Freitag, Mai 08, 2009




Dieser Text kann nicht viel außer er selbst zu sein …

Ich bin reduziert, ich hab mich reduziert auf ein Minimum existenzfähigen Lebens.

Und der Rave ist unser. Wir toben, bewegt von Bässen, die uns wie liebgewonnene Freunde streicheln in der Tumultwelt des Nachtlebens. Das absolut nackte Nachtleben klebt an unseren Fingern, wenn wir andere Tänzer berühren oder ein Glas oder einen Geldschein, aufge- oder entrollt, je nachdem wie wir unsere Hirne duschen. Der Tanz der Arroganz zirkuliert und ich bin …

… voll von bunten Träumen einen Raum betretend in dem pulsierendes Leben leuchtet und schreit, dort wo Leiber ekstatisch ihr Fühlen beginnen und im Trauma enden und sich selber schänden. Und dann bin ich untergetaucht als einer von vielen und vollends unter Einfluss der Musik, die sie spielen und nach all dem Konsum und dem Zeitverrinnen ist was draußen ist draußen und was drinnen ist, drinnen. Und die Zeit vergeht und mein Drama hat begonnen und mit der Masse verwoben bin ich benommen. IchLichtMusik und IchLichtMusik. Und AlleLichtMusik. Und man merkt, dass Gefangenschaft auch was Gutes sein kann.

Ich bin reduziert, ich hab mich reduziert auf ein Minimum existenzfähigen Lebens. Das Gefühl nur aus Schweiß zu bestehen, das Gefühl, wie ein Wald zu riechen, das Gefühl, nur ein Gefühl zu sein. Unbestimmt und trotzdem zu groß für diesen Raum. Mein Ego expandiert. Zu groß für irgendeinen Raum. Kleiner geht nicht, kleiner werden, hieße unsicher unsichtbar wegblenden, also bleibt uns nur die Größe, die ewig wachsende, um sich greifende Größe, mit der wir den Boden der nicht akzeptierten Tatsachen betanzen.

Mein Hirn ist so weich wie mein Herz und alles ist im Einklang. Schlägt um sich. Alles. Viervierteltaktung. Bummbumm. Egoliebe. Bumm. Hier ist die Zeit egal, es zählt die synthetische Fläche, die der DJ in die zuckende Epilepsiestation vor ihm wirft. Und er wirft, nimmer müde, unaufhörlich, immer noch die Nuance dazu, um kurz vor der Ekstase dann vor selbiger zu fliehen und dann kommt der Bruch in die Musik und dann steigert sich alles wieder wie idealer Sex, der endlos sein will. Dies ist die Verbesserung des Idealzustandes.

Bewegung, das Tanzbein und auch das andere und Stille wäre jetzt der Tod, aber Tanz ist Gleichschaltung der Gefühle und Happiness Happens, wenn wir es wollen und wo ein kollektiver Wille, da ein bahnbrechender Beat, der auch als “Die Internationale” interpretiert werden kann. Ein Bumm versteht ein jeder, ein jeder hört es bassverstärkt klopfen, ein jeder bekommt die Magengrube stimuliert. Und das, was darin ist, tanzt, jubiliert und tanzt und alles was ich aß und trank und eingeatmet hab umarmt sich in mir.

Menschen werden kollektiv, das Individuum im zuckenden Blitzgewitter unsichtbar und ohnehin hören ja alle nur den Beat, der die Leute unterdrückt wie ein lächelnder Diktator. Da zappelt sich was durchs Kleinhirn, was mir mein Kritikvermögen auffrisst glaub ich. Aber soll es das essen, das Kritikvermögen, das brauch ich eh nicht. Nicht an diesem Ort. Ich bin reduziert, ich hab mich reduziert auf ein Minimum existenzfähigen Lebens.

Und mit dem nächsten
Zeitloop stehst Du
Plötzlich da
Tanzt durchs
Geäst der wirbelnden Masse
Auffällig wunderbar

Und du lächelst
Die Distanz
Zwischen uns
Kaputt und
Ich sehe Dich nähern
Und auch ich distanziere
Mich von dem Glauben
Das nicht die ganze Nacht aus Anonymität
Zu bestehen scheint

Und Augenblicke später
Sind auch nur Zeit die vergeht
Und verkommt und ich sehe unsere Herzen
Schon synchronisiert schlagend schleudern

Jetzt tanzt Du vor
Meinem Auge
So unglaublich greifbar
Dein Mund so breitgelächelt
Deine Augen geschlossen
Ich abgeschossen und doch lebendig
Nur fühlbar gelebt und bebend
Vor Zeitlupe, in der das alles geschieht
Und dann formst Du Deinen Mund zum Kuss

Und auch ich schließe meine Augen
Bereit diesen einen Kuss zu empfangen
Der Kuss, der die Nacht, den Tag, das Leben
Drehen kann
Und es vergehen Splitter Zeit in denen nichts geschieht
Und im nächsten Augenblick ist das Zimmer wieder laut
Ich öffne die Augen
Und Du bist nicht mehr da

Nur zuckende Blitze und diese Geräusche
Als würden Panzerketten durchs Parkett sich wüten und
Alles wieder laut, wie davor, wie immer, wie gehabt

Und was mache ich Idiot?

Ich tanze weiter …

Ich bin reduziert, ich hab mich reduziert auf ein Minimum existenzfähigen Lebens …

1 Grummeltare:

K. hat gesagt…

ganz groß, dann widerum sehr klein.. der erste satz trifft es. der text ist.