Donnerstag, März 23, 2017

Ich21

Ich trage heute grüne Schuhe zu einem Outfit, das ansonsten aus Schwarz- und Grautönen besteht. Desweiteren besteche ich durch Zahnschmerzen, die aber bereits behandelt wurden und nun ausklingender Restschmerz sind. War in der Apotheke und habe Hautcreme gekauft. Der Apotheker hat mich in ein dermatologisch vielschichtiges Gespräch verwickelt, ich glaube, ihm war langweilig und er wollte mit Fachkompetenz und antrainierter Freundlichkeit glänzen. Er war hübsch, sein Lächeln einnehmend. Er beriet mich sanft dahingehend, wie man die von mir erworbene Gesichtscreme am besten benutzt, creme- und ressourcensparend, er hatte an alles gedacht. Seine Freundlichkeit war so tief in ihm, ein bisschen davon hüpfte über den Verkaufstresen und ich lächelte auf dem Heimweg und fragte mich, ob ich das war, der hier rumlief. Aber ja, niemand sonst trägt so beschissene Schuhe, die unten nicht ganz dicht sind. Regensocken. 

Da tut sich ein depressionsförderndes Berlin in grau auf. Ab und zu rauscht eine gelbe Ubahn durchs Bild. Nebenan hat kürzlich ein Café Platz genommen, das sich ganz und gar der Punkrocklegende Ramones verschreibt, zumindest behauptet das die Fassade. Beim Vorbeischlendern sehe ich Kaffee und Kuchen und ein bisschen Rustikalität und eine schlechte Beleuchtung, die weitere, tiefere Blicke verweigert.

Zuhause creme ich mein Gesicht ein und danke dem Spiegelbild für seine ganz okaye Ausgabe von mir am heutigen Tag. Ich habe Hunger, traue mich aber nicht zu essen, wegen des dentalen Problems. Gleichbleibend pocht ein Backenzahn, unten links. 

Ich trinke einen Kamillentee und widerspreche ein für alle Mal der Aussage, dass dieser Blog nur meine eigene Befindlichkeit und meine Krankheiten thematisiert. 

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