Montag, Mai 15, 2017

Ich88

Gerade die Verfilmung eines meiner Lieblingsbücher gesehen. "Einsamkeit und Sex und Mitleid" von Helmut Krausser. Versucht, irgendwie den Spaß zu haben, den ich beim Buch hatte. Misslang. Verblendendes Farbengeballer und irgendwie fehlt Struktur im episodenhaften Irrlichtern der diversen Handlungsstränge. Fast ein gutes Dutzend Protagonisten wabern seelenlos durch den Film und es bleibt am Ende nichts hängen, außer der Tatsache, dass es mega hart nervt, dass am Ende gesungen wird.

Ich verehre Helmut Krausser wirklich sehr für sein Schaffen, gerade aber auch für dieses exzellente Buch, aber der Film hat NICHTS, an dass ich mich 10 Minuten später erinnern möchte, außer einer Szene, in der ein automatischer und sehr gelber Staubsaugerroboter die Haare einer am Boden liegenden Frau einsaugt und diese ungefähr 15 Sekunden mit dem Gerät kämpft, bevor sie es zerstört. Hahaha, usw. 

Der Rest des bezuglosen Casts spielt gelangweilt seine Aufgaben runter und versucht die Verzweiflung und Komik des Buchs zu berühren, was aber leider nie passiert. Zwischendurch flüstern Stimmen uns das Innenleben der schauspielenden Akteure zu und alles faselt in schöner Poesie von der Scheiße des Lebens. Wie originell, aber immerhin ist dabei die Sprache schön. 

Schade. Geiles Buch. Mieser Film. 



Keine Kommentare: