Mittwoch, August 09, 2017

Ich176

Du stehst auf einem Festival, alles ist dreckig, selbst du selbst, auch von innen, von außen sowieso, eine Band kommt auf die Bühne und ein aufgedrehter Sänger schreit: "This is a song about religion, FUCK RELIGION." Du stehst da rum und denkst an einfache Lösungen. Schnell und effektiv, so wie jemand Krebsscheiße von gesundem Gewebe trennt. Du hörst so viele Sätze, die einfache Lösungen anbieten, die ganze Zeit, schwarz, weiß, easy, sei so, dann passiert das, das ist der Effekt, wenn du das und das tust und so wird die Welt, wenn das passiert oder jener stirbt. Also kill dies, smash jenes und die Welt wird ein guter Ort.

Revolution, Revolution und so. Du stehst so rum und denkst, dass die Menge an Tshirts mit Parolen nicht ausreichen wird, um die Welt, selbst für ein paar Sekunden besser zu machen. Nach wie vielen revolutionären Gesten kommt eigentlich die Revolution. Man feiert hier derbe an seiner anti-irgendwas-Einstellung herum, lebt oben, ist angetrunken, hat vielleicht sogar Speed intus, oder einem sitzt einfach nur der Vegaburger quer im Arsch und was passiert jetzt? Man bereitet ein Spielfeld vor, aber man fängt nie wirklich an zu spielen.

Ich bin müde.

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