Sonntag, April 09, 2017

Ich43

Ich rave unter einer Brücke. Wie das halt so geht. Der Bass wummert und trümmert ein paar Zweifel klein, dass es eventuell keine gute Idee ist, an diesem Ort zu sein. Ein paar gute Technomomente später stehen wir am Rande von dem, was sich die Tanzenden als Dancefloor erschlossen haben. Du sagst: "Alles könnte gut sein, wenn wir das hier jedem Tag machen würden und das Gebiet unserer ertanzten Einflussnahme täglich würden erweitern können. Erst die Brücke, dann die Straße, dann der Bezirk, dann die Stadt, dann weiter und weiter, bis an die Staatsgrenzen und so weiter und dann alle und ..." Du schreist mich an und ich verstehe dich und verstehe dich nicht.

Irgendwann löst sich alles wieder auf. Die Bullen kommen und machen Drohgebärden, auf die die Tanzenden mit Angst vor Vorstrafen reagieren. Erst wird es leiser, dann wird es still und alles zerfließt. Die Richtungen sind verschieden. Der Mensch ist frei. Das Glück wird entsprechend kleiner. Wir gehen noch in einen Club, der so tut, als sei er dazu imstande, an einer Revolution interessierte Menschen zu beherbergen. Auch hier das Gleiche: Erst laut, dann leise, dann still. Am Tresen: Kapitalismuskritik und Bier für 3,50 Euro.

Es ist sonnig, hell und die Uhrzeit ist auch nur eine Zahlenkombination, die sich irgendwer ausgedacht hat. Wohin? Heim!

Dort wartet eine Schale Erdbeerkuchen auf mich. Die Waschmaschine hat ihre Arbeit gemacht. Ich lasse von mich einer Radiostimme in den Schlaf flüstern.

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