Freitag, März 24, 2017

Ich22

Ok? Ok. Weg mit der Überheblichkeit. Was denken Leute, was sie sind, außer Leute? Er trägt eine interessante Hose. Abgestimmt dazu noch was obenrum. Hut und Schal. Und er redet Sätze, die wie Sätze klingen, die Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe, unterteilt von einer mittleren Portion Satzzeichen auf den Tisch fallen. Er redet so, dass man ihm zustimmen muss, alle Themen, die er in den Mund nimmt, wirken moralisch abgesichert.

Seine Sprache, im Gegensatz zu seiner Hose, langweilt mich. Ich glaube manchmal, ich bin eine Empfangsstation, an der Leute sich abarbeiten. Dirk, du machst doch dieses Literaturding, hör dir meinen Standpunkt an. Zwei Stunden später, in denen ich zunächst versucht habe, mich zu konzentrieren, mich dann auf seine Hose und später, als ich merkte, dass mir dieses Gespräch keine Reibung bieten wird, auf die Fliesen hinter seinem Kopf einließ, war sein Monolog eher eine Meditation, denn ein Weiterbildungsangebot. Denn das will ich von Gesprächen: das Andere, das mir nicht Ähnliche, das abseitig auf mich Einschlagende.

Auf der Suche nach Überraschungen. Zu viele, die mir begegnen sind schon total fertig mit der Ausformulierung ihrer Einstellungen und Haltungen. Das macht sie sicher.

Ich bin unsicher. Und habe nicht mal eine interessante Hose an.

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