Sonntag, Oktober 22, 2017

Ich250

Im Inneren von Momenten. Zu viele Details. Schreib doch besser was anderes. Wenn der Mensch zu schimmeln beginnt, weil seine Wunden sich nicht schließen. Verlernt, sich in die Liebe zu legen. Verlernt mit Absicht zu fallen.

Samstag, Oktober 21, 2017

Ich249

Leute, die mir die Welt erklären
und keine
eigene
haben
dazu eventuell
Kokain
und hey,
sie freuen sich ja so massiv
darüber und
sind ja auch ganz lustig,
aber wenn ich die
ganze
Scheiße
subtrahiere,
die davon ablenkt wie es
wirklich
weiter geht
dann sollten wir
damit aufhören.

Ich behalte meine Welt schließlich auch
für mich.
Den ganzen innen Kern
und meinen Mittel
punkt.
Punkt.

Freitag, Oktober 20, 2017

Ich248

Polizei am S-Bahn Ausgang. Ein freundlicher Uniformierter gibt mir eine handvoll Prospekte in die Hand. Alle zum Thema Einbruchsicherheit. Er hat schöne Augen und mit Sicherheit noch nie jemanden abgeknallt. Ich glaube er hält mich für einen seriösen Hauseigentümer, gewiss aber für jemanden, der eine gesetzesgefügige Existenz einem Leben im politischen Untergrund vorzieht. Einer, der schützenswertes Material wie Familienangehörige oder Plattensammlungen in seiner Wohnung beherbergt. Zumindest für einen, der imstande ist, einer Skepsis anheimzufallen und niemals FREMDE in seine Wohnung zu lassen. Er händigt mir noch ein paar Aufkleber aus, gelb sind die wie Ortsschilder. Darauf steht Vorsicht! Wachsamer Nachbar.

Ich gehe dann weiter. Stelle mir meine Wohnung vor und wie sich Einbrecher darin langweilen würden. Ich sehe von der Bushaltestelle aus seine Selektionshandlungen zur Prospektausteilung. Der. Der. Der. Die nicht. Weinflasche. Die. Der. Der nicht. Hautfarbe. Der. Der. Der nicht. Crustpunk. Usw.

Der Bus kommt. Die Arbeit geht vorbei. Ich fahre nach Hause. Denke an das Gesicht des jungen Polizisten. Er war schön und eben und glaubt an was.

Donnerstag, Oktober 19, 2017

Ich247

Du und die anderen Gespenster

Huhu huhu, sagtest du und saßt auf dieser Bierbank und der Tag davor und dieser Tag und vielleicht noch ein paar andere Tage haben dich zu dem Gespenst gemacht, das du jetzt bist. Deine Blässe und 1000 Kippen pro halber Monat und immer schön Weißweinschorle oben drauf, damit du weißt, was richtig und falsch ist.

Dein Herz, sagst du, hast du schon abgegeben. Jemand wollte es mal und du hast es ihm ausgehändigt und dann hat er es behalten, als du es zurück haben wolltest und hast gemerkt, dass das ohne Herz doch auch ganz gut geht, nur Schreiben solltest du nicht mehr, hast du gemerkt. Du warst dann ein bisschen tot und das wars dann auch.

Du bist ein bisschen wie eine Gegensprechanlage, ist mir aufgefallen. Man sieht dich nicht, aber man weiß, dass du da bist, unten an der Tür stehst, im Regen vielleicht. Autobetriebsgeräusche und ich sag Hallo und du sagst Huhu huhu und bist und bleibst ein unsichtbares Gespenst. Mir ist weiterhin ein bisschen unwohl.

Es gibt da noch mehr Gespenster, alle irgendwie eigenartig abhanden gekommen in einer Welt voller Abhandengekommener. Alle verstecken sich und niemand will in der Bahn neben einem sitzen, wenn man gerade aus der Hölle kommt und eben jene Ausstrahlung hat. Mein Therapeut meint, es gäbe keine Gespenster, aber ich, ich weiß es besser.

