Donnerstag, März 23, 2017

Ich20

Nichts ist egal
wenn
man
es
ernst
meint

Alles ist egal
wenn
man
es
ernst
meint

Das mit dem Schreiben war nur so eine Idee, die jetzt bei mir ist, obschon ich gerne allein wäre, also ohne diese Idee, diesen Drang, nahezu Zwang. Oft schlafe ich zu wenig, weil da noch was zu dokumentieren ist. Lieber legte ich mich hin, reglos, komplett erschlafft, mit dem Untergrund verschmelzend. Vielleicht ein Mensch oder ein Tier bei mir, möglichst leise aber, ohne Hufe an den Pfoten und vielleicht ein bisschen schön.

Mich frug kürzlich wer, ob ich lieber glücklich oder Autor wäre. Glücklich natürlich, entgegnete ich, nicht ohne Zorn, ob denn dies nicht total klar sei. Hahaha usw., lachte da der Fragesteller, dann hör doch auf mit dem Schreiben, es hindert dich vielleicht an etwas, dass du noch nicht kennst. Interessant, sagte ich, ernsthaft überlegend und auf einem Filzstift kauend.

Aus einem Gespräch von heute weiß ich, dass man Dinge, die man nicht getan hat, nie ganz begreifen wird. Aus meinem Handeln als Autor weiß ich aber ebenso, dass man Dinge, die man tut, nie ganz begreift.

Wer von Ihnen da draußen wacht eigentlich morgens auf, rennt schreiend im Kreis, duscht und frühstückt dabei und brüllt: "Oh ja, alles, was ich tue macht so unendlich viel Sinn." Bitte melden Sie sich bei mir, ich will ihnen von der Sinnlosigkeit berichten, die mich ständig wie ein zahmes Tier umflauscht.

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