Montag, März 20, 2017

Ich15

Am zerbrechlichsten ist der Mensch, wenn er alles versucht hat und doch abschließend bemerken muss, dass es nichts bringt. All seine Leistung, sein Verständnis und seine Einfühlsamkeit hätte auch für die Lebenszeit seines obsessiven Treibens durch Rumhängen, Ignoranz und der lasziven Schönheit des Egoismuses ersetzt sein können. Nie wäre was passiert.

Schlimmer noch. Nach Erkenntnis der Sinnlosigkeit schabt er mit seinen kleinen Händen Löcher ins Nichts, bekommt Bluthochdruck und immense Erschöpfung und dieses Gefühl, als wenn der Magen zerreißt. Und obwohl er sich außen die Haare kämmt und aufs Hemd eingebügelt hat, verwahrlost er innen immer mehr Dann liegt er herum, kein Gedanke hat noch Kraft, eine Bewegung zu simulieren und deswegen denkt er unentspannte Kreise aus Krise.

Es muss viel Zeit vergehen, bis er wieder frei ist. Unsympathisch gealtert stürzt er sich ins Leben, innerhalb dessen er wieder und wieder Schleifen aus Mist erlebt. Das Leben indes langweilt sich mit dem Menschen und wird langsam weniger und dünner. Nicht aus Rache, sondern wegen Biologie.

Um wirklich aus Fehlern lernen zu können, ist man entweder zu arrogant oder macht einfach dergestalt viele Fehler, dass selbst die Möglichkeit frei zu sein aus Gewohnheit als Fehler gewertet wird.

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