Mittwoch, Oktober 18, 2017

Ich246

Schuhgeschäft. Auf der Suche nach etwas Ruhigem für den Fuß finde ich nur die Gegenteile dessen. Selbst die Schuhe sind nervös, müssen alle auffallen, müssen beim Tanzen so aussehen, dass sie extrovertiert, aber nicht leicht zu haben sind. Niemand will mehr leicht zu haben sein und jeder trägt dann gerne das passende Schuhwerk dazu.

Die Verkäuferin will mir nicht helfen, will mich nicht beraten, das wäre schon ein Eingriff in meine Coolness. Ab und zu schlendert sie vorbei und guckt, was ich mir angucke.

Ich kann das nicht, verlasse den Laden und kaufe gegenüber ein Hemd. Obwohl ich kein Hemd brauche und genaugenommen brauche ich nicht mal Schuhe. Ich kaufe mir Pommes, die ich auch nicht brauche, aber die scheinen mich zu brauchen. Frittierte Sonnenstrahlen aus den Untiefen blubbernden Öls. Ich brauche nichts. Nichts braucht mich.

Frei sein bedeutet vielleicht genau das. Aber wenn du tanzen willst brauchst du Schuhe.

Dienstag, Oktober 17, 2017

Ich245

Kassenband. Kein fröhliches Gesicht. Alle gucken wie im Krieg. Psychopharmaka hat auch der Kassiererin ein freundliches Gesicht auf die Wangen gestemmt. Draußen dann Berlin im Herbst. Die Sonne und die Blätter, die wie herabfallende Kartoffelchips wirken. Ein Paradies? Um nicht blöd zu werden lese ich in der U-Bahn ein Buch. Darin finde ich den erstaunlich dummklugen Satz "Je kälter es wird umso mehr frieren die Menschen." Ein Satz, der keinen Applaus einfordert, in einer Zeit, die die ganze Zeit deine Aufmerksamkeit will.

Montag, Oktober 16, 2017

Ich244

Parship
Marmelade
Parship
Marmelade
Parlade
Marmeship
Parsphip
Marmelade

Die Werbung switcht in einem unglaublichen Tempo zwischen Parship und Marmelade und alle Momente, die dazwischen sind, sind einfach nur ungünstig. Ich verpasse drei Ubahnen, so sehr fasziniert mich das. Kein klarer Gedanke. Wie geht es wohl den anderen damit? Verlieben sie sich in Marmelade?

Ich starre weiter diese rotierende Werbetafel an. Ich habe schon drei massive Fehler an der Parshipfrau gefunden, der erste ist wohl ihr Karriereblick, der einfach durch mich durchgleitet.

Ich243

mir
fehlt
da 
die 
liebe
sagt 
er
also 
bei
dieser
art 
von
rap
das 
ist 
wie 
der
Soundtrack
im
Swingerclub

sie 
brüllt
irgendwas
er
versteht
sie 
nicht
es 
ist
wie
im
leben

Sonntag, Oktober 15, 2017

Ich242

Alles beginnt immer jetzt. Ich positioniere mich aus Gewohnheit und des Gewissens wegen und weil Gefühle das wollen. Und wegen einem sich ständig aktualisierenden Grundwissen.

Samstag, Oktober 14, 2017

Ich241

Ich bin wie die meisten
ich kann mir was leisten
Gin Tonic und Punkkonzert
worüber man sich da beschwert
kann ich manchmal nicht nachvollziehen

Echt nicht
BWL Punks.
Kapitalismuskritik
Aus dem Stromkabel
der Geschichte

Ich240

Und mir hört trotzdem keiner zu. Das Stück Tortendiagramm des Lebens, das angeblich mir gehören sollte, haben schon andere aufgefressen. Jetzt muss ich, um nicht zu unterzuckern, andere Tortendiagramme fressen. So geht das in diesem Konkurrenzding. Ich habe mir angewöhnt, auf schlechte Autoren mit dem ausgestreckten Zeigefinger zu zeigen und dann laufe ich über die Buchmesse und dauernd rastet mein Arm aus und der Finger fixiert besoffene Leute am Stand, die laut über sich selbst lachen.

