Freitag, Juni 16, 2017

Ich121

Ich bin ruhig. Möchte auch keine Sätze mehr sagen, die einfach so da sind. Ich lese Bücher, in denen Sätze stehen, die nicht einfach nur so da sind, sondern die kein Gramm Pathos zu viel haben. Eigentlich überhaupt keinen Pathos. Nichts daran ist zu viel. Alles passt. Auf den Punkt genau. Wie eine 3 mm Frisur. Wie genau die 3 mm Frisur, die ich mir schon immer mal zulegen wollte, aber die mich aussehen lässt, wie einen Typen mit einer 3 mm Frisur, der nicht ganz bei sich ist, weil dessen Hinterkopf nicht ausgeprägt genug ist.

Mit sich hadern. Was unterscheidet mein Leben eigentlich von einer bloßen Existenz? Also von wem, der bloß ins Leben hinausgeschissen wurde, um zu sein. Pur, ohne alles. Nur das Leben. Atemzüge, Herzschläge und eine lose Abfolge der Dinge. Am besten ein paar Wiederholungen, damit es sich wie Kontrolle, die man glaubt zu haben, anfühlt.

Ich bin stark beeindruckt von Autorinnen und Autoren, die den Kern der Dinge berühren. Ich bin stark beeindruckt von Musikerinnen und Musikern, deren Melodien mir auch über 35 Jahre nach meiner Kindheit noch einfallen, obwohl ich sie seit über 30 Jahren nicht gehört habe. Ich bin stark beeindruckt vom Organisationstalent mancher Leute, die morgens aufstehen und sofort wissen, was sie als nächstes tun wollen. Ich versuche mich jeden Tag selbst zu beeindrucken. Manchmal gelingt mir das auch. Nie im Fitnessstudio, manchmal in der Küche, immer seltener im Text, manchmal in Sachen Mut.




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