Sonntag, Juli 23, 2017

Ich159

Ich will da nicht raus, brüllt das kleine Mädchen im Café. Draußen regnet es Hunde, Katzen und andere Säugetiere. Ich sitze an einem Tisch und arbeite an einem Text und blicke kurz auf das Mädchen und seine Mutter. Die Mutter sieht aus, als habe sie geweint und zwar gerade eben noch. Das Mädchen brüllt und tobt und der Regen legt nochmal zu und die Welt verfinstert sich erneut ein Stück. Die Mutter schweigt und zieht das Mädchen am Arm hoch. Zerrt es mit und im Regen angekommen, fängt die Mutter plötzlich an zu lachen. Wie böse Menschen in grausamen Geschichten lachen. Der Regen umspielt Mutter und schreiendes Kind. Ein Auto fährt durch eine Pfütze, eine tsunamiartige Welle klettert durch die Straße und macht die Menschen verschwindbar.

Ich schreibe weiter. Suche nach Hoffnung. Suche was zum Festhalten doch sehe nur den harten Regen. Ich verschwinde langsam im Text. Bin dann weg. Bin dann ein Schrei und ein Kind und die böse Mutter. Literatur entsteht.

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