Freitag, August 11, 2017

Ich178

Wie seltsam ist das eigentlich, um diese Uhrzeit nach einer halben Flasche Weißwein in einem Lokal zu sitzen, von schräpigem Techno stimuliert einen Text geschrieben zu haben und jetzt sind plötzlich 3 Stunden weg und Literatur ist fertig?
Nicht sehr.

Man kommt sich vor wie der letzte Bohemian, fühlt aber eine Anstrengung wie im Hoch-, Tief- und Stahlbau und ich weiß auch, wer jetzt wieder über mich lacht, wenn ich sage, dass Schreiben harte und erbarmungslose ARBEIT ist. 

Der Wein war gut, ich habe ihn zur Mitte des Textes bestellt. Erst ein Glas, dann habe ich das Ausmaß wahrgenommen und habe mich nach dem Preis der Flasche erkundigt. Da diese erschwinglich war, habe ich sie geordert und nach und nach verstoffwechselt. 

Jetzt ist wieder was fertig. Es gehört zu einem Projekt und es hat mich lange aufgehalten, weil alles daran und darin viel zu persönlich war. Aber jetzt ist es geschafft, zumindest das Grundgerüst, an dem ich noch was feilen werde. 

Hätte nicht gedacht, dass das so schwer bleibt, mit dem Schreiben. Hätte nie gedacht, dass es auch massiv weh tun kann. Hatte immer die Hoffnung, dass es mich ein bisschen therapiert. Hat es nie. Therapeuten haben mich therapiert. Texte nie. 

Jetzt ist Platz für was Neues. Irgendwas, was man anfangen kann. Es gibt eine Idee, von der ich nicht weiß, ob sie gut ist. Es gibt da eine weitere Idee, die auf jeden Fall sehr krass ist, der ich mich aber nicht gewachsen fühle. Soviel Selbstkritik muss sein, Scheißtyp. 

Ein Typ fragte, was denn schräpig sei? Ich habe es versucht zu erklären. Ein altes Radio, dass Du unter Wasser hörst. Ein Rave unter dem Meeresspiegel. Aber ich wollte nicht allzu poetisch sein. Ich habe gelernt, dass das im Alltag nur zu Problemen führt. 


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