Donnerstag, März 16, 2017

Ich4

Ich lese Jelinek. Dabei wird mir immer kalt, obwohl draußen Frühling beginnt. Blumen brechen durch den Rasen. Hobbyfotografen liegen im Hundekot auf der Wiese und halten die Blumen fotografisch fest. "Guck mal, Frühling", bloggen sie dann und sind auch sonst nicht sehr sympathisch. 

Mir ist ohnehin oft kalt, obwohl es draußen Frühling wird. Jelinek bohrt sich immer korrekt durch mich durch, als wäre ich nur ein Objekt aus Holz und ihre Literatur eine Schlagbohrmaschine. Sowas möchte ich auch können. Schlagbohrmaschinenliteratur. Weh tun soll es und ein bisschen laut sein kann es und es können sich ruhig ein paar Nachbarn beschweren. 

Vorhin bin ich sinnlos rumgelaufen, auf der Suche nach irgendwas, dass, wenn ich es gefunden hätte, mir den Sinn der Suche offenbart hätte. Die Suche blieb aber offen und ich ging in den Späti und erwarb ein Hanuta, das nicht so schmeckte als wäre es das Ende einer Suche, sondern nur das Ende einer Unterzuckerung und der Beginn einer Erinnerung an meine Kindheit. 

Ich habe leider Angst vor lauten Werkzeugen. Und vor Waffen. Alle Waffen außer Worte sind scheiße. 


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