Montag, Juni 05, 2017

Ich110

Lachende Mütter pendeln terrorängstlich die Straßen hinab. Irgendjemand schreibt, alles sei normal. Alle lügen. Es ist Sommer. Am Glascontainer ist der Beat am besten. Die Essgestörte schreibt ein öffentliches Tagebuch auf der Bank im Park. Die meisten Sätze sind Sprengsätze. Oasis machen mich sentimental und die Frage, ob es sinnvoll ist, wenn Liam Gallagher bei einer Manchester Terrorgedenkfeier Oasis Lieder singt, verstehe ich nicht.

Eindrücke. Kontoauszüge. Angst. Alles geht weiter. Kommen und gehen. Ein bisschen Verweilen. Eine Tasse Wein. Zwei Trauben. Techno von weiß gekleideten Leuten. Noch mehr Blicke in die Tiefe. Ich klettere auf einen Turm und schaue mir die Stadt von oben an. "Bitte kontrollieren sie meine Tasche und die aller anderen auch", sagt sie am Einlass. Dann weint sie. Niemand tröstet sie.

Weitermachen. Deine Angst auf großen Plätzen ist zu klein, sagt er mir und ich gehe trotzdem weiter. Ohne Schuld und mit der Hingabe eines Ignoranten.

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