Sieben Sekt. Auch gut. Ich denke an jemanden, dem ich gerne davon erzählen wollen würde. Aber ich behalte ALLES für MICH. Was ich habe und erlebe gehört erstmal nur mir, das filter ich irgendwann und mach daraus einen guten Roman. Popliteratur. Vodka. Vodka. Jemand sagt Du Mist geh weg I bims der Irgendwer und er meint das so, wie er es sagt ernst. Glücklicherweise bin ich betrunken, ich würde Schaden nehmen, wäre ich es nicht. Ich würde rumstehen und Scham empfinden, bis ich mich vor Scham erbräche, weil der Körper nur ein bestimmtes Maß an Scham auszuhalten imstande ist.

Vor der Tür ist Rauchen. Das ist noch schlimmer. Vor der Tür ist immer alle rauchen. Einzelgespräche und Wichtigkeiten. Ich frage mich immer: Kann man nicht einfach nur schreiben und ansonsten die Fresse halten?

Freitag, Oktober 13, 2017

Ich239

Habe ein paar Witze erfunden. Und weiß nicht wohin damit. Hier der schlechteste aus meinem neuesten Comedy Programm "Ohne Message geht doch auch"

Wohin kommt Pu, der Bär, wenn er ungefähr 13 wird? In die PuBärtät.  Hahaha usw. Bitte lachen Sie auch morgen wieder in diesem Theater.

Donnerstag, Oktober 12, 2017

Ich238

Es ist schön. 
Heute. 
Gestern. 
Wenn die Traurigkeit abnimmt. 
Und keiner anruft und
man Ruhe im Kopf hat
und so einen Nebel, 
der alles abrundet. 
Weil
man weiß
was passieren wird. 
Aber es ist auch schade, 
dass nichts mehr passiert, weil
meine Mühe
nicht ausreicht
nicht mehr ausreichen
kann, um
etwas gut zu machen. 

Aber es ist schön
wenn 
die 
Traurigkeit
abnimmt. 

Und, jetzt mal ehrlich, nimm mal die Finger weg vom Pathos, wer soll sich all die Scheiße noch durchlesen, es liest sich wie Pferdesalami schmeckt. zäh und tot. Lass ab von diesen Dingen. Lass ab. Lass ab. 

Ok, der Kampf hat begonnen. In mir schreit es, dass ein bürgerliches Leben so massiv viel Entspannung verheißen würde, wenn man dann Kinder hat, wird es auch nicht langweilig, man kann einer von denen werden, die bei Netflix kuscheln oder Bücher vor dem Einschlafen oder zum Einschlafen lesen. Ok also lass das weg, mit der Kunst, sagen sie, such dir einen Friseur, der mit seiner Schere auch in deinen Kopf rein kann, um das, was jetzt noch lodert zu löschen, das letzte bisschen Hoffnung zu killen, ein Literaturpreis oder drei oder ein einfaches Leben. 

Nichts davon passiert. 

Und das ist genau richtig so. 

Mittwoch, Oktober 11, 2017

Ich237

Wind treibt Müll durch die Straße. Kaffee to go and follow the trash. Und schau, was sich bewegt, du zum Beispiel. Heller Kopf, neue Frisur, keine Sucht, außer Kunst, aber das versteht keiner, dass ich lieber schreibe als esse.

Dienstag, Oktober 10, 2017

Ich236

Wenn ich Leute
reden höre
wie sie
zum Beispiel
in Wartezimmern
über Dinge reden
dann will ich 
manchmal
jahrelang und
noch länger 
schweigen
weil
was soll ich 
dazu noch
sagen?

Es mag ja durchaus
wichtig sein
was sie erzählen
mir ist das ja auch 
wichtig und ich bin 
nicht wichtiger in 
meinem Denken
als die anderen, 
aber, wenn ich die 
Leute so in Wartezimmern
oder auf Bahnsteigen reden
höre, denke ich mir:
scheiße, was soll die scheiß
Scheiße mit dem Geschisse?

