Freitag, April 14, 2017

Ich50

Kino, Spätvorstellung. Kleiner Saal. Neben mir saß noch ein Paar weiter vorne, die beide Bier tranken und manchmal dümmlich laut kicherten. Ich kicherte nicht, da war kein Grund zu kichern in diesem Film.

"Gold", so hieß der Film und er nistete sich charmant in meine Hirnwindungen ein. Die Besprechung großer Themen. Loyalität, Freundschaft, Täter und Opfer im Kapitalismus, Reichtum, Armut, der Versuch, der Liebe nicht beim Scheitern zusehen zu müssen. Und Durchhalten, weil man irgendwem vertraut, der es vielleicht gar nicht wert ist, aber trotzdem daran glauben, weil da eine Stimme ist, die einem erzählt, dass alles gut wird. Auch wenn das oftmals die eigene Stimme ist.

Stabile Story, viele Wendungen, konkret gute Charaktere. Ein bisschen Mystik. Viel Suff. Betrug. Ein Haufen Arschlöcher und Teilsympathieträger. Musik, die man summen möchte.

Nichts, was mich in zwei Wochen noch so derbe bewegen wird, dass ich zitternd erwache, obwohl ich gar nicht eingeschlafen bin, aber ein schlauer Film.

Heute sah ich an einer Wand ein Graffiti. Es war nicht schön, es war weiß, die Wand dahinter grau, ich wollte es fotografieren, aber dann dachte ich mir, wenn es gut ist, dann weißt ich auch noch später, was da an der Wand stand. Da war ein guter Satz, der mich lächeln ließ. Und so ging ich traurig an diesem Satz vorbei und las ihn und ging fröhlich weiter. Kein Scheiß, das kann passieren.

Keine Kommentare: