Freitag, Juni 02, 2017

Ich107

Frühstück und dann Gespräche über Verwesung. Und immer die Frage: Was drängt den Menschen zum Weitermachen, wenn doch eh das Ende kommt und jetzt schon um uns herumschleicht wie fette Katzen? Ich vermeide Tiefe in manchen Gedanken, weil ich weiß, da wird nichts sein, was den Standpunkt ändert. Am besten jetzt die Katze füttern, gute Momente haben und ein bisschen was bedauern, was man nie gemacht hat (Indien, Mutterschaft, Bankraub, Tauchen, Heroin) und sich jetzt zu alt dafür fühlen. Genervt davon sein, sich eingerichtet zu haben. Möbel umstellen, kurz lächeln, arbeiten gehen. Bald sterben. Lesen, erschöpft sein, Tage zählen, an Sommersprossen auf Schultern denken, Kaffee trinken. Ein Ende akzeptieren. Im Hochsommer an den Tod denken. Lachen.

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