Liebe Empfänger!!!
Habt Ihr auch manchmal das Gefühl, hier ist alles zu klein und zu wenig? Das Euer Kopf eingentlich viel mehr braucht, als Euch zugemutet wird? Das Ihr viel mehr Gefühl braucht, als es im Allgemeinen erhältlich ist?
Ich fühle mich wie eine Postkarte, die man in einem Moment schreibt, in dem man aufgebracht ist und verhaltensgestört wirkt, weil ein großer Moment passiert. Das komische ist nur: hier war gar kein großer Moment. Nichts ist kaputt, nichts ist neu, vor meinem Fenster nisten keine seltenen Tiere, James Last ist wieder auf Tour und trotzdem hab ich dieses Postkartenfeeling.
Vielleicht bin ich einfach zu affektiv, soll heißen, Kleinigkeiten wie das Atmendürfen von frischer Luft sind schon imstande, mich für mehrere Stunden blöd grinsend auf meinen Balkon zu stellen und da einfach nur zu stehen und zu gucken. Seltsam, ich glaub, is Frühling.
Um zum Frühling gehören ja auch schon mal Frühlingsgedichte, eins ist mir grad aus der Tastatur gefallen und es hat nichts zu tun mit „blauen Bändern“ oder „sprießenden Knospen“, sondern lediglich mit mir. Das ist wenig, aber es reicht.
Ichhierso
ichhierso steh so rum
aufm Balkon
häng Wäsche auf
und Alltag ist
und Frühling auch
nicht viel was man
braucht hat Mehr-
wert, aber alles, was
man braucht ist
manchmal einfach da
Bedürfnisinsuffizienz
ganz gut so, ne, ja, sicher
heute abend: Grillen, Bier und
Fußball im Park
ichhierso steh so rum
die Party ist scheiße
Musikgeschmack ist
die Zunge, die langsam durch
den Aschenbecher der Popkultur
gleitet und ichhierso kann das ertragen
dann kommt Besuch
Kaffeetassen werden gespült
ich schreib an einem Buch
ich gucke durch die Fensterscheibe
Vogelscheiße und -stimmen
gutso statt gehtso
Ja, so viel zu Poesieteil des Newsletters.
Jetzt noch ein Veranstaltungstipp: Ich selber lese diese Woche ein paar meiner alten, neuen und gänzlich unbekannten Sachen vor. Und zwar in Leverkusen (Platz 7 oder 8, der trostlosesten Orte Deutschlands, ich war selbst noch nie dort ...). Dort gibt es ein Literaturfestival mit dem coolen Namen „Levliest“ und da bin ich am 26.04. zu Gast. Orte und Zeiten kann man der Tagespresse entnehmen.
Und nun folgend, noch ein Kochrezept: 1 x Fallafel bitte, nur scharfe Soße, ja Salat komplett, danke...
Bis die Tage,
Ihr
Lieblingsautor
Dirk Bernemann



1 Grummeltare:
Achten Sie auf Rechtschreibfehler, Herr Bernemann!
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