Aber wenn ich mir
selbst zuhöre
kommt
zuweilen
auch nur
ungünstiges Gelaber
dabei heraus. 

das hier zum Beispiel:
das scheiß Geschisse
eines Beschissenen
von einem ohne Geduld
und Guthaben, ohne
Deckenlicht und 
Dauerkarte, ohne
Lieblingsverein und
Haustier, nicht mal
ein Getränk im Schrank
aber ich trinke ja auch
nicht. 

Wenn ich Leute reden höre
oder ihre Geschichten lese
will ich einen Spaten nehmen

und einen großen Tunnel graben

und dort wohnen

und ohne diese schlechten Einflüsse

ein guter Mensch sein

und einen Roman schreiben

aber das tue ich nicht
ich habe Angst
vor Schaufeln
Bagger
Schüppe
Alles was sich in die Erde gräbt
und rumwuchtet
ist imstande mir einen Zeh
abzutrennen

Wenn ich mich so reden höre
höre ich mir erstmal nicht
mehr
zu. 

Montag, Oktober 09, 2017

Ich235

Ich müsste sein wie

1000 glückliche Adjektive
das Ende einer Wartezeit
Kuchen aus dem Ofen, frisch
eine geschlossene Metzgerei
ein Beach Boys Best-of-Album
ein Feuerwerk im richtigen Moment
ein Stück Liebe
noch ein Stück Liebe
und noch eins

Ich müsste sein wie
ein Busfahrer mit Übersicht, der rückwärts fährt
nichts
Trost im richtigen Moment
die offene Tür
das tolerante Ding
die Unsterblichkeit selbst
eine Durchhalteparole, an die ich glauben kann

aber
ich
schaff
es
nicht

Sonntag, Oktober 08, 2017

Ich234

Ich sehe ein Foto von ihr, wie sie so versonnen von einem Schiff aufs Meer runtergafft und mit ihrem Blick irgendwas Sinnliches darstellen will, aber einfach nur jemand bleibt, der eine scheiß teure Kreuzfahrt auf einem Luxusschiff geschenkt bekommen hat oder es sich schlimmstenfalls selbst gegönnt hat. Augenblicklich hasse ich sie.

Samstag, Oktober 07, 2017

Ich233

Prügelcore. Nach zwei Minuten Nasenbluten im Moshpit. Stagediverregen. Sneakers im Gesicht. Alles nicht so schlimm. Die Jugend tobt sich aus und filmt einander mit hochwertigen Taschenrechnern.

Schnitt. Bar. Jever. Gin Tonic. Ironische Gutfindung mieser Musik. Sinnlosigkeit. Kippen. Aschenbecher. Der Tresen klebt. "Immer so gegen 6 rastet hier einer aus und verprügelt alle, die noch reagieren." Deine Stimme wie Honig in einer Nacht voller Extase und Tanz.

Schnitt. Dein Kaffee gibt sich Mühe, mich nicht zu langweilen. Du hast nur einen Plattenspieler und ein Bett. Halbdunkelheit. Wir essen Reis mit den Händen und du erzählst mir alles, was Du hasst.

Schnitt. Zeitmaschine. Der Sound der Theorie. Ein trockenes Schlagzeug. Fump brsch fump brsch usw. Es ist nichts passiert. Ich bin nach vorne gereist und als ich da war, war ich wie dieser Typ, der mal einen Autounfall hatte und der im Wrack lag und dem die Rettungskräfte zwei Finger brechen mussten, um die Flasche Apfelkorn aus seiner Pranke zu lösen.

Jetzt. Ich. Kein Rausch. Eine Duftkerze erinnert mich an Kopfschmerzen, die ich 2007 mal hatte. Ich muss los.

Freitag, Oktober 06, 2017

Ich232

Die Beatles im Radio. Erdbeerfelder für immer. Was ich gestern gemacht habe, hat mich zu dem gemacht, als das ich heute aufgewacht bin. Es fuhr kein Bus, dann die Entscheidung: Zu Fuß dauert diese Tour nur 3,5 Stunden und ich bin wach. Bin dann losgelaufen. Zunächst an der Hauptstraße. Vertrauen auf Google Maps. Plötzlich Wald, Matsch und umgestürzte Bäume oder Bäume, die gerade im Begriff waren umzustürzen. Springen, stolpern, klettern. Einen Fluß übersprungen. Irgendwann dann wieder Licht und Zivilisation. Leicht enttäuscht von diesem Abenteuer setzte ich mich in eine Tram. Matsch an den Sneakers. Ein Mädchen starrt meine Schuhe an, als ob sie wüsste, wo ich gerade gewesen bin. Sie ist auch leicht zerlumpt. Leicht zerlumpt sein ist aber cool. Sie steigt vor mir aus, ich schließe die Augen. Morrissey gibt gute Ratschläge, die sagen, man solle den Tag im Bett verbringen. Er hatte schon bessere Ideen. Auch musikalisch. Als ich zuhause bin, hänge ich rum und beantworte ein paar Emails und darf sogar eine Rechnung schreiben. Für einen Typen wie mich, der nicht alle seine Bildungsschancen genutzt hat, schon ganz gut.

Donnerstag, Oktober 05, 2017

Ich231

Lieber massiv Emailspam
Lieber sich die Hand einklemm
Besser Müll essen als Müll trenn
Als Teilnahme am Poetry Slam

Mittwoch, Oktober 04, 2017

Ich230

Gedicht

wie geht es Dir?
ach, diese Frage
fragst Du zu mir
worauf ich sage

das ist nicht leicht
das ist komplex
mal eine elf
dann eine sechs

von 10 möglichen
Punkten
auf einer Skala
die nach oben
offen, ach leck mich doch
mit deiner Scheißfrage,
die Antwort willst du nicht
wissen oder kannst sie nicht
verkraften oder was weiß ich,
warum mich das so komisch macht
und der Wind durch die Haut fährt
und jedes Organ
durch
löchert

pass auf, sag ich
mir geht es gut
ich habe mich
und ganz viel Mut

und neue Hose
neue Jacke
Raviolidose
Arsch voll Kacke

verstehst Du, nur wer kackt ist gesund
und die meisten Menschen kacken falsch,
sie fressen unglaublich viel und kacken nur ein Drittel davon
wieder raus und wenn das dann da ist, sieht es ihnen nicht mal ähnlich
ich aber kacke täglich ein Herz oder einen Turm oder eine Brezel,
Dinge, die man braucht, verstehst Du, wichtig ist das, dass das mal einer macht,
weil die anderen, die machen was ganz anderes und

ach sie mal an
das schöne Leben
ist schnell im Arsch
so
ist
das eben

... was für eine billige Entschuldigung für Desinteresse an der eigenen Existenz ist das eigentlich?


Dienstag, Oktober 03, 2017

Ich229

Ich weiß ja auch nicht. Weißt Du was? Weiß einer was, was uns weiterbringt? Und wenn weiter, wohin eigentlich? Wo ist weiter? Oben? Links? Schräg neben da, wo mein Herz schlägt? In der Belanglosigkeit?

Warum nicht mal dahin trauen, wo nichts ist? Wo uns kein Beat und keine Droge ablenkt, wo man ein verlässliches Körpergefühl hat? Wo es langsam, still und leise ist? Keine Lightshow?

Ich bin schon da. Mein Leben ist ganz ok. Auf der Veranda sitzen und gucken. Das Gewehr ist geladen, aber ich habe es lange nicht benutzt.

Montag, Oktober 02, 2017

Ich228

Zusammenfassung eines Traums. In einer Turnhalle. Das Mädchen ist unruhig. Will weg. Ich habe zwei Würstchen in der Hand. Eine Turnerin verletzt sich schwer vor unserem Auge. Der Wurstschlamm in meinem Mund. Speichel. Kotze. Der Rettungswagen. Blut. Geschrei. Jemand hat einen nassen Lappen. Ich lasse die Wurst fallen. Das Blut wird weggewischt. Das Mädchen geht. Telefoniert draußen hektisch. Ich bin zu langsam. Sie ist nicht mehr zu sehen. Zwei Rettungswagen die einander verfolgen.

Sonntag, Oktober 01, 2017

Ich227

Ach Horrorkopf denk mal
An Dinge die bisschen egal
Denk nicht an Liebe oder Sucht
Denk mal an Kuchen auf der Flucht
Versuch zu wissen, was passiert
Wenn der Verstand einen verliert
Doch das ist alles nicht so wichtig
Echt nicht
Nein
Gibt Wichtigeres
Aber halt
Dich fern
Von Hunden
Und Irren.

Samstag, September 30, 2017

Ich226

Gib auf. Iss Dein Toast. Trink Deinen Saft. Kapitulieren ist wie Frühstück. Danach hat man noch den ganzen Tag Zeit, was Schönes zu machen.

Freitag, September 29, 2017

Ich225

Ich und meine deprimierenden Texte mit denen ich mehr Spaß habe als ein ganzes Rudel Clowns zusammen wollen etwas ankündigen: Wenn ich nach dem Mittagessen noch wach bin, werde ich ein neues Buch beginnen.

Donnerstag, September 28, 2017

Ich224

Und so transferierst Du Dein nices life mit einem Bus zum Flughafen, hörst dabei traurige Musik, hast Dich in den letzten Stunden mit Gott versöhnt und hörst Düsenjäger. "Machs gut, mein Freund, am Horizont ist Schluss. Irgendwie wirds gehen, irgendwie wirds gehen oder was weiß ich denn. Was weiß ich?"

Momente, unteilbar wie Menschen, die bestreben weiter zu machen. Ihren Körper über die Zielgrenze zu pushen Zum Beispiel Du, zum Beispiel ich.

Am Ende einer Reise tauchen manchmal Erkenntnisse auf.

Mittwoch, September 27, 2017

Ich223

Plastik. Plastik. Plastik. Wieviel in Deinem Leben ist eigentlich aus Plastik? Alles weitere geht kaputt, zerbricht pünktlich wie mein Herz, wenn ich es an Dich wende. Du denkst nicht mehr an mich und ich übertreibe meine Rolle in der Darstellung von mir selbst.

Dienstag, September 26, 2017

Ich222

Später am Abend an nichts mehr gedacht außer daran friedlich zu sterben. Leise verwelkt jeder Gedanke. Ich glaube, ich habe meine Droge gefunden.

Montag, September 25, 2017

Ich221

Am Schlimmsten sind die Analytiker, die alles schon immer gewusst haben. Die jetzt dem zweiäugigen Scheiße Emoji ins Auge blicken und viel zu schockiert oder viel zu ruhig sind.

Sonntag, September 24, 2017

Ich220

Löslicher Kaffee ist widerlich. Der Versuch, die Abgestandenheit zu genießen. Aufwachen nach dem Rausch und die Verschiedenheit der Geschmäcker im Mund. Du warst ein Gast auf dieser Couch. Die Liebe, mit der man Dich nach Hause trug war wahrscheinlich echt. In der Obstschale stirbt ein 4sich. Ich nehm noch einen Kaffee.

Samstag, September 23, 2017

Ich219

Ok, sagt sie, die Katze sei krank, sagt sie, Hoffnung wäre aber da, meint sie, man müsse den Tierarzt schnell aufsuchen. Gut, meine ich, lass uns losfahren und ich glaube dabei gelächelt zu haben.

Im Wartezimmer hustet ein Hund. Ein Satz, den ich schon immer mal schreiben wollte. Der Tierarzt macht ein Gesicht, als wenn etwas ausgesprochen werden sollte, was wie ein Elefant im Raum steht. Ihre Katze, sagt er, ist krank. Sie sagt, sie wisse das. Ob den noch was helfen würde, fragt sie und das Gesicht des Tierarztes gibt Optionen der Behandlung preis. Dies, das, nichts.

Seine Hände faszinieren mich und ich will sofort sehen, wie er damit schreibt oder etwas feinmotorisch macht. Einen Bleistift anspitzen oder Playmobilkindern die Köpfe abreissen.

Anderntags. Alles wie immer und Zeit vergeht in Nebelschwaden. Die Limonade, sagt sie, sei abgelaufen. Die Katze hat ihr Futter nicht angerührt, weil sie tot ist.