Donnerstag, April 06, 2017

Ich40

Ich mag keine Bücher, die mich anschreien, wie ich denken soll. Ich mag keine Bücher, die mich in erlernten Verhaltensweisen bestätigen. Ich mag keine Bücher, die berechenbar provokativ sind. Ich mag keine Bücher, die schon durch ihre Machart klar werden lassen, dass es einen massiven ironischen Überbau gibt. Ich mag keine Bücher, die wissen, wo sie hinwollen und dann auch da hingehen. Ich mag keine Bücher, die keine Gedanken durch Widersprüche blockieren. Ich glaube, ich mag überhaupt keine Bücher.

Trotzdem arbeite ich täglich an diesem Literaturding. Spüre, wie es sich ausdehnt, wenn es läuft. Aber jedes Mal ist da auch der allmächtige Zweifel, dass man nur eine Sprache gewordene Ermüdungserscheinung ist.

Ich mag Bücher, die von mir sind. Ich mag Autoren, die ich sind. Ich mag Widersprüche. Ich verehre meine eigene Kunst und die von anderen. Ich mag diesen Text.

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