Dienstag, Mai 09, 2017

Ich81

Heute Auszüge eines Protokolls eines Selbstgespräches kurz nach dem Aufwachen um ca 8 Uhr 33:

Guck mal, mir gehts doch gerade echt gut. Ja? Ja. Ja? Ja. Stimmt und ich könnte jetzt mal die Sachen auf dem Schreibtisch machen, die da stehen. Rechnungen zahlen und Pizzateller abwaschen und die Bücher sortieren und an diesem Ding arbeiten, was mich eventuell nach vorne bringt.

Was aber will ich vorne? Vorne ist wohl das oben der waagerecht denkenden Menschen. Ich kenne meine Position nicht. Nicht in diesem Kulturbetrieb. Denn da gibt es welche, die behaupten sie wären vorne und oben und alle anderen behaupten das dann auch und plötzlich ist das so und man wird konfrontiert mit einer Gesamtstimme aus Behauptungen. Und oft fehlen mir die Beweise.

Stimmt, was soll ich mit der Behauptung, hab keinen Plan von Leitung, was mich eventuell unsexy macht, den jeder weiß ja irgendwie, wohin. Manchmal nicht zu wissen wohin, gerade morgens, ist glaube ich ein problematisches Ding. Faul bin ich ja nicht. Nur Antrieb ist manchmal ... oh 9 Uhr 27. Kaffee. Emails. Radio.

Eine Frau redet. Ihr Stimme klingt, als hätte sie einen Schluck Ananassaft in ihrer Kehle. Manchmal assoziere ich mit Stimmen auch Gerüche.

Der Geruch des Kaffees riecht nach Leben. Ich betrachte Bodenflusen auf Bodenfliesen. Wo ist der Staubsauger. Diese beschissenen Details halten mich auf. Und das ist auch gut so. Und wichtig bei dem ganzen Gelaber ist: Vergiss Dir leid zu tun.

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