtgemenscht.de
Komm, Baby, wir gehen den Bach runter
sagst Du
und ich weiß nicht,
ob es eine Einladung zum Spaziergang ist
oder eine zur Teilnahme an der Apokalypse
Wir gehen so rum und um
uns
brüllt der Frühling und wir
werden geil auf ihn, weil
er
es
schafft
ein paar Probleme in den Keller zu sperren
Wir sollten mal wieder Sex on a bitch haben,
meinst Du, frühlingsgefickt, wie Du bist und
ob wir nicht langsam zu alt für den ganzen Mist hier wären,
frag ich und Du sagst dann lange nichts mehr
Worüber man so lacht, darüber lachst Du
weil Du alles hier so selten dämlich findest
und Dir einen externen Planeten wünscht, wo
Menschen wie Du mit Menschen wie mir
leise glücklich werden könnten
und ich finde Dich gut, mit Deinem Schal
und Deiner hippen Brille und Deinem
sachlichen Humor, der irgendwie
schon mal böser war, aber
böse ist jetzt nicht das,
was
wir
sein wollen
Niveauleere Gespräche in Cafés anhören zu müssen,
das ist doch der Untergang, von dem Du immer faselst
und Du pointierst den Kram folgendermaßen:
Sie kaufen Zeitungen mit unnützem Wissen
und stapeln dieses Wissen in ihren erschöpfbaren Köpfen
damit, so finde ich, hast Du den Kern der Sache berührt
und alles wackelt, aber nichts fällt rum ...
Komm, wir gehen den Bach runter, sagst Du
und ich antworte: Das tun wir doch schon längst ...
Foddo: by www.kaputtgemenscht.de
Komm, Baby, wir gehen den Bach runter
sagst Du
und ich weiß nicht,
ob es eine Einladung zum Spaziergang ist
oder eine zur Teilnahme an der Apokalypse
Wir gehen so rum und um
uns
brüllt der Frühling und wir
werden geil auf ihn, weil
er
es
schafft
ein paar Probleme in den Keller zu sperren
Wir sollten mal wieder Sex on a bitch haben,
meinst Du, frühlingsgefickt, wie Du bist und
ob wir nicht langsam zu alt für den ganzen Mist hier wären,
frag ich und Du sagst dann lange nichts mehr
Worüber man so lacht, darüber lachst Du
weil Du alles hier so selten dämlich findest
und Dir einen externen Planeten wünscht, wo
Menschen wie Du mit Menschen wie mir
leise glücklich werden könnten
und ich finde Dich gut, mit Deinem Schal
und Deiner hippen Brille und Deinem
sachlichen Humor, der irgendwie
schon mal böser war, aber
böse ist jetzt nicht das,
was
wir
sein wollen
Niveauleere Gespräche in Cafés anhören zu müssen,
das ist doch der Untergang, von dem Du immer faselst
und Du pointierst den Kram folgendermaßen:
Sie kaufen Zeitungen mit unnützem Wissen
und stapeln dieses Wissen in ihren erschöpfbaren Köpfen
damit, so finde ich, hast Du den Kern der Sache berührt
und alles wackelt, aber nichts fällt rum ...
Komm, wir gehen den Bach runter, sagst Du
und ich antworte: Das tun wir doch schon längst ...
um
02:27
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
Mittwoch, März 30, 2011
Was kommt und geht und bleibt ...
Sie ist da, da, da, da, da sitzt sie ja, die kollektive Sehnsucht nach dem SuperGau. Mediengedopt hängst du im Sessel und die Welt um dich versumpft im Dreck, zwischendurch als Lockerungsübung ein wenig Internet, um den sozialen Pflichten nachzukommen. Und dann ballert es auf dich ein und schreit dir Floskeln an die Hirnwand und deine grindcoreverseuchte Ohrmuschel kann den Dreck nicht mehr filtern und so flattert alles ungebremst aufs Gehirn und da ist der Speicherplatz auch schon fast wieder voll und da, da, da, da hast du sie wieder, alle Brennpunkte zur besten Sendezeit. Die kollektive Sehnsuchtsfüttermaschine melkt die Dynamik aus den Köpfen und was bleibt ist Zufriedenheit, die unwohl macht.
Betroffenheitssüchtige stehen Schlange beim Media Markt, es gibt ein Sonderangebot von scheiß großen Flachbildfernsehern, auf dem man die Revolution noch besser erkennen kann. Der Dealer teilt die Empfangsgeräte aus, es schwebt ein verdammtes Glück im Raum und diese leergewohnten Gesichter der Kunden erschrecken dich schon gar nicht mehr. Gefühle ausdrücken ist wie Pickel ausdrücken, das Ergebnis ist oft dasselbe.
Dir ist aber auch nicht nach meckern, du willst nicht einer von denen sein, der auf der nächsten Antiatomkraftdemo die volle Portion Reizgas in die Fresse bekommt und auch nicht der, der beim Retten der Welt heldenmäßig steil geht, denn du weißt genau, dass du kein Held bist und auch, dass du an allen Brennpunkten dieser medialen Grillsaison einfach ein machtloses schreiendes Opfer bist, über das die Macht lacht. Ja, du bist ein auslachbarer Idiot, wenn du dich auf die Straße traust und das vor dir herschiebst, was du deine Meinung nennst, egal jetzt ob Japan, CDU, Lybien, St. Pauli oder lokale Kulturszene. Immer wieder erinnerst du dich an diesen einen Satz von Blaise Pascal: "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." Will dir der Verfasser sagen: "Alter, sei Einsiedler, nur im Gefängnis bist du wirklich frei."? Der Satz steht auf einem Zettel, der an deiner Pinnwand ungefähr auf Gesichtshöhe hängt und jedes Mal lähmt dich der Satz, denn eigentlich willst du Trümmer aus dem machen, was die da draußen ihr friedliches Leben nennen. Maschinengewehre, Flammenwerfer und Handgranaten sollen deine Gefährten sein, die Welt von ihrer Selbstgerechtigkeit zu befreien, damit anschließend neue Wege begehbar sind. Doch Pascal sagt, du lehnst dich zu weit aus dem Fenster.
Das meiste, was dich in dieser Zeit erheblich nervt ist so verdammt nochmal einbetoniert und deine Wut meint, sie ist um Längen größer als die dir offenbarte politische, soziale, kulturelle, menschliche und sonstige Ungerechtigkeit. Risse im Asphalt und in Betonwände kann sie machen, denkt die Wut und erhebt sich abermals und macht dich schreiend, machtanfeindend, hochpotent. Aber die Wut, und das ist ein Erfahrungswert, zerschellt immer wieder am Irrsinn, was die Frage aufwirft: was ist jetzt geiler: verrückt werden aus Wut oder den Irrsinn gewähren lassen und daran verrückt werden. Kaputt geht alles ohnehin, man kann dabei zusehen, im Media Markt verkaufen sie die Empfangsgeräte.
Du denkst nach, gewährst dir selbst wieder etwas Ruhe, denn vom Schreien werden alle nur taub und du selber stumm.
Aber: Du bist nicht machtlos, also hol dir deine Macht, los. Fick dich, Pascal ...
Sie ist da, da, da, da, da sitzt sie ja, die kollektive Sehnsucht nach dem SuperGau. Mediengedopt hängst du im Sessel und die Welt um dich versumpft im Dreck, zwischendurch als Lockerungsübung ein wenig Internet, um den sozialen Pflichten nachzukommen. Und dann ballert es auf dich ein und schreit dir Floskeln an die Hirnwand und deine grindcoreverseuchte Ohrmuschel kann den Dreck nicht mehr filtern und so flattert alles ungebremst aufs Gehirn und da ist der Speicherplatz auch schon fast wieder voll und da, da, da, da hast du sie wieder, alle Brennpunkte zur besten Sendezeit. Die kollektive Sehnsuchtsfüttermaschine melkt die Dynamik aus den Köpfen und was bleibt ist Zufriedenheit, die unwohl macht.
Betroffenheitssüchtige stehen Schlange beim Media Markt, es gibt ein Sonderangebot von scheiß großen Flachbildfernsehern, auf dem man die Revolution noch besser erkennen kann. Der Dealer teilt die Empfangsgeräte aus, es schwebt ein verdammtes Glück im Raum und diese leergewohnten Gesichter der Kunden erschrecken dich schon gar nicht mehr. Gefühle ausdrücken ist wie Pickel ausdrücken, das Ergebnis ist oft dasselbe.
Dir ist aber auch nicht nach meckern, du willst nicht einer von denen sein, der auf der nächsten Antiatomkraftdemo die volle Portion Reizgas in die Fresse bekommt und auch nicht der, der beim Retten der Welt heldenmäßig steil geht, denn du weißt genau, dass du kein Held bist und auch, dass du an allen Brennpunkten dieser medialen Grillsaison einfach ein machtloses schreiendes Opfer bist, über das die Macht lacht. Ja, du bist ein auslachbarer Idiot, wenn du dich auf die Straße traust und das vor dir herschiebst, was du deine Meinung nennst, egal jetzt ob Japan, CDU, Lybien, St. Pauli oder lokale Kulturszene. Immer wieder erinnerst du dich an diesen einen Satz von Blaise Pascal: "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." Will dir der Verfasser sagen: "Alter, sei Einsiedler, nur im Gefängnis bist du wirklich frei."? Der Satz steht auf einem Zettel, der an deiner Pinnwand ungefähr auf Gesichtshöhe hängt und jedes Mal lähmt dich der Satz, denn eigentlich willst du Trümmer aus dem machen, was die da draußen ihr friedliches Leben nennen. Maschinengewehre, Flammenwerfer und Handgranaten sollen deine Gefährten sein, die Welt von ihrer Selbstgerechtigkeit zu befreien, damit anschließend neue Wege begehbar sind. Doch Pascal sagt, du lehnst dich zu weit aus dem Fenster.
Das meiste, was dich in dieser Zeit erheblich nervt ist so verdammt nochmal einbetoniert und deine Wut meint, sie ist um Längen größer als die dir offenbarte politische, soziale, kulturelle, menschliche und sonstige Ungerechtigkeit. Risse im Asphalt und in Betonwände kann sie machen, denkt die Wut und erhebt sich abermals und macht dich schreiend, machtanfeindend, hochpotent. Aber die Wut, und das ist ein Erfahrungswert, zerschellt immer wieder am Irrsinn, was die Frage aufwirft: was ist jetzt geiler: verrückt werden aus Wut oder den Irrsinn gewähren lassen und daran verrückt werden. Kaputt geht alles ohnehin, man kann dabei zusehen, im Media Markt verkaufen sie die Empfangsgeräte.
Du denkst nach, gewährst dir selbst wieder etwas Ruhe, denn vom Schreien werden alle nur taub und du selber stumm.
Aber: Du bist nicht machtlos, also hol dir deine Macht, los. Fick dich, Pascal ...
um
19:01
geschrieben irgendwann überirdisch
Dirk Bernemann
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