Dienstag, Juli 26, 2016

Vom Sterben

Was sollen wir denn mit den ganzen Informationen?
Wir werden dadurch nicht klüger, sondern nur nervöser.

Und am Ende eines Lebens liegt er da, wartet darauf, dass sein
Gehirn ausgeht, während seine Frau ihm letztmals mit dem
Phillipselektrorasierer grobe Behaarung aus dem Gesicht
knechtet

seine Lungen brodeln wie Teewasser

schön und glatt, wofür?
Atemzug, weshalb, warum?

Ja, für die anderen,
für die
immer
immer
immer

Kirchgang
saubere Einfahrt
Schützenfest
Einbauküche
Irgendwas aus Status
Liebe aus Gewohnheit

nächste Woche ist dann nur noch Biomatsch da,
eine Ansammlung nonfunktionaler Organe, die weder
gewaschen noch rasiert
werden müssen

sie gibt ein Heidengeld für einen Anzug und eine Holzkiste aus, die beide
in der theatralischen Langsamkeit seiner momentanen Atemzugsfrequenz unterirdisch verwelken werden

Warum?
Wie sieht das denn aus?

Am Ende Selbstverlust und sich nie gekannt haben

Sterben ist wie eine Beziehung mit sich selbst zu haben,
allerdings hat man weniger Versuche


Mittwoch, Juni 29, 2016

Halt mich (Mani)fest!

Ab und zu mal den Resetknopf drücken.
Das Frühwerk vernichten.
Versuchen, neu zu werden.
Immer scheitern.
Alte Namen vergessen.
Alle Namen vergessen.
Sich radikalisieren.
Sich entkalken.
Zum Frisör.


Ach und dann:
die Altlasten im See versenken.
eine sinnlose Schönheitsoperation.
Weiterhin schreiben.
Weiter hinschreiben.
die eigene Sinnlosigkeit erkennen.
darüber lachen.
In alten Tagebüchern lesen.
Sich auslachen.

Weiterhin nichts kalkulieren können.

Etwas beenden.
Etwas anfangen.

Die Stadt verlassen.
Unbedingt.
Zurückkommen.

Sich erhalten bleiben.
Sich erhalten.
Irgendwas erhalten.

Andere ausreden lassen.
Die eigenen Ausreden hassen.
Sich verlassen.
Sich verlassen.

Hallo!