Dienstag, März 21, 2017

Ich16

Der Morgen gähnt und dehnt sich aus. Ich prokastiniere vor mich hin. Versuche autoritär zu mir zu sein. Mach dies, das, aber nichts Konkretes. Auch Literatur. Und wenn ich mir das dann durchlese, klinge ich austauschbar. Also schreibe ich nichts. Außer diesen kleinen Text, der erklären möchte, warum ich nichts schreibe.

Die sogenannte moderne Literatur, deren Endkunde und Benutzer ich bin, enttäuscht mich immer mehr. Da gibt es Sätze, die nicht klingen und Sätze, die viel zu laut sind und daher unbrauchbar. Kein Gedanke so recht zu Ende, weil dies ja wohl anscheinend die Zeit für Unvollendetes ist. Und erhobene Finger, Zeige- oder Mittelfinger, die immer richtungsweisend daherkommen wollen, wie unsympathische Lehrer in braunen Cordjacken.

Literatur soll nicht autoritär sein. Sie soll dein Ratgeber sein und zuweilen dein Unterhalter. Sie soll bestenfalls in dich kriechen und dich wärmen. Sie soll dich auch krank machen. Und dich angreifen. Du kannst dann immer noch sagen: Ist doch nur ein Buch.

Überhaupt: Kunst, die noch ein bisschen Gefühl in sich trägt, nicht um es zu behalten und zu präsentieren, sondern um es weiterzuleiten, die ist unabdingbar